Martins Tri-Blog

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders – Nachtrag der Ehefrau

 

Liebe Martins Tri-Blog Leser...


nachdem ich geschätze 25 Mal vorletzte Woche bei Bayern 3 angerufen habe und auch meine Email dort mit Nichtbeachtung gestraft wurde, muss ich nun dieses Medium wählen, um eine ganz andere Sichtweise der letzten Monate kundzutun. MEINE! Keine Ahnung, wie viele der in Deutschland lebenden Männer auch gleichzeitig Hobby-Triathleten sind, meiner ist es ja offensichtlich, und ich finde, wir Ehefrauen sind bei der Berichterstattung der letzten Wochen und Monate eindeutig unterrepräsentiert! Hier also nun mein Beitrag zu mehr Gleichberechtigung und Gerichtigkeit …  

 Wie alles begann... 

Da fährt man nichts ahnend Anfang des Jahres auf der A9 Richtung Nürnberg und bemerkt irgendwann, dass der Mann die angedachte Fahrtroute plötzlich geändert hat. Nachdem der kleine Ort Greding auf der Landstraße hinter einem gelassen wurde, kommt man sich auf den folgenden 30km vor wie neben einem Bobfahrer kurz vor der Weltmeisterschaft. Hinters Lenkrad gekauert, mit zusammen gekniffenen Augen wird mir nun monoton vorgebetet wie der aktuelle Fahrbahn-Belag unter uns ist und wann ich wo abbremsen und beschleunigen müsste…Das erste und eindeutige Zeichen für den Saisonstart - Juhu!!!
Die nächsten Wochen verlaufen dann immer gleich mit Kommentaren, wie „Ich bin viel zu fett! Warum hab ich über den Winter nur nicht weitertrainiert“ oder: „Du musst mir da jetzt wirklich helfen, ohne deine Unterstützung schaff ich es nicht“, „Ich geh morgen laufen, heute ist es zu…nass, dunkel, kalt, spät…“, „Bitte kauf keine Süßigkeiten mehr, die muss ich dann nur wieder essen“. 

 Permanente Stimmungsschwankungen, immer abhängig  vom Wetter, Essen, Trainingsstand. Ich schäme mich immer, wenn meine Kolleginnen freitags hoffen, dass das Wetter am WE schön wird. Ich hoffe nämlich immer, dass  es aus Eimern regnet, denn dann haben wir wenigstens den Samstag für uns und ich bin nicht den ganzen Vormittag allein, weil mein Mann drei Stunden auf dem Rad sitzt. 

Die Challenge-Countdown

Die Uhr läuft gnadenlos runter und die letzten Wochen kurz vor dem Wettkampf werden dann richtig stressig: Ernsthaftes Training, neue Investitionen in Neo, Einteiler, Sattel, etc. In diesem Jahr kam erschwerend hinzu, dass kurz vorher Fußball-EM war, und das hat meinen Mann nicht im geringsten davon abgehalten, Bier aus Fässern und Würste vom Grill zu sich zu nehmen. In viel zu großen Mengen für seine Wettkampfvorbereitung! Langsam keimt in mir Panik auf, was passieren würde, wenn er NICHT finished, wenn er diese „Schmach“ NICHT tilgen kann…OMG!!!!
Kurz vor dem Wettkampf: hitzige Diskussionen darüber, ob er am Freitag stundenlang über die Messe tingeln soll oder am Samstag (EINEN Tag vor dem Wettkampf) beim Zuschauen der restlichen Funkfamily sich im Rother Freibad die Beine in den Bauch stehen soll. Ich mache eine klare Ansage und drohe mit Sanktionen, wenn er kommt…interessiert ihn nicht, dauert keine 2 Stunden, da steht er strahlend neben mir. Bitte...

Sehr kurze Nacht für mich, hatte starke Magenschmerzen und konnte kaum schlafen. Gute Nachricht, Martin hat gut geschlafen. Schwimmstart, das erste Mal (an diesem Tag) Kloss im Hals, Tausende Menschen säumen schon die Wege, Nebel steigt auf, die Nationalhymnen werden gespielt, die Profis gehen ins Wasser…Gänsehaut pur...

Endlich! Martin ist gestartet, der längste Tag des Jahres hat begonnen!!! Hoffentlich klappt alles, bitte lass Ihn keinen Krampf bekommen und einigermaßen fit aufs Rad steigen. Mein Zeitplan sagt, er müsste jeden Moment kommen…und tatsächlich mit nur vier Minuten Verspätung zieht er motiviert und gutaussehend an uns vorbei-Gott sei Dank. Von diesem Moment an gebe ich zu, hatte ich nur noch einmal eine kurze Panikattacke, als wir feststellten, dass er wohl irgendwo 30 Minuten verloren hatte und wir nicht wussten, was passiert war.

Das Ziel


Ich habe wohl kaum einen Zieleinlauf so sehr genossen wie diesen (Ja, auch wenn ich nicht geweint habe!). Martin hatte sich die Strecke wirklich gut eingeteilt und aus der Radpanne eher Motivation geschöpft. Ich bin unheimlich stolz auf meinen Eisenmann!

 Das Fazit

 
Liebe Ehefrauen/Partner, leider muss ich Euch sagen, dass es neben dem Fußball wohl kaum eine andere Sportart gibt, bei der EIN Motto so sehr zutrifft wie hier: „Nach dem Triathlon ist vor dem Triathlon…“ Sorry, aber auch für Euch heißt es für nächstes Jahr wieder: Quäl Dich Du Sau!!!

Noch 354 Tage bis zum nächsten Roth!!!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 21

 

Es ist 4.05 Uhr - Gerade gibt es Nudeln mit Apfelmus zum Frühstück. Auch die dritte Tasse Cafe hat leider noch nicht das erwünschte Ergebnis (WC statt Dixi-Klo!) erreicht. Trotzdem habe ich noch einmal die Zeit gefunden, Euch einen letzten Eintrag in meinen Blog zu schreiben. 15 Gründe, warum ich heute nicht scheitern darf...
...weil ich die "Schmach von Roth" von Roth 2008 endlich tilgen muss.
...weil Geli auf mich wieder stolz sein soll und soviel mit mir zuletzt erleiden musste.
...weil ich genügend trainiert habe.
...weil so viele Freunde, Familie und Bekannte extra wegen mir zu Strecke kommen.
...weil ich Harald und Heike nicht bestätigen darf, dass ich zu weich bin.
...weil das ganze Training monatelang völlig umsonst gewesen wäre.
...weil aussteigen kann JEDER. Kaum einer steigt in Roth aus.
...weil selbst mit 15 Stunden zu finishen immer noch besser ist, als auszusteigen.
...weil Frederik seinen Onkel mal finishen sehen soll.
...weil alle Neffen und Nichten stolz auf Ihren Onkel sein sollen.
...weil alle meine Kollegen mich nach meinem Finish fragen und ich diesmal keine Ausrede (Wetter) haben werde.
...weil der Zieleinlauf zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens gehört.
...weil auch beim Kleeblatt viele wissen, dass ich hier teilnehme.
...weil der Schmerz über das Aussteigen viel schlimmer ist, als die Schmerzen während des Wettkampf
...weil ich ein Eisenmann bin!
Noch 2, 5 Stunden bis Roth!!!

 

Das Tagebuch/Video des verheimlichten Triathlon-Bruders - ENDE

ES IST VOLLBRACHT - die "Schmach von Roth 2008" ist getilgt.

Es war ein Höllenwettkampf mit viel psychologischen, körperlichen wie technischen Auf und Abs. Schwimmen lief gemessen an 2 Monaten Training mit 1:08 ganz ordentlich, auf dem Rad fühlte ich mich anfangs gut - bis...ja bis mir 1 km vor dem Seligenstädter Berg ein "Sportskamerad" ins Vorderrad fuhr und ich danach mit Vorder- und Hinterreifen gegen ein Bordstein knallte. Kette hatte sich verhakt, ging aber nach kurzer Pause weiter. Allerdings 6 km später hatte ich dann doch einen Platten. Das erste Mal sowohl im Wettkampf wie auch im Training! Ganze 30 (!) Minuten brauchte ich zum Wechseln des hinteren Schlauches. Ganz ehrlich, ich wollte aufgeben - aber nicht schon wieder dachte ich mir und quälte mich bei ekligem Gegenwind weiter. Trotz Krämpfen im Oberschenkel (ab KM 90) und unglaublichen Knieschmerzen erreichte ich die zweite Wechselzone in 6:27. Abzüglich des Radunfalls und der Pannenpause doch noch eine ordentliche Radzeit. Der Marathon stand dann von Kilomter 1 nur unter dem Motto irgendwie Ankommen. Ich bin sehr viel gegangen ab KM 8 und nach 5:08 (ja ich schäme mich-)), dann auch ins Ziel gekommen.
Es war trotzdem das emotionalste und schönste Finish von alle sieben Langdistanz-Events. Ich bin jetzt körperlich am Ende, aber überglücklich!!!! Danke an alle, die mir die Daumen gedrückt haben!
ICH HABE ROTH endlich wieder bezwungen!!!!!!!
PS Für alle, die meinen Wettkampf noch einmal miterleben wollen, habe ich auf youtube ein kleines Foto/Video reingestelllt. Titel: "Challenge Roth 2012 - die Schmach ist getilgt..."

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 20

Scham, Angst und Vorfreude...

 

Gut 23 Stunden dauert es noch. Dann beginnt nach Monaten der mehr oder weniger konsequenten Vorbereitung mein längster Tage des Jahres.
Ich weiß nicht, ob es gerade ein Vorteil ist, dass ich mich durchaus schon als "alter Hase" in Sachen Langdistanz-Finishs (6mal) bezeichnen kann. Natürlich spielt der Kopf beim Triathlon eine wahnsinnig wichtige Rolle, und der sagt mir, dass der Umfang meines Trainings sicher schon weniger war. Aber der Kopf weiß eben auch, welche Anstrengungen, ja Höllenqualen morgen auf mich zukommen werden. Kein Athlet durchlebt diesen Wettkampf ohne den Kampf gegen den inneren Schweinehund. Schon gar nicht ein Starter wie ich, der den Sport liebt, aber nie gänzlich in den Mittelpunkt seines Lebens gerückt hat. Will meinen: Auch während der diesjährigen EM habe ich nie auf Alkohol, Grillfleisch oder Chips und Süßigkeiten verzichtet.
Das Ergebnis: Als ich gestern meine Startunterlagen in Roth abgeholt habe, kam ich mir fast vor wie ein Aussätziger. Sportler aus ganz Europa standen um mich herum und fast jeder wirkte auf mich wie ein Asket, der gerade sechs Monate Höhentrainingslager in Chile hinter sich hatte. Aber auch dieses Gefühl kenne ich von den bisherigen Anmeldungen. Nur gut, dass ich die Kollegen nicht nach ihren jeweiligen Trainingsumfängen gefragt habe...
Meine "Vorbereitung" sah natürlich auch vor, meine Beine standesgemäß der Haare zu entledigen. Und dafür bin ich erstmals und wohl auch letztmals in eine professionelles "WAX-Studio" gegangen. Das war gleich um die Ecke von meinem Arbeitsplatz und da ich mich fast immer bei so was schneide und unendlich lange brauche - gab ich die 35 Euro aus. Männer, ich kann Euch sagen: seid froh, dass ihr nicht zwei XX-Chromosome in die Wiege gelegt bekommen habt. Die Dame, die bei mir das warme Wachs immer wieder aufgetragen hat, arbeitet nebenberuflich noch im Schlachthof. Vielleicht waren DAS ja schon die größten Leiden vor Roth...
Tja sicher fragt Ihr Euch gerade, wie ich mich gerade fühle. Bisher überwog die Angst, dass ich noch einmal in Roth scheitern könnte. Vor vier Jahren musste ich das erste und hoffentlich auch letzte Mal bei einem Triathlon aussteigen. Es waren 11 Grad, es regnete wie aus Kübeln und ich dachte mir damals: Ach, auf die Regenjacke kannst du ruhig verzichten. Tolle Idee!! Nach 40 Km Rad musste ich völlig unterkühlt und ohne jeglichen Kampfgeist aussteigen. Noch am Abend meldete ich mich zwar für "Cologne226" an und finishte dort auch Wochen später - trotzdem ist dieser Tag im Juli 2008 für mich als die "Schmach von Roth" in meine persönlichen Annalen eingegangen. Diese Schmach gilt es morgen zu tilgen. Denn für mich steht über allem IMMER das Finish und nicht die Zeit.
Weil ich zuletzt natürlich oft an dieses Ausscheiden gedacht habe, stieg natürlich auch diesmal die Angst, dass meine Familie und Freunde wieder vergeblich an die Strecke kommen könnten. Aber diese Angst wurde gestern Mittag deutlich gemildert: Da rief mich ein lieber Freund und Arbeitskollege an. Sebastian zeigte 2008, also bei genau jener Regenschlacht, DEN Biss, den ich nicht hatte. Als er damals ins Ziel kam, verdrückte ich mehr als eine Träne. Vor Freude! Denn ich durfte Sebastian fast ein Jahr lang auf dem langen Weg zum ersten Finish mit ein paar (Trainings-)Tipps zur Seite stehen. Sein Finish tröstete mich damals über mein Versagen.
Ja, und genau jener Sebastian rief mich gestern an und war total aufgeregt, weil er "so neidisch" auf mich wäre. Er hätte jetzt auch gerne dieses Gefühl, bald auf die Rennstrecke losgelassen zu werden. Seine Begeisterung darüber, dass ich nach vier Jahren Pause wieder mitmache, hat sich auf mich übertragen. Jetzt spüre auch ich Vorfreude. In diesem Sinne: Roth, ich komme!!!
Noch knapp 22 Stunden bis zu meinem Start um 7 Uhr!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 19


Ist DAS meine Glückszahl???

Seit einigen Tagen stehen die Startnummern von Roth online. Spätestens jetzt zähle auch ich jeden Tag bis zum 8. Juli doppelt und dreifach. Längst hat das altbekannte schlechte Gefühl eingesetzt, warum ich hier und da nicht MEHR trainiert habe. Oder das Gefühl, ob das Kratzen im Hals der Anflug einer Erkältung sein könnte. Aber das war bei den bisherigen sechs Langdistanz-Finishs nie anders. Es gibt nur wenige Sportarten, wo der Kopf und das richtige Gefühl wichtiger sind als beim (Langdistanz-)Triathlon. Aus diesem Grund musste ich gestern, auch noch einmal eine harte, sehr lange Einheit absolvieren.
Ich habe bisher immer nur höchstens 16 Km Laufeinheiten gemacht, deshalb ging es es gestern noch einmal auf den Kanal, um dem Kopf eine schließlich 24 Km Einheit bis zur Rother Laufstrecke an der "Schleuse Leerstetten" anzubieten. Obwohl ich von Anfang an versucht habe, so langsam, kräfte- und gelenkschonend wie möglich zu laufen, habe ich heute (trotz gestrigen Dehnens) schon ein bisschen Schmerzen in den Beinen. Aber das geht hoffentlich in den nächsten Tagen wieder schnell weg. Ja, ich weiß, dass man normalerweise nur bis 14 Tage vor dem Wettkampf als untrainierter Athlet noch größere Belastungen über sich ergehen lassen sollte. Aber wie gesagt, ich habe das für den Kopf gebraucht, damit das "Teufelchen" (bei anderen besser bekannt als der "Mann mit dem Hammer") mir beim Wettkampf nicht einreden kann, dass ich es eh nicht schaffe, da ich ja keine richtig langen Einheiten im Training absolviert habe. Jetzt habe ich in allen Disziplinen zumindest einmal eine sehr lange Einheit durchgezogen.
Natürlich ist mir auch bekannt, dass es nicht wenige Athleten gibt, die gerne und regelmäßig 24 bis 30 km Lauf-Einheiten in der Vorbereitung absolvieren, aber das finde ich in meiner Preisklasse unnötig, weil alle Laufeinheiten über 90 Minuten dem Körper zusetzen. Genau das spüre ich ja gerade-)
Eine leidvolle Geschichte muss ich Euch noch erzählen: Nach 12 Jahren wollte ich mir tatsächlich mal einen neuen Neopren-Anzug kaufen. Ein edles Sailfish-Teil sollte es am Ende werden. Soweit so gut. Selbstverständlich ist mir bekannt, dass man seeeeehr vorsichtig in einen solchen Anzug reinschlupfen sollte. Also schnitt ich mir meine Fingernägel, zog mir Strümpfe über die Hände und los ging es... Falte für Falte zog ich ihn hoch - dann sah ich schon den ersten Einriss. Keine Ahnung wie, aber zwei Finger hatten doch einen kleinen (!) Schaden am Schienbein verursacht. Schon darüber ärgerte ich mich maßlos, aber es sollte noch schlimmer werden. Als ich den Neo bereits ganz angezogen hatte und nur noch ein wenig am Bauch nach oben ziehen wollte, riss ich ihn an einer Stelle ganz tief ein. So eine SCHEISSSE! Seid froh, dass Ihr nicht in meiner Nähe gewesen seid. So sehr fluchte, ja schrie ich. Ohne dass dieses Teil bisher EINMAL Wasser gesehen hat, hatte ich es schon demoliert.
Mein Bruder Haraald hat mich zwar wieder etwas beruhigt, trotzdem habe ich mich bisher noch nicht getraut, den Neo mit dem bereits besorgten Kleber zu reparieren, geschweige denn, ihn noch einmal anzuziehen. Das schlimme ist: Der "alte" ist ja noch einwandfrei. Gerne dürft Ihr mich jetzt fragen, warum ich glaubte, mir einen neuen kaufen zu müssen....
Noch 10 Tage!!!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 18

Der Kampf zwischen EM und Triathlon

 

So schaut die Wohnung eines "Triathleten" während der Roth-Vorbereitung aus!-))
Ja, ich kann Euch sagen, dass es keine leichte Zeit war/ist. Nicht nur, dass die Deutschen einfach nicht ausscheiden wollen und eine EM-Party die nächste jagt. Nein, auch die Zeit bis zum Start in Roth will einfach nicht länger werden.
Trotz Arbeit und EM (inkl. dem "lästigen" Bier) schaffe ich es tatsächlich noch halbwegs vernünftig zu trainieren. Meine letzten und bisher besten Trainings-Tage: 110 km Rad auf Roth-Strecke - 16 Km Laufen - Ruhetag - 1900 m Schwimmen - 11 Km Laufen - 85 km Rad - Ruhetag - 3,2 Schwimmen im Kanal und am Nachmittag 16 km Laufen auf Anschlag.
Was mir jetzt noch fehlt: Eine lange Lauf (mindestens 25 km) und noch eine lange Rad (100 km) und noch ein paar kleinere Schwimmeinheiten. Aber das sollte ich in den nächsten Tagen trotz EM auch noch hinbekommen und dann kann/darf Roth kommen. Natürlich weiß ich, dass ich ab jetzt keine Trainingsakzente mehr setzen kann, so zwei Wochen vor dem Start, aber zumindest die vorletzte Woche benötige ich noch komplett, um ein paar Grundlagen für den Kopf (!) zu legen. Mal schaun...wie mein Körper das alles verkraftet, denn über allem steht natürlich immer: Nicht krank werden!!!!
Noch 13 Tage!!!

 

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 17

Heute habe ich es getan!!!

Mit schweißnassen Händen habe ich mich am Nachmittag für Roth 2012 angemeldet. Dass dies so spät noch funktioniert hat, habe ich einzig Felix Walchshöfer zu verdanken. Einen großen Dank hierfür. Roth ist eben immer noch ein große Familie und einen größeren Fan dieser Veranstaltung sowohl als Athlet, Zuschauer wie auch Journalist, hätte er sicher nicht finden können.

Ich hatte auch deswegen ein bisschen Herzklopfen beim Ausfüllen des Formulars, weil ich selbst für meine (!) Verhältnisse nicht annähernd gut und ausreichend vorbereitet in diesen Wettkampf gehen werde. Ich bin überzeugt, dass auf mich der größte Kampf, die schlimmsten Qualen meiner bisher sechs Langdistanz-Finishs zukommen werden. Aber durch diesen Blog und die vielen Zusprüche meiner Familie, Freunde und Arbeitskollegen gab es einfach kein zurück mehr. Ich muss jetzt da durch, auch wenn ich meine Ansprüche an die Endzeit diesmal deutlich nach unten schraube. Nie zählte das bloße Erreichen der Finish-Linie für mich mehr als bei diesem Start. Ich freue mich...-)) 
Noch 25 Tage!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 16

ES HAT GEKNALLT!

Endlich finde ich mal wieder die Zeit und vor allem Muse, meinen Blog hier zu "bedienen". Denn schon seit letzter Woche bin ich wieder zurück aus dem Urlaub. Und ich habe für meine kleine, aber feine Internet-Gemeinde endlich wieder eine GUTE Nachricht! Es hat wie vorher erhofft auf Kreta tatsächlich geknallt. 10 Tage waren wir auf dieser wunderschönen, aber auch sehr bergigen Insel und ob Ihr es glaubt oder nicht: Trotz des für meinen Urlaub schon obligatorischen, mehrstündigen Beach-Volleyballs (täglich!) habe ich auch jeden Tag trainiert – davon einmal Minigolf...

...und neunmal tritahlon-spezifischere Disziplinen wie drei Rad, drei Lauf und drei Schwimmeinheiten. Und gerade beim Radfahren und Laufen (11 bis 15 Km) meine ich auch super hart: Bei den drei Ausfahrten (auch mit einem Rad-Guide) habe ich insgesamt 3500 Höhenmeter und 248 kilometer bezwungen. Also der Solarer Berg kann gerne kommen…
Noch besser: Endlich habe ich auch beim Schwimmen das Training gestartet. Auf Kreta noch gequält, aber zumindest heute habe ich nach einer unfreiwilligen, weil berufsbedingten Dreitages-Pause eine für den jetzigen Trainingsstand vielversprechende Einheit hingelegt: 100 Einschwimmen – 5 x 400 progressiv – 100 locker – 4 x 50 auf Anschlag – und 100 Ausschwimmen. Nicht die Welt, aber ich habe mich währenddessen und danach gut gefühlt. Ich denke, dass ich das ganze noch gut steigern kann die nächsten vier Wochen…
Und was heißt das alles jetzt für meine Pläne und Träume? Das Finish-Gefühl für Roth 2012 war in der jetzigen Vorbereitung noch nie eindringlicher als jetzt. ABER die letzte Überzeugung fehlt immer noch. Und ohne die mache ich es nicht. Als Deadline für eine mögliche Last-Minute-Anmeldung in Roth habe ich mir den nächsten Montag gesetzt. Wenn ich bis dahin noch eine lange Radeinheit (mindestens 4 Stunden) und eine lange Schwimmeinheit im Kanal (mindestens 3 Km) gut verkrafte – dann mach ich es. Beim Laufen traue ich mir jetzt schon den abschließenden Marathon zu..
Und wenn es das Ja-Wort von mir geben sollte, dann brauche ich hier schriftlich, und später mündlich an der Strecke EURE Unterstützung und natürlich einige Mutmacher.-)
Noch 30 Tage!


Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 15

Und wieder ein Rückschlag!


So hatte ich mir das wirklich nicht vorgestellt. Der Mai sollte MEIN (Triathlon-)Monat werden - nicht nur wegen meines Geburtstags... Aber erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Am letzten Wochenende zog ich mir gemeinsam mit meiner Frau eine Lebensmittelvergiftung zu. Das ganze Programm: Schüttelfrost, Fieber, Brechreiz, etc.  Ich erspar Euch die Einzelheiten...-) So schlecht ging es mir/uns schon lange nicht mehr. Die Folge: Am Montag bin ich erstmals nach zwei Jahren mal wieder mal zum Arzt gegangen. Nur, um Euch, meiner treuen Blog-Gemeinde, ein Attest vorzulegen.  Denn für meinen Arbeitgeber ist das nicht gedacht, ich habe ja seit dieser Woche Urlaub. Wie typisch, oder?! Sowas nennt man einen perfekten Arbeitnehmer...-) Wir müssen übrigens soo schlecht ausgesehen haben, dass uns der Arzt gleich die ganze Woche krankschreiben wollte, aber das fanden wir dann doch etwas übertrieben.

Jammern darf ich hier ja aber nicht mehr. Zum einen hat mir das Robert "verboten", zum anderen beweist Heike gerade, dass es keine Rückschläge gibt, sondern nur neue Herausforderungen. Aber ich will auch ehrlich zu Euch sein: Wenn es noch mal eine dieser "Herausforderungen" gibt, dann war es das mit Roth 2012. Selbst für meine stets sehr übersichtlichen Ultra-Vorbereitungen sind das schon jetzt (fast) zu viele Fehltage. Ich habe mal ausgerechnet, derzeit liege ich 14 mittel bis harte Einheiten hinter meiner ursprüngliichen Planung zurück. Wird also verdammt schwer, das alles bis zum 8. Juli noch aufzufangen. Aber ich vespreche Euch hiermit, nein, ich schwöre Euch: Wenn es mit Roth nicht hinhaut, werde ich in diesem Jahr definitiv einen anderen Langdistanz bestreiten. Welcher das sein könnte, weiß ich noch nicht, da ich Roth, meinen ultimativen Lieblingswettkampf, ja immer noch auf der Rechnung habe. Doch dafür muss es ab morgen auf Kreta richtig knallen...
Als Dankeschön für Eure Geduld mit meinen ewigen Negativ-Meldungen bekommt Ihr noch ein witziges Exklusiv-Foto präsentiert. Ist von Fürths Meisterfeier letzte Woche. Hat beim pressescheuen Büskens echt Seltenheitswert und habe ich noch nirgendwo veröffentlicht...-)

 

Liebe Grüße ein vorerst letztes Mal aus Deutschland!

Noch 52 Tage!

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