Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 13

Krankheit, Aufstieg, Lustlosigkeit

Darum habe 32 Tage geschwiegen!
Ja, ich lebe noch! Seit meinem letzten Eintrag hier sind sage und schreibe 32 Tage vergangen. Nicht nur in einer Ironman-Vorbereitung eine sehr lange Zeit. Noch dazu, wenn sie so ineffektiv genutzt wurde wie bei mir.
Aber der Reihe nach: Der April fing bei mir gleich mit der nächsten Erkältung an. Aus der wurde, weil diesmal bewusst NICHT medikamentös behandelt, erneut ein Infekt, den ich zwei Wochen lang (ohne ein einziges Training!) nicht wegbekam. Erst als ich die bei mir - wie bereits erwähnt - extrem beliebten Aspirin Complex dann doch einsetzte, wurde es gefühlt wieder besser. In der Zwischenzeit nahm aber leider die Intensität in meiner Arbeit unfassbar zu. Hintergrund: Fürth war kurz davor in die Bundesliga aufzusteigen und als die Unaufsteigbaren dann tatsächlich endlich den Sprung in die Bundesliga schafften, hieß es jeden Tag Rock´n Roll.
Natürlich hätte ich abends (ab 21 Uhr) oder morgens (ab 7 Uhr) trainieren können, aber ich war im Kopf total ausgebrannt und hatte keinerlei Biss, mich zu überwinden. In dieser Phase der sportlichen Lustlosigkeit habe ich tatsächlich daran gedacht, das alles (hier) hinzuschmeissen. Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht den Eindruck, dass irgendjemand meine Einträge hier noch großartig vermisst. Meine Trainings-"Bilanz" im Monat April war insofern erschreckend: Insgesamt: 7 schlaffe Einheiten, davon 5 Lauf und zwei Rad - mehr war nicht! Mit anderen Worten: Bis zum heutigen Tag habe ich noch kein richtiges, konsequentes Schwimmtraining begonnen. Alles keine guten Voraussetzungen, um in Roth zu finishen...
Ich muss zugeben, dass ich noch nie ein so schlechtes Gefühl hatte, die Ziellinie dort tatsächlich zu überqueren. Ich wusste von vornherein, dass mein wohl letzter Anlauf auch mein schwierigster wird. Mein letztes, und damit sechstes Lagdistanz-Finish liegt ja nunmehr fast vier Jahr zurück. Der große Reiz, sich erneut den ganzen Tag zu quälen, ist etwas verflogen. Ich muss prinzipiell niemandem mehr etwas beweisen. Schon gar nicht mir selber. Trotzdem soll dieser Eintrag nicht der letzte sein. Ich will noch nicht aufgeben. Das weiß ich seit gestern. Seit dem 1. Mai - dem "Tag der Arbeit" oder soll ich sagen: dem "Tag der Qual". Ich habe eine 17,5-Km-Laufeinheit absolviert. Bei glühender Hitze, direkt am Kanal. Ziel dieses "Trainings" war festzustellen, ob ich mich wirklich noch extrem quälen kann - selbst wenn die Reserven aufgebraucht sind. Ich habe deswegen vorher und während dessen bewusst nichts getrunken. Und nach nach ca. 12 KM war ich dann tatsächlich extrem fertig. Ich hatte mir aber zuvor geschworen, dass diese Laufeinheit darüber entscheiden sollte, ob ich Roth weiter anvisiere, oder nicht. Wenn ich nur einmal gegangen wäre, hätte ich den Challenge und auch diesen Blog zu den Akten gelegt.
ABER ich habe durchgehalten (1:23 Std.). Und auch wenn ich danach wirklich fertig (aber auch stolz) war. Eins ist jetzt klar: Ich bin noch im Rennen! Und durch den vorzeitigen Aufstieg Fürths und den bald anstehenden Urlaub habe ich noch eine kleine Chance, die notwendigen Trainingskilometer doch noch zu bekommen. Jetzt darf aber nichts mehr, schon gar nicht eine Krankheit/Verletzung dazwischen kommen. Vielleicht fällt Euch ja noch der eine oder andere Motivationsschub für mich ein. Schreibt mir! Denn eines ist sicher: Meine nächste Sinnkrise kommt bestimmt. Ich kenne mich...-)
Noch 67 Tage!

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