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Happy New Year

Allen regelmäßigen und unregelmäßigen Besuchern unserer Website wünschen wir auf diesem Weg ein großartiges Jahr 2013!!

 

Wir selbst sind vor zwei Tagen aus Fuerteventura, wo wir eine Woche lang Sonne getankt hatten, zurück in den heimatlichen Chiemgau gekommen.

Bayerischer Triathlonverband stellt die grundsätzlichen Weichen für eine Rückkehr zur DTU

 

Am gestrigen Samstag fuhren Heike und ich stellvertretend für unseren Verein SG Grassau nach Titting/ Emsing im Altmühltal, um dort am außerordentlichen Verbandstag teilzunehmen. Verbandspolitik mag oftmals ein trockenes Thema sein, aber diesmal ging es ums Ganze:

Vor rund vier Monaten war der Bayerische Triathlonverband durch einstimmigen Beschluss aus dem Dachverband Deutsche Triathlon-Union ausgeschlossen worden, weil das Bayerische Verbandspräsidium im Streit um die neue Abgabenordnung der DTU, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachgekommen war und stattdessen die DTU unter Umgehung der Sportgerichtsbarkeit vor einem ordentlichen Gericht verklagt hatte.

Die ausführliche Version der diesem Streit zugrundeliegenden Fakten und persönlichen Animositäten kann man hier auf Triathlonszene,de nachlesen. Eine wesentlich kürzer gefasste Übersicht findet man auch hier, im Triathlon-Magazin.

Für unseren Verein, unsere Familie und für uns selbst bedeutet diese Situation, dass unser gerade in die 2. Bundesliga aufgestiegenes junges Triathlon-Team nicht in der Liga hätte starten dürfen, Frederic wäre bei Frotbestand der verfahrenen Situation der Start beim Deutschland-Cup und den Deutschen Meisterschaften verwehrt geblieben oder allenfalls durch einen Vereinswechsel in ein anderes Bundesland realisierbar gewesen und wir selbst hätten nicht einmal bei Deutschen Seniorenmeisterschaften in der Zukunft starten können.

Der Verbandstag zog sich über mehr als 8 Stunden hin, es gab hitzige Diskussionen aber letztendlich liefen die entscheidenden Abstimmungen wie erhofft: Die Mehrheit der Vereinsdelegierten entschied sich für eine Rückkehr in die DTU und darüberhinaus gab es einen weitgehenden Personalwechsel im Präsidium des Bayerischen Triathlonverbandes.

Ein bisschen aus der Erleichterung und fast Euphorie heraus habe ich mich sogar hinreißen lassen, als ich selbst aus den Reihen der oberbayerischen Delegierten überraschend für eine Kandidatur im Präsidium vorgeschlagen wurde, diese Kandidatur zu akzeptieren und wurde prompt zum Vizepräsidenten gewählt. Wirklich geplant war das nicht und vielleicht bereue ich es auch in ein paar Wochen, aber die aktuelle Problematik lag mir am Herzen, weil wir wie oben ausgeführt gleich dreifach negativ von einem anhaltenden Ausschluss des BTVs aus der DTU betroffen gewesen wären.und wenn man etwas verändern will, reicht es manchmal zwar, wenn man richtig abstimmt, manchmal muss man aber auch einen Schritt weitergehen und bereit sein, selbst mit zu gestalten.

Nun bin ich gespannt, ob es mir gelingt, mich einigermaßen schnell in die großteils neue Materie einzuarbeiten und mitzuhelfen den Dampfer BTV mit seinen mehr als 10000 bayerischen Triathleten in ruhigeres Fahrwasser zu bringen und dort stabil auf Kurs in Richtung auf eine modernere Ausrichtung des Verbandes mit transparenten Entscheidungsstrukturen zu bringen.

 

Für die Verbandshomepage (www.triathloin-bayern.de) habe ich noch einen sachlicher gehaltenen Abriss über die gestrigen Abläufe verfasst, der dort wohl morgen im Lauf des Tages eingepflegt werden wird und den ich der vollständigkeit und Übersichtlichkeit halber hier noch mit angefügt habe (die Situation ist so neu für uns, dass derzeit noch keiner aus unserem neu zusammengesetzten Führungsgremium die Zugangsberechtigungen für das Content Management System der Verbandshomepage verfügt ;-) )

Am 8.Dezember.2012 fand  in Titting-Emsing ein außerordentlicher Verbandstag statt, bei dem die Delegierten im Kern darüber abzustimmen hatten, ob der Bayerische Triathlonverband  in Zukunft als eigenständiger Verband außerhalb des Bundesdachverbandes DTU firmieren sollte oder eine zeitnahe Rückkehr in die DTU anzustreben ist, verbunden mit Akzeptanz der aktuellen DTU-Satzung und Gebührenordnung. Die entscheidende Abstimmung  führte zu einem deutlichen Votum der anwesenden Delegierten gegen den bayerischen Sonderweg und für die Wiederaufnahme des BTV als ordentlicher Landesverband der DTU.


Unter den neu geschaffenen Voraussetzungen gehen wir davon aus, dass die bayerischen Triathleten in 2013 DTU-Startpässe über ihre Heimatvereine in Bayern beziehen werden können.

Nach Festlegung dieser als 7. Tagesordnungspunkt wichtigsten Richtungsentscheidung des Verbandstages fanden turnusgemäße Neuwahlen des Verbandspräsidiums statt. Der bisherige Amtsinhaber Peter Pfaff stand nicht mehr zur Wahl und es bewarben sich der Oberfranke Tobias Heinze sowie der Oberpfälzer Pierre Jander um den vakanten Präsidentenposten. Bei dieser Wahl entschieden sich die bayerischen Vereinsdelegierten mit knapper Mehrheit für einen personellen Neuanfang mit Tobias Heinze.

Die weiteren neugewählten Präsidiumsmitglieder sind:

Vizepräsident: Dr. Harald Funk

Schatzmeister: Max Dachauer

Sportwart: Christian Ruttor

Regelbeauftragte Nord/ Süd:  Georg Welsch/ Bernd Stühlein

Schriftführer: Christian Wierer

Sprecher der Bezirke:  Gerd Rucker

Wie bereits vor der Wahl angekündigt stellte das neugewählte Präsidium anschließend separat den Punkt  zur Abstimmung, ob die laufende diedie laufende Berufung im Klageverfahren gegen die DTU seitens des BTV zurückgezogen werden sollte, um einerseits keine weitere Zeit zu verlieren und andererseits die zukünftigen Verhandlungen mit der DTU hinsichtlich einer zeitnahen Wiederaufnahme des BTV in den Bundesdachverband nicht durch weiter schwelende  juristische Auseinandersitzungen zu blockieren.

Als zusätzliches Zeichen der zukünftigen Neuausrichtung des Bayerischen Triathlonverbandes im Hinblick auf die von Heinze in seinem Wahlprogramm angekündigten Eckpunkte größerer Basisnähe und mehr Transparenz bei relevanten Entscheidungsprozessen fassten die Verbandsdelegierten auch noch den Beschluss, einen Vertreter der Bezirksverbände in Zukunft als stimmberechtigtes Mitglied in das Verbandspräsidium des BTV zu holen.

Abschließend wurde ein Zeitrahmen für den nächsten Verbandstag festgelegt, der im Zeitraum Februar/ März 2013 stattfinden sollte und  in dessen Rahmen dann auch eine neue Gebührenordnung, die in den nächsten Wochen von der neugewählten Verbands-Führung im Detail auszuarbeiten ist, verabschiedet werden.

Auf Einladung des BTV mit anwesend beim Verbandstag in Titting/Emsing war auch der Präsident der Deutschen Triathlon-Union Dr. Martin Engelhard sowie der DTU-Geschäftsführer Matthias Zöll, die sich  im Rahmen der Sachdiskussionen offen für sämtliche bei den Delegierten aufkommende Fragen hinsichtlich des Finanzbedarfs des Dachverbandes und den Beschlussabläufen beim Ausschluss des BTV durch die anderen Landesverbände vor wenigen Monaten zeigten.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der außerordentliche Verbandstag trotz aller zum Teil auch engagiert geführten Sachdiskussionen und der bekannten unterschiedlichen Positionen zu den bekannten verbandspolitischen Problemfeldern  von einem Klima der Sachlichkeit und dem erkennbaren Bemühen aller Beteiligten um eine generelle Annäherung geprägt war.

Die Bayerischen Triathleten haben allen Grund optimistisch in die Zukunft des Triathlonsports in Bayern zu blicken und können sich voraussichtlich bald wieder auf das Wichtigste, nämlich auf die Ausübung des Triathlonsports, egal ob auf bayerischen oder außerbayerischen Wettkämpfen, konzentrieren!

 

Packendes Saisonfinale mit Aufstieg in die zweite Bundesliga gekrönt!

Ich hab' zwar letzte Woche schon einiges zum Liga-Wettkampf letzte Woche in Nürnberg auf Facebook gepostet, aber da dort ja bekanntlich nicht jeder vertreten ist, liefere ich hier auch mal noch ein paar Infos ab, nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, dass wir seit dem Ostseeman nur noch auf der faulen Haut liegen ;-)

 

Die beiden Rennen in packenden Bildern gibt's hier

Ein professionell geschnittenes,  unbedingt sehenswertes Video, mit passender Musik unterlegt findet man hier und hier.

Zeichen - Teil 2

Ich geb ja schon Ruhe !

Was bisher geschah….nach dem Bruch des kleinen Fingers, einer Kurzdistanz mit Gipshand, dem Pausieren des Laufens, nachdem der S1 Wirbel mit Nervenwurzel gestreikt hatte und einem weiteren Sturz, erhielt ich zuletzt die Startnummer 13 beim Ostseeman. Es waren mir noch nicht Zeichen genug gewesen. Ich sollte endlich einmal Ruhe geben, mich erholen und keinen Triathlon machen. :-) Ich ignorierte diese Zeichen, um beim Ostseeman an der Startlinie stehen zu können. Die 13 verfolgte mich überall ! Drei Aufkleber auf dem Helm, eine Startnummer am Rad, eine Startnummer am Gummiband. In der Startertüte lag die 13 sogar ganze Viermal !!! :-) Ein weiteres Zeichen ! Ich wollte ja nicht hören ! :-)

Da geschah es…bei KM 50auf dem Rad hatte ich einen Platten im Schlauch des Vorderrades. Obwohl ich versuchte ihn mit Pannenspray zu beheben, gelang mir das nicht. Das Ventil war ausgerissen ! Das Rennen war zu Ende ! Ein weiteres Zeichen ! :-)

Jetzt geb ich Ruhe ! :-) Vorerst, zumindest ! Man weiß ja nie, was einem so einfällt !? Immerhin würde nächstes Jahr die AK 45 anstehen ! :-)

Seit letztem Sonntag habe ich keinen Sport mehr gemacht. Langsam werde ich hippelig :-) :-) Eigentlich könnte man schnell mal zum Hochgern hochgehen, oder ? So eine Bergtour machen oder mehrere oder mit dem Rad einen Ausflug machen….:-)

Im Haus gibt es auch mal wieder viel zu tun. Damit starte ich nächste Woche !...Harald muss dann wieder arbeiten…….und ich muss erst einmal viiiiieeeel schlafen :-)

Schöne Ferien !

P.S.: Die Diskussion, die Sommerferien auf 4 Wochen zu verkürzen, könnt ihr euch sparen ! Es gibt zu viele Lehrer in Bayern, die das zu verhindern wissen :-) :-) :-)

.......obwohl sich dann wahrscheinlich die Wiederholungszeit des alten Unterrichtsstoffes um einiges verkürzen würde. Nach 6 Wochen Ferien haben sich auch die intelligentesten Schüler das Gehirn heraus gewiit, geplaystationt oder nintendoot. :-) :-)

Von Defekthexen, Demenzsymptomen und Podiumsplazierungen...

 

Glück und Pech lagen bei unserem lang avisierten und heiß ersehnten Saisonhöhepunkt am vergangenen Samstag beim Ostseeman 2012 sehr eng beieinander. Während Heike nach (für sie) leicht unterdurchschnittlicher Schwimmperformance aber dafür vielversprechender Leistung auf dem ersten Drittel der Radstrecke wegen eines Raddefektes das Rennen, auf Rang drei liegend vorzeitig beenden musste, gelang mir selbst die wohl beste Langdistanzleistung seit Roth 2003 und ich wurde dafür mit Gesamtrang 3 belohnt! Da die beiden vor mir plazierten Athleten Christian Nitzsche und der Däne Jens Isbak Kristensen (beiden hier nochmal eine fette Gratulation zur erbrachten Leistung!) mit Triathlonprofi-Lizenz versehen sind, war ich mit dieser Plazierung auch gleich noch der beste Amateur im Starterfeld.

alt Aber wie so oft, und das ist ja auch der große Reiz am Abenteuer Langdistanz lief weder die langfristige Trainingsvorbereitung der letzten Monate noch die unmittelbare Wettkampfvorbereitung der vergangenen zwei wochen so glatt und flüssig, wie es das Endergebnis in Zahlen vielleicht widerspiegeln mag. Selbst mit 25 Jahren Wettkampferfahrung im Triathlon passieren einem manchmal noch Dinge, bei denen man nicht weiß, ob man sie noch unter die Kategorie "Schusseligkeit" einreichen darf, oder ob sich hier nicht vielmehr bereits erste Anzeichen beginnender Altersdemenz abzeichnen... ;-) Letzter diesbezüglicher Bock war, dass ich 30 min vor dem bis dahin nahezu stressfreien Start des Ostseeman mit Entsetzen feststellte, dass ich meinen nagelneuen super-bequemen und aerodynamischen Rennanzug nicht nur daheim nicht angezogen hatte (wie man es eigentlich vor einem Rennen früh üblicherweise tut), sondern auch nicht zum Start an die Förde mitgenommen hatte!!! Was tun??? Unser gemietetes Ferienhaus lag etwa 10-15 Autominuten vom Start entfernt, theoretisch hätte es also noch klappen können, den Race-Suit zu holen, aber die Rennstrecke war längst für Autos gesperrt, ich hätte also vermutlich alle paar hundert Meter anhalten und einem Polizisten/ Feuerwehrler/freiweilligen Helfer usw. erklären müssen, was ich ausgerechnet jetzt noch kurz vor offiziellem Rennbeginn mit einem privaten PKW auf der Radstrecke verloren hätte... Also in weißer Unterhose (Modell Sportslip) und Baumwollshirt die Langdistanz bestreiten? Hätte ich wahrscheinlich, so lächerlich das ausgesehen hätte, fast tatsächlich gemacht. Und vermutlich hätten sich die meisten Zuschauer kaum allzu viel dabei gedacht,ist man doch im Zeitalter farbiger Kompresionsstrümpfe an schrillen Wettkampf-Outfits von Triathleten einiges gewöhnt.

Meine Rettung in dieser Situation war- wie so oft- Heike, die zufällig in ihrer Wettkampftasche noch einen alten Triathloneinteiler liegen hatte, der (dank der Alterungsprozesse) von Lycra bereits so ausgeleiert war, dass ich trotz 20kg mehr Masse als Heike und 15cm mehr Körpergröße trotzdem so gut hineinpasste, dass zumindest die Körperteile, die für eine Langdistanz "leistungsrelevant" sind, offensichtlich nicht allzusehr komprimiert wurden. Die Episode hätte ich im Rückblick ja noch als Einzelfall abhaken können, wenn nicht drei Tage zuvor ein anderer, durchaus ähnlicher Zwischenfall passiert wäre: Da saßen wir nämlich nach erfolgreich nahezu staufrei überstandener 1100km-Anreise und unserer ersten Nacht im angemieteten Ferienhaus, am Frühstückstisch und ich ging in Gedanken noch einmal durch, ob ich auch alles für den bevorstehenden Wettkampf eingepackt hatte... hätte ich vielleicht besser vor der Abreise gemacht!!!

Als "erfahrener" Athlet macht man so einen gedanklichen Check ja wie einen simulierten Wettkampf : Los geht es also mit Schwimmen: Vaseline, Neoprenanzug, Schwimmbrille, Rennanzug--> Check, alles eingepackt. Wechsel zum Radfahren: Radschuhe, Helm, Nummernband, Fahrrad selbst mit Wettkampf-Laufrädern, Werkzeugtäschchen, Verpflegungs-Oberrohrtasche, Trinkflaschen, Tacho--> Check, alles dabei!

Wechsel zum Laufen: Sonnenbrille, Kohlenhydratgels, Laufschuhe... Laufschuhe????? Natürlich hatte ich beim Packen daheim auch schon an die Wettkampflaufschuhe gedacht, aber da diese von den letzten beiden Wettkämpfen noch eher unappetitlich rochen, standen sie erstmal noch in der Garage und sollten erst als letztes (separat und geruchsfest verpackt ;-) ) zum restlichen Gepäck dazustoßen. Sollten...  in der Abreisehektik dann eben doch vergessen standen sie eben jetzt immer noch 1100km entfernt in unserer Unterwössner Garage!

Zum Glück konnten wir unsere netten Nachbarn telefonisch erreichen, die über einen Ersatz-Hausschlüssel von uns verfügen und so die betagten aber eben auch bestens eingelaufenen und damit schnellen Wettkampflaufschuhe per Post auf die Reise in den Norden schicken konnten. Dank der zuverlässigen deutschen Post bekam ich dann ein Tag vor dem Rennen ein sehnsüchtig erwartetes Paket mit einem Inhalt, der vermutlich dem Paketboten veranlasst hat, vor der Auslieferung vorübergehend von Nasen- auf Mundatmung zu wechseln... ;-)

Letztendlich war auch dieses Problem gelöst und ich stand am Sonntag um kurz vor 7h in einem geliehenen Frauen-Triathlonanzug in Größe S an der Startlinie des Ostseemans und in der Wechselzone warteten meine nachgeschickten geliebten Nike Mayfly Jahrgang 2004 auf ihre spätere Rennverwendung.

Auf sonstige Probleme in der Vorbereitung der letzten paar Monate möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen ohnehin Bescheid.

Wenn man es letzten Endes schafft im "höheren Alter" am Ende einer mehrmonatigen Ironman-Trainings-Vorbereitung (inklusive auch der dafür notwendigen Trainingswettkämpfe) schmerzfrei und gesund auf den Startschuss einer Triathlon-Langdistanz warten zu können, hat man eigentlich schon den ersten Sieg errungen, egal, wie die folgenden 9-10 Stunden danach auch laufen mögen!

Beim Schwimmen in der am Wettkampfmorgen kaum welligen Ostsee positionierte ich mich links, wo der Weg zur ersten Richtungsboje nach ca. 300m am kürzesten war, während Heike von ganz rechts starten wollte, um den zu erwartenden Prügeleien im 1000-Mann-Starterfeld aus dem Weg zu gehen.

Letzten Endes lief das Schwimmen flüssig. Ich konnte mich ausreichend gut beim Start durchsetzen, hatte zwar immer das Gefühl, dass die Gruppe in der ich mich nach der Startphase fand, eigentlich zu langsam war, aber alleine weg schwimmen ohne Wasserschatten zur nächstschnelleren Gruppe ca. 50 Meter vor uns wollte ich dann auch nicht. Bei einem 9-Stunden-Rennen muss man gerade am Anfang mit seinen Kräften haushalten.

Nach 56 Minuten kam ich schließlich wieder ans Ufer und da auch von den hochmotivierten Staffelschwimmern (die bei den ganz schnellen Staffeln meist echte spezialisierte Langstreckenschwimmer waren) keiner die 50min unterbot, darf man annehmen, dass die Strecke eher etwas länger als 3,8km war. und die Zeit eher einer 54er-Zeit auf üblichen "schnellen" Ironman-Strecken entspricht,

Das Radfahren besteht beim Ostseeman aus insgesamt 6 Runden zu je 30km mit vielen Kurven, einigen kleineren Steigungen, die sich insgesamt auf etwa 1000hm summieren. Keine schnelle Bestzeiten-Strecke, aber auch nie langweilig und außerdem hoch attraktiv für unterstützende Angehörige/ Fans, die "ihren" Athleten"  bei strategisch günstiger Positionierung problemlos 12mal allein bei der Radstrecke zu sehen bekommen.

Auf der ersten Radrunde fühlte ich mich eigentlich noch eher schlecht, die Straßen waren nass, so dass man in den Kurven und Abfahrten extremst vorsichtig bremsen und steuern musste. Eher überrascht war ich, dass der Tacho nach denersten 30km einen Schnitt von immerhin 38,9 km/h zeigte- schneller als es das Körpergefühl hätte erwarten lassen. Für die restlichen Runden bemühte ich mich, das Tempo etwa auf diesem Level zu halten und die regelmäßige Verpflegung nie zu vergessen.

Die genauen GPS-Datem, Temperatur, Trittfrequenzdaten, Herzfrequenz usw. findet man (wer es ganz genau wissen will) hier.

Heike hatte leider bereits in der zweiten Radrunde einen Plattfuß mit Ausriss des Ventils, so dass die Abdichtung mit Pannenspray nicht gelang. DNF. :-(

Ich konnte mich im Lauf der 180km  mit konstantem Tempo immer weiter nach vorne schieben und auch den Abstand zur Spitze sukzessive verkürzen, so dass ich irgendwann auf Gesamtrang 2 lag und als erster Verfolger von Christian Nitzschke mit nur drei Minuten Rückstand zum abschließenden Marathonlauf wechseln konnte. Beim ersten Wendepunkt bei Laufkilometer 2 betrug der Rückstand nur noch 2 Minuten und einen weitern km später später konnte ich den Führungsradler schon etwa 200m vor mir sehen: nur noch etwas weniger als 1 min Rückstand! Leider begann dann der bergige Teil der Laufstrecke und die Anstiege waren in der Wettkampfsituation doch steiler, als wenige Tage vorher bei der Streckenbesichtigung. Hätte doch das Körpergewicht noch etwas reduzieren sollen mit mehr Ernährungsdisziplin oder zumindest mehr Bergaufläufe trainieren... auf alle Fälle machte Christian gerade an diesen Bergen, die man insgesamt 5 mal hinauf musste jedes mal ein paar Sekunden gut, so dass der Rückstand auf Rang 1 im Laufe des Marathons langsam wieder anstieg und ich mich mehr darauf konzentrieren musste, meinen zweiten Rang so gut als möglich zu verteidigen.

Bei km 28 betrug mein Vorsprung auf den vermeintlich drittplazierten noch 7 Minuten und ich war schon optimistisch, mich mit dieser Plazierung ins Ziel retten zu können. Leider hatte ich da einen groß gewachsenen Dänen knapp hinter mir nicht richtig eingeschätzt: den erkannte ich zwar auf dem Gegenverkehr als starken Läufer, aber da er keine Rundenbänder um den Hals trug, dachte ich, es wäre ein Staffelläufer. Weit gefehlt: Kristensen der Däne, hatte sich seine Rundenbänder statt sie um den Hals zu hängen, einfach um den Unterarm gewickelt. Auch als er mich eingangs der letzten Runde überholte war ich noch in dem Missverständnis, es mit einem der vielen Staffelläufer zu tun zu haben, erfuhr aber kurze Zeit später von meinen "Supportern" Heike und Frederic, dass ich nun nur noch dritter war. Vorsrpung auf den vierten jetzt: 4 Minuten. 4 Minuten für 8km. Ich rechnete: 30s/km durfte ich also maximal verlieren. Das ist schon 'ne Menge, aber gerade am Schluss eines Marathons lauern auch immer Gehpausen/ Krämpfe und sonstige Probleme, die auch einen solchen Vrosprung manchmal dahinschmelzen lassen wie Softeis in der Mittagssonne.

Frederic rannte dann die letzten Kilometer mit mir zur moralischen Unterstützung mit und ich gab noch mal alles, was die mittlerweile sehr müden Beine her gaben und... es reichte!!!

Der Vorjahreszweite und Altersklassen-Weltmeister von Hawaii 2009 Georg Anstett kam nur noch auf knapp zwei Minuten an mich ran,obwohl Anstett insgesamt den zweitbesten Marathon im Feld hnlegte, und sogar auf den Zweitplazierten Kristensen holte ich mit dem langgezogenen "Endspurt" wieder ein wenig auf.

Seit Roth 2003 habe ich, glaube ich, einen Zieleinlauf nicht mehr so genossen, wie den beim Ostseeman 2012. Gerade auch die holprige Vorbereitung mit diversen gesundheitlichen Problemen machen einen besonders dankbar, dass es mit dem nötigen Quentchen Glück, doch noch zu einem solchen Finish gelangt hat, das ich mir selbst 7 Wochen zuvor, als die Achillessehne noch immer kein Laufraining zuließ, niemals zugetraut hätte. Andererseits hat das Training der letzten paar Wochen, in denen ich endlich schmerzfrei war, unglaublich viel Spaß gemacht und ich merkte schon, dass es mit der Form steil bergauf ging, was ja auch die Wettkampfergebnisse (Mitteldistanz Ingolstadt--> Nitteldistanz Chiemseetriathlon-->Olympische Distanz Karlsfeld) durchaus belegten, Aber eine vermeintlich gute Form in ein zählbares Langdistanzergebnis um zu setzen ist trotzdem nochmal eine ganz besondere Herausforderung, die auch nicht nur von einem selbst abhängt, sondern eben auch von Faktoren, die man nicht alle selbst kontrollieren kann... eben auch vom Glück bzw. vielmehr davon (siehe Heikes Rennen), von Pech verschont zu bleiben!

Den ausführlichen (objektiv journalistischen) Rennbericht vom Ostseeman findet man übrigens hier auf der Website des Triathlon-Magazin, auf Tri-Time.de, auf Triathlon.de oder auch auf der Website des Flensburger Tagblattes.

alt

In dieser Szenerie unten schrieb ich am Morgen nach dem Wettkampf, nachdem mich die senile Bettflucht schon um halb 6 Uhr fürh aus dem Bett gerieben hatte, den ersten Teil dieses Blogs. Kein Wunder, dass ich bei derartiger Ablenkung mit dem Text erstmal nicht fertig geworden bin ;-)

Zeichen

Nun sind wir endlich an der Ostsee. Genauer gesagt in einem kleinen Ferienhäuschen, direkt am Strand, außerhalb von Glücksburg. Wir lassen es uns gut gehen.  Es ist herrlich hier. Meinen Kaffee trinke ich aus einer Friesischen Teetasse.:-)


Noch 14 Stunden bis zum Start des Ostseeman.

Wir werden an der Startlinie stehen. Auch wenn mir die ganze Saison über Zeichen gesetzt wurden, dies besser nicht zu tun...


Ende April falle ich vom Rad und breche mir mehrmals den kleinen Finger. Er wurde wieder zusammengeschraubt. Zusätzlich eingegipst. Ein Zeichen. Trete endlich kürzer und gib Ruhe, heißt es um mich herum. War das solch ein Zeichen ?

Ich trainiere natürlich trotzdem weiter, mache mit Gipshand einen Wettkampf. Anfang Juni streikt dann mein S1-Wirbel und die Nervenwurzel dazu. Ich kann nicht mehr auftreten. Trete endlich kürzer und gib Ruhe, heißt es wieder um mich herum. Das nächste Zeichen ? 10 Wochen fahre ich Fahrrad und schwimme. Auf das Laufen muss icherst mal verzichten. 2 Mitteldistanzen werden trotzdem zufriedenstellend absolviert.:-)

Ab der zweiten Juliwoche kann ich wieder schmerzfrei laufen. Werde bei der Olympischen Distanz in Karlsfeld, meinem Lieblingsrennen, Zweite. Hab endlich mal wieder das Gefühl es geht noch. Motiviert unterstütze ich mein Ligateam und starte in Schongau über die Olympische Distanz, bei einem Windschattenrennen, mit Frederics Rad….. bleibe bei extremen Platzregen in einem tiefen Loch in der Straße hängen und stürze (Gefinisht habe ich natürlich trotzdem, das ist bei einem Mannschaftsrennen Ehrensache). Klar ! Meine Schulter kann ich immer noch kaum bewegen. Schmerzen ! Beim Röntgen war ich lieber noch nicht. Das kann ich ja alles nach dem Ostseeman erledigen. Das nächste Zeichen ? Kann nicht sein. Ständig falle ich vom Rad. Ich ordne das einfach mal in die Schublade „Zu dumm zum Radfahren“ ein. :-) 

Morgen starte ich mit der Startnummer 13 ! 13 ! Ihr habt richtig gelesen. Bei den Olympischen Spielen im Triathlon wird diese Startnummer nicht vergeben. Klar, weil ich sie ja jetzt schon habe ! 13 ! Soll das ein weiteres Zeichen sein ? Gib Ruhe !

Ich bin gaaaanz ruhig. Zeichen sind zum Ignorieren da ! Überlege bloß, wie ich beim Schwimmen heil um die erste Boje herum komme. Meine Sprintfähigkeiten haben im Alter stark nachgelassen. Heute beim Einchecken muss ich mir noch einmal ansehen, wie weit es zur ersten Boje ist. Bis dorthin wird wahrscheinlich gelaufen werden, so seicht geht es vom Strand in die Ostsee hinein. Die Bevölkerung lebt diesen Ostseeman hier. Die Begeisterung ist zu spüren. Ein Zeichen ? Ja, ein Finish muss her. Nur ein bisschen warm schwimmen, 6 Runden radeln und 5 Runden laufen. Immer schön in Runden denken ! :-)

Unter den vielen harmlosen Quallen in der Ostsee befinden sich auch einige Feuerquallen. Hallo ? Ein Zeichen ? Es wurden mir schon genug Zeichen gesetzt. Die Quallen sind für die Konkurrenz ! :-) Es starten immerhin noch andere 1500 Athleten.

Drückt mir die Daumen ! Ich habe übrigens die Startnummer 13 !

Morgen habe ich viel Zeit zum Nachdenken ….über Ruhe !

Macht´s gut

Heike

 

 

 

Welches Sackerl hätten´s denn gern ?

Gut, auch wenn es jetzt nur noch 8 Tage bis zum Start des Ostseeman sind, muss ich mich trotzdem wundern. Meine Speisekammer quillt über, ohne dass ich sehr viel einkaufen gehe.  Nein, nicht die viele, vor Harald versteckte Schokolade, braucht so viel Platz, nicht die Kisten voller Studentenfutter oder Rosinen. Es sind die vielen Wechselbeutel ! :-)

Harald und ich betreiben nun seit 24 Jahren Triathlon. Zu Beginn unserer Karriere bekam man bei nahezu jedem Wettkampf seine Startnummer in einer Plastiktüte. Diese wurde in die Wechselzone gelegt und war nach dem Rennen meistens eh kaputt, so dass man sie für diverse Einkäufe nicht mehr hernehmen konnte. Manchmal konnte man auch die Laufschuhe einfach neben das Rad stellen. Es ergab ein recht buntes Bild. Quietschbunte Triathlonklamotten, bunte Helme (noch keine Zeitfahrhelme), Fahrräder, von Marken, die heute keiner mehr kennt :-) Von gleichfarbigen Bademützen war noch keine Rede ! :-)

Nach unserem ersten Start in Roth, waren wir irre stolz auf die Jutetaschen, die wir dort bekommen hatten. Diese kamen danach fast bei jedem anderen Start zum Einsatz. Nun kam die Zeit, in der umweltfreundlich gedacht wurde. Es wurden weder Plastiküten, noch Jutesäcke, geschweige denn Sicherheitsnadeln bei der Startunterlagenausgabe mehr ausgegeben. Jeder Athlet musste sich seine Sachen selbst mitbringen. Es lagen nun die verschiedensten Beutel in den Wechselzonen. Manchmal konnte man auch die Laufschuhe einfach neben das Rad stellen, weil gar keine Beutel verlangt waren. 

Wir hatten ja unseren Jutesack aus Roth. :-)

Vor einigen Jahren aber begann die Zeit der „stylischen Wechselzonen“. Alles sollte einheitlich sein ! Gleichfarbige Wechselbeutel …..manche Firmen versuchten sogar, dass die Triathleten die gleichen Neoprens und Triathlonanzüge anhatten oder die gleichen Räder fuhren :-) (Ich erinnere mich an einen Wettkampf, als 40 % der Räder in einer Wechselzone von der Marke C…. waren ?)

Wir erhielten ab sofort bei jedem Wettkampf drei verschieden farbige Wechselbeutel. Jute war wieder zwar wieder out, aber es gab ab sofort Beutel aus anderen widerstandsfähigen Materialen !

Auch die Sache mit den Rädern gaben die verschiedensten Firmen völlig verzweifelt auf und die Veranstalter besorgten sich „Radhussen“ :-) Beim Einchecken in die Wechselzone bekam nun jeder Athlet ein Sackerl für sein Fahrrad. Es war geschafft ! Die Wechselzonen waren nun wie aus dem Ei gepellt. Nichts störte mehr das Auge ! :-)

Seit dieser Tage sammeln wir nun zu fünft unsere Sackerl. Wir verwenden sie als Schuhsackerl, damit der Koffer oder die Tasche nicht gar so stinkt.:-) Manchmal müssen sie als Neotasche herhalten, als Turnbeutel oder eben als Versteck für die Schokolade, die Harald nicht finden soll. :-) Wenn die Kinder bei einer Veranstaltung mal kein Sackerl bekommen, aber eines brauchen, dann heißt es: „Welches Sackerl hättest denn gern ?“ Meistens nehmen sie ein richtig auffälliges Sackerl. :-) Dummerweise haben genau dieses Sackerl einige weitere Schüler, da deren Eltern, wie auch 1000 andere Athleten, zufällig den gleichen Wettkampf absolviert haben, wie Harald und ich. :-)

Am letzten Wochenende waren Harald und Frederic beim Chiemseeschwimmen aktiv, einem Traditionswettkampf, bei dem man mit dem Dampfer von Ubersee auf die Fraueninsel fährt und anschließend quer durch den Chiemsee rund 4,6km zurück krault. Für Frederic war es der bisher längste Wettkampf seiner Ausdauersportkarriere und er schlug sich bravourös und verpasste nur um 8s das Stockerl der Gesamtwertung, die natürlich von Schwimmspezialisten dominiert wurde. Seine Altersklasse, bei der er als (noch) 14-jähriger zusammen mit 16- und 17-jährigen gewertet wurde gewann er natürlich überlegen. Harald nutzte den langen Schwimmwettkampf als wettkampfspezifisches Training für die 3,8km beim Ostseeman. Er begann geplant im Schwimm-GA1-Tempo, um dann auf der zweiten Hälfte der Distanz noch Tempo zu machen. Vor zwei Jahren war er beim selben Wettkampf hintenraus noch heftig überhitzt. Dieses Mal war die Krafteinteilung scheinbar gelungener, denn die Gesamtzeit war eine Minute schneller als 2010, aber die 8 Minuten Rückstand auf Frederic dokumentierten gleichwohl die mittlerweile veränderte innerfamiliären Kräfteverhältnisse zumindest in der Disziplin Schwimmen

Ergebnisse im Detail gibt es hier.

 

 

Übrigens starte ich morgen noch über eine Olympische Distanz. Liga! Vielleicht kommen noch einmal ein paar Sackerl dazu. :-) Diese stopfe ich dann in einen der drei großen Wechselbeutel, in dem sich je ca. 50 weitere befinden. :-)….und sie müssen in der Speisekammer bleiben. Immer griffbereit ! :-) Obwohl ich mir evtl. mal überlegen sollte, ob ich denn wirklich an die 150 Wechselbeutel auf einmal brauchen werde. Vielleicht finde ich doch noch einen anderen Stauraum. :-)

Wie sieht es eigentlich beim Ostseeman aus ? Gibt es welche ? Na, hoffentlich ! Nach dem Urlaub an der Ostsee, brauchen wir immerhin einige Sackerl für die Schmutzwäsche ! :-)

So, ich wünsche euch noch eine schöne Zeit !

Einige von euch sehen wir bestimmt beim Ostseeman.

Bis dann

Heike

P.S.: Übrigens sammeln wir auch Radhussen. Diese liegen schön gestapelt in der Garage. :-)

Entdeckt

Das nette Bild von der Siegerehrung habe ich durch Zufall entdeckt. Wir konnten ja Frederic leider nicht mehr beklatschen. Nun haben wir wenigstens dieses BIld und...die Rose steht noch in der Küche :-)
Beiträge über Grimma gibt es unter:
und

Durchgeknallt ?

Eigentlich müssen wir völlig verrückt sein ?! 

Letzten Sonntag kamen wir erst spät abends vom Challenge Roth zurück. Dort war ich ja bekanntlich beim Junior Challenge am Freitag und Samstag sportliche Schirmherrin und durfte bei den verschiedenen Kindertriathlons Startschuss geben und Medaillen umhängen. War wirklich eine tolle und rundum gelungene Veranstaltung, bei der weder die Teilnehmer noch die Betreuer und Begleiter zu kurz kamen. Es gab nicht nur für die Athleten Kuchen, Obst und Gegrilltes. Bei einer Tombola konnten die Kinder zahlreiche Preise absahnen. Hat nicht nur mir Spaß gemacht. Rund 800 Leuten an zwei Tagen Medaillen umhängen, unzählige Hände schütteln ist auch nicht so ganz ohne ;-)

Unsere Kinder starteten auch und Anna-Marie erreichte in der Jugend A einen hervorragenden 4. Platz. Marci reihte sich in seiner Altersklasse auf Rang 19 im Mittelfeld ein. Harald und ich gingen mit Frederic in der Wertung der Familienstaffeln an den Start. In  der zweiten Startgruppe konnte ich nach 200 m Schwimmen den Chip an Harald als Erste übergeben. Harald durchpflügte, während der 10 km, mit seinem Zeitfahrrad teilweise das Feld der 10 Minuten zuvor gestarteten ersten Startgruppe und übergab den Chip an Frederic ebenfalls als Erster. Frederic knallte die 2,5 km Schotter-Laufstrecke in einem Schnitt von 3:04 min pro Kilometer herunter und lief ca. als Gesamt Fünftplatzierter von beiden Startgruppen ins Ziel :-) Wir hatten also gewonnen :-) Die Staffel machte Lust auf mehr und war  ein kleiner Vorgeschmack auf weitere Staffeln (ein bisschen liebäugeln wir ja damit, in ein paar Jahren mit einer Familienstaffel bei der Challenge Roth über die Ironman-Distanzen an den Start zu gehen  :-)....Ob Frederic aber in ein paar Jahren mit seinen alten Eltern noch starten will, das steht in den Sternen :-)

Am Challenge Sonntag waren wir dann mit dem Rad in Roth und Umgebung unterwegs und feuerten Schwager/ Bruder/ Onkel Martin kräftig über seine Langdistanz an. Nebenbei konnten wir selbst ein wenig trainieren (Frederic sprang vormittags mal eben für einige Kilometer in den Rothsee, während wir denselbigen laufend umrundeten) und verließen Franken erst spät abends wieder, um gegen Mitternacht wieder daheim in Unterwössen anzukommen.

Wir waren also zu Beginn der Woche erst einmal richtig geplättet. So, als hätten wir die Langdistanz schon selbst gefinisht. Dabei sollte es doch erst richtig los gehen :-)

Die meisten Taschen habe ich die Arbeitswoche über gar nicht ausgepackt, wollten (?) wir am Freitag doch schon wieder auf die Autobahn.

Deutsche Meisterschaften der Jugend und Juniorenin Grimma (Frederics absoluter Saisonhöhepunkt)standen an.

Frederic war gut vorbereitet und konnte sein Rennen wie ein junges Rennpferd gar nicht erwarten.

Leider benötigten wir bei dem Reiseverkehr am Freitag und wegen diverser Baustellen siebeneinhalb Stunden nach Grimma. Naja. die Woche zuvor dauerten die 280km nach Roth auch staubedingt fünf Stunden, so dass diese Verzögerungen durchaus nicht überraschend kamen...Nach unserer Ankunft testeten wir gleich einmal mit Neo schwimmend die Strömungsverhältnisse in der relativen kühlen Mulde (so heißt der Fluss, in dem Frederic tags zuvor schwimmen solte) :-) So wurden wir wenigstens wieder ein wenig wach :-)

Erst danach ging es ins Hotel, wo sich schon alle anderen bayerischen Athleten, die Trainer und einige Eltern befanden. Gute Stimmung im Team! Gespannte Erwartung, was der nächste Tag, auf den jeder der Kaderathleten über viele Monate hinweg akribisch hintrainiert hatte, wohl bringen mag...

Das Wetter am Samstag ließ erst einmal zu wünschen übrig. Immer wieder gab es Sturm, Regen, Hagel und Sonne abwechselnd. Die Straßen waren nass. Bei einer 5 km Runde, mit je 15 Kurven, einem längeren Berg von 9% Steigung und vielen Kopfsteinpflaster-Passagen keine leichte zu absolvierende Radstrecke für den Nachwuchs.

Der eigentliche Wettkampf begann erst am Samstag, um 17 Uhr, mit dem Rennen der Juniorinnen.  Seit 16 Uhr hatte es nicht mehr geregnet. Die Sonne hatte sich endlich durchgesetzt. Bei den Juniorinnen gab es gleich die erste Medaille für Bayern. Platz 2 für Marlene Gomez-Islinger. Außerdem erreichten die Bayerischen Athletinnen noch einen 5. und 8. Rang, was Platz 2 in der Mannschaftswertung bedeutete. Super ! :-)

Motivation für die nächsten Rennen !

Schülerinnen A: Sarah Neukam holte hier ebenfalls einen Deutschen Vizetitel. Mit Rang 11 für Laura Pfohl, Frederics Vereinskollegin von der SG Katek Grassau und einen 12. Platz von Anabel Knoll sprang ein 3. Platz in der Mannschaftswertung heraus. Klasse!

Weiterer Motivationsschub für die nächsten Rennen !

Frederic hatte mittlerweile eingecheckt, sich warm gelaufen und den Neo angezogen.

Punkt 18.35 Uhr durften 80 vor Kraft  und beginnendem pubertätsbedingtem Testosteroneinschuss strotzende Jugendliche ins Wasser zum Einschwimmen. Schon hier hatte man beim Zusehen das Gefühl, der Wettkampf hätte schon begonnen ! Weit gefehlt.

Das ist noch nicht der Wettkampf, sondern das Schwimmen zur eigentlichen Startlinie (und gleichzeitig natürlich der Kampf um die beste Startposition)

Alle Jugend B Athleten mussten noch einmal aus dem Wasser, um vor dem offiziellen Start über die Zeitmatte zu gehen.

18.45 Uhr Startschuss für Frederic.

Und da es eben sein Rennen war und wir als Eltern nur bangend, hoffend und anfeuernd am Straßenrand standen, sollte er das Rennen auch selbst erzählen! Hier ist sein Bericht :-)

Grimma – Am Samstag, den 14.7.2012 fanden für mich, Frederic Funk, die Deutschen Meisterschaften im Triathlon in Grimma/Sachsen  statt. Schon am Freitagvormittag ging es los auf eine knapp 8-stündige Autofahrt, die immer wieder durch Staus unterbrochen wurde. Am Abend angekommen wurden erst einmal die Strecken besichtigt: Schwimmen war in einem Fluss, der Mulde, wo man erst gegen die Strömung bis zu einer Wendeboje schwimmen musste und dann mit der Strömung zurück. Das Radfahren bestand aus 3 kurvigen Runden. In jeder Runde war ein längerer Berg zu absolvieren, was ein kleiner Vorteil für mich sein könnte, weil es bei uns in der Gegend nicht viel anderes gibt. Die dritte Disziplin, das Laufen, ging 2 Runden auf Kopfsteinpflaster durch die Altstadt.
Da der Start erst am Samstagabend war konnte ich ausschlafen und dann in Ruhe mit dem Bayern-Kader frühstücken. Um 14:30Uhr haben wir dann unsere Startunterlagen bekommen und ab 17Uhr konnte man das Rad und die Laufschuhe in die jeweiligen Wechselzonen einchecken. Dann ging alles kurz auf knapp: einlaufen, Neopren anziehen (Dieser war in meiner Altersklasse beim Schwimmen Pflicht, weil das Wasser doch nur  18°C hatte), einschwimmen und pünktlich um 18:45 Uhr abends fiel der Startschuss. Meine Altersklasse war, wie auch schon beim letzten Deutschland Cup, mit knapp 80 Jugendlichen die teilnehmerstärkste Altersklasse. Die Mulde war nur knapp 50m breit. So wurde nach dem Startschuss erst einmal heftig um die besten Schwimmpositionen „geprügelt“. Ich konnte mich gut durchsetzen und ging ungefähr als 10ter an die Wendeboje. Auf dem Rückweg hab ich dann eine Aufholjagd gestartet und bin als dritter aus dem Wasser.


Der Wechsel verlief gut und mit drei anderen sprang ich dann aufs Rad. Da der Berg unmittelbar nach der Wechselzone kam, machten die anderen erst einmal richtig Druck. Ich konnte aber gut folgen, sparte aber meine Kraft für das flachere Stück an der Spitze des Berges, weil ich wusste, da werden die anderen dann keine Kraft mehr haben. So war es. Ich konnte mich erst 50m, dann 100m schließlich rund 200m vor die Gruppe setzen und fuhr dann so alleine 2 der 3 Runden ohne schützenden Windschatten. Dies hätte ich (rückblickend betrachtet) wohl erst ab der 2ten Runde statt der ab der ersten Runde machen sollen, denn mir selbst  ging auch irgendwann die Kraft aus und so ließ ich mich in die inzwischen nur noch zwei Mann starke Verfolgergruppe  zurückfallen. Die letzte Runde haben wir noch gut harmoniert und uns mit dem Vorfahren abgewechselt.

Dann kam auch schon der zweite Wechsel und das Laufen. Die Positionen ergaben sich schnell. Peer Sönksen (Mecklenburg-Vorpommern), welcher auch den ersten Deutschland Cup in Halle gewonnen hatte, lief schnell von mir weg, weil ich immer noch leicht vom Radfahren angeschlagen war.

(Frederic hinter 

Da Laufen eigentlich eine meiner Stärken ist konnte ich mich aber immerhin schnell vom Drittplatzierten absetzten und so liefen wir 2 Runden und dann ab ins Ziel. Mit der Bayernfahne in den Händen machte ich einen sehenswerten Zieleinlauf und freute mich über den Deutschen Vize Meister- Titel.
Bei der Siegerehrung hab ich dann noch mein erstes Preisgeld (30€ ;-) ) abgesahnt und am Tag darauf ging es auch schon wieder heim. Mit diesem Titel werde ich für die kommende Saison sehr zuversichtlich sein, auch wenn ich nächstes Jahr wieder (dann steige ich auf ich in die Jugend A) der jüngere Jahrgang im Starterfeld, dass bei den Jugend- und Schülerklassen jeweils zwei Jahrgänge umfasst, sein werde.


Also noch zwei Vizemeistertitel für Bayern ! Einzelmedaille für Frederic und in der Mannschaftswertung der Jugend B, denn die anderen bayerischen Starter Niklas Schumann und Arthur Gousset erreichten einen 12. Und 15. Rang.

Bei der weiblichen Jugend B überzeugte einmal mehr Michelle Braun mit einem 4. Platz ! :-)

Ergebnisse unter : http://www.dtu-info.de/ergebnisse.html

Gegen 20.30 Uhr packten wir wieder das Auto. Frederic wollte in Grimma bleiben, um natürlich die Siegerehrung ausgiebig zu genießen, am Sonntag noch die weiteren bayerischen Athleten (Junioren und Jugend A) anzufeuern und dann erst  mit Freunden zurück nach Unterwössen zu fahren. Die Meisterschaften waren wirklich sehr gut organisiert. Hier muss man den Organisatoren ein großes Lob aussprechen. Bei den vielen verschiedenen Distanzen, die die Jugend zu absolvieren hatte, keine leichte Angelegenheit . Auch die Anwohner blieben völlig entspannt, obwohl sie überall zugeparkt wurden !

Harald und ich mussten Grimma schon am Samstag wieder verlassen. Wollten wir doch am Sonntag beim Karlsfelder Triathlon über die Olympische Distanz starten.

Mittlerweile hatten wir unser Adrenalin verschossen. Müdigkeit stellte sich ein.

Trotz allem stand uns eine 3-stündige Autofahrt nach Nürnberg bevor. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Restaurant mit dem großen gelben M und an einer Tankstelle, erreichten wir nach Mitternacht mein altes Zuhause in Röthenbach an der Pegnitz.

Einige Stunden später knapp vor 5 Uhr klingelte der Wecker unbarmherzig schon wieder. Kurzes Frühstück und wir begaben uns wieder auf die Autobahn Richtung München.

Müde ! Ausgepumpt ! Aber motiviert ! :-)

Gott sei Dank waren wir rechtzeitig am Wettkampfort in Karlsfeld, da meine Scheibe ungeplant mal wieder einen Schleicher aufwies und Luft verlor. So geriet Harald in Vorwettkampfstress und musste 15 Minuten vor Schließen der Wechselzone auf die Schnelle nochmal einen Schlauch wechseln. Aber das liebt er ! :-)

Auch wir konnten es Frederic und den anderen bayerischen Athleten nachmachen und finishten beide als Gesamt Zweitplatzierte (1. AK). :-)

Bei den Herren gewann Markus Hörmann mit einer souveränen Laufzeit von 32 min, die es ihm möglich machte, den deutliche Vorsprung von Harald nach dem Radfahren noch zu egalisieren . Dritter wurde Ralf Preissl. Bei den Damen siegte ebenfalls eine starke Läuferin, Astrid Zunner-Ferstl. Immerhin konnten Harald und ich als erste vom Rad steigen :-) Ich konnte froh sein, dass die Laufstrecke nicht noch einmal 300 m länger war, sonst hätte ich womöglich den zweiten Platz nicht halten können. So konnte ich doch noch knapp vor Heike Priess ins Ziel laufen :-)

Der Karlsfelder Triathlon ist seit Jahren ein Traditionsrennen in Bayern. Immer top organisiert, zahlreiche Zuschauer und gut besucht !

Während des Rennens wurde ich ab und an wach :-) Laufen können Harald und ich wieder schmerzfrei ! Das lässt auf mehr hoffen :-). Die Saison begann gesundheitsbedingt doch sehr holprig, aber jetzt knapp vor dem Ostseeman hat sich anscheinend die Form doch noch halbwegs eingestellt, auch wenn uns natürlich einige Lauf- und Radkilometer fehlen, die man in der Kürze der restlichen Vorbereitungszeit schwerlich nachholen kann.

Am Nachmittag begaben wir uns dann abermals auf die Autobahn Richtung Süden.

2 Stunden später, aber nach gesamt gefahrenen 1300 PKW-km über das Wochenende kamen wir wieder in Unterwössen an.

Nun sind wir erst einmal platt !

Nächstes Wochenende bleiben wir definitv daheim ! Die Taschen habe ich schon wieder ausgepackt ! :-)

Gute Erholung !

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