Martins Tri-Blog

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 14

Ein wunderschöner Tag - beruflich wie sportlich

Es gibt Momente, da liebe ich meinen Job. Heute war mal wieder so einer: Ganz Fußball-Deutschland fragte sich in den letzten Tagen: Wechselt Mike Büskens zum 1. FC Köln oder bleibt er in Fürth? Und wer hatte die Antwort auf diese Frage exklusiv im Blatt: der "Onkel Maddin". Mit großem Genuss habe ich also heute morgen sowohl im TV als auch in allen (!) Zeitungs-Online-Portalen verfolgt, wie wir überall zitiert wurden. Kommt nicht oft vor, dass wir in Nürnberg den Axel-Springer-Verlag bundesweit so pushen können wie heute. Umso mehr hat es mich auch persönlich gefreut, denn ich bin ja bei der BILD ein klassischer Seiteneinsteiger.
Soviel zu meinem heutigen Seelenleben. Warum ich das alles in einem Triathlon-Blog Euch schreibe? Weil mein Gefühlsleben (wie schon oft erwähnt) eine ganz entscheidende Rolle auf meine Trainingsintensität ausübt. Einfache Formel: Gute Laune – besseres Training. Also habe ich heute morgen gleich mal einen 12 km-Lauf auf 4:40 gestartet, um mich danach sofort erstmals in diesem Jahr mit dem Fahrrad in die Arbeit zu begeben. Inklusive des freiwillig gewählten Umwegs – kamen da noch mal 50 KM dazu. Nicht die Welt, aber auch nicht schlecht für einen Tag, wo ich eigentlich kaum ein Zeitfenster für eine längere Einheit gesehen hatte. Der Mai kann sich also bisher mit bereits sieben ernsthaften (!) Trainingseinheiten im Vergleich zum Vormonat sehen lassen. Was jetzt noch fehlt, ist endlich der ernsthafte Einstieg ins Schwimmtraining. Das wird definitiv in der nächsten Ausgabe Thema und Inhalt dieses Blogs sein. Denn morgen sind es exakt nur noch zwei Monate bis Roth. Oder anders ausgedrückt:

Noch 60 Tage!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 13

Krankheit, Aufstieg, Lustlosigkeit

Darum habe 32 Tage geschwiegen!
Ja, ich lebe noch! Seit meinem letzten Eintrag hier sind sage und schreibe 32 Tage vergangen. Nicht nur in einer Ironman-Vorbereitung eine sehr lange Zeit. Noch dazu, wenn sie so ineffektiv genutzt wurde wie bei mir.
Aber der Reihe nach: Der April fing bei mir gleich mit der nächsten Erkältung an. Aus der wurde, weil diesmal bewusst NICHT medikamentös behandelt, erneut ein Infekt, den ich zwei Wochen lang (ohne ein einziges Training!) nicht wegbekam. Erst als ich die bei mir - wie bereits erwähnt - extrem beliebten Aspirin Complex dann doch einsetzte, wurde es gefühlt wieder besser. In der Zwischenzeit nahm aber leider die Intensität in meiner Arbeit unfassbar zu. Hintergrund: Fürth war kurz davor in die Bundesliga aufzusteigen und als die Unaufsteigbaren dann tatsächlich endlich den Sprung in die Bundesliga schafften, hieß es jeden Tag Rock´n Roll.
Natürlich hätte ich abends (ab 21 Uhr) oder morgens (ab 7 Uhr) trainieren können, aber ich war im Kopf total ausgebrannt und hatte keinerlei Biss, mich zu überwinden. In dieser Phase der sportlichen Lustlosigkeit habe ich tatsächlich daran gedacht, das alles (hier) hinzuschmeissen. Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht den Eindruck, dass irgendjemand meine Einträge hier noch großartig vermisst. Meine Trainings-"Bilanz" im Monat April war insofern erschreckend: Insgesamt: 7 schlaffe Einheiten, davon 5 Lauf und zwei Rad - mehr war nicht! Mit anderen Worten: Bis zum heutigen Tag habe ich noch kein richtiges, konsequentes Schwimmtraining begonnen. Alles keine guten Voraussetzungen, um in Roth zu finishen...
Ich muss zugeben, dass ich noch nie ein so schlechtes Gefühl hatte, die Ziellinie dort tatsächlich zu überqueren. Ich wusste von vornherein, dass mein wohl letzter Anlauf auch mein schwierigster wird. Mein letztes, und damit sechstes Lagdistanz-Finish liegt ja nunmehr fast vier Jahr zurück. Der große Reiz, sich erneut den ganzen Tag zu quälen, ist etwas verflogen. Ich muss prinzipiell niemandem mehr etwas beweisen. Schon gar nicht mir selber. Trotzdem soll dieser Eintrag nicht der letzte sein. Ich will noch nicht aufgeben. Das weiß ich seit gestern. Seit dem 1. Mai - dem "Tag der Arbeit" oder soll ich sagen: dem "Tag der Qual". Ich habe eine 17,5-Km-Laufeinheit absolviert. Bei glühender Hitze, direkt am Kanal. Ziel dieses "Trainings" war festzustellen, ob ich mich wirklich noch extrem quälen kann - selbst wenn die Reserven aufgebraucht sind. Ich habe deswegen vorher und während dessen bewusst nichts getrunken. Und nach nach ca. 12 KM war ich dann tatsächlich extrem fertig. Ich hatte mir aber zuvor geschworen, dass diese Laufeinheit darüber entscheiden sollte, ob ich Roth weiter anvisiere, oder nicht. Wenn ich nur einmal gegangen wäre, hätte ich den Challenge und auch diesen Blog zu den Akten gelegt.
ABER ich habe durchgehalten (1:23 Std.). Und auch wenn ich danach wirklich fertig (aber auch stolz) war. Eins ist jetzt klar: Ich bin noch im Rennen! Und durch den vorzeitigen Aufstieg Fürths und den bald anstehenden Urlaub habe ich noch eine kleine Chance, die notwendigen Trainingskilometer doch noch zu bekommen. Jetzt darf aber nichts mehr, schon gar nicht eine Krankheit/Verletzung dazwischen kommen. Vielleicht fällt Euch ja noch der eine oder andere Motivationsschub für mich ein. Schreibt mir! Denn eines ist sicher: Meine nächste Sinnkrise kommt bestimmt. Ich kenne mich...-)
Noch 67 Tage!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 12

"Triathlon" und Kokowääh

Es gibt Momente in einer Wettkampfvorbereitung, da spürt man, das man am Boden angelangt ist. Ich habe zum ersten Mal dieses Gefühl gehabt. Es war der Donnerstag- genau 100 Tage vor Roth!
FÜNF Tage lagen hinter mir ohne eine einzige Trainingseinheit. So weit so schlecht. Neben dieser traurigen Erkenntnis, hatte ich auch mehrmals gegen meine wichtigste Regel verstoßen: Kein Sport - keine Sünde (Süßigkeit, Alkohol). Letzteres ließ mich fast noch mehr deprimieren. Denn natürlich gab es einen Grund, weshalb der Sport tagelang zweitrangig war. Nach meiner bisher besten Trainingswoche (Siehe Teil 11!) folgte eine mäßige aber für mich noch akzeptable Woche mit 3,5 Einheiten (bis Sa.). An besagten Samstag machte ich dann erstmals eine längere Laufeinheit (16,5 km/4.55 Min) und siehe da: Einen Tag später hatte mich der erste grippale Infekt im Jahr 2012 erwischt. Na super...


"Sportler" und Krankheit ist ja eine Geschichte/Blog für sich selber. Wenn man trainieren will, aber nicht kann bzw. sich davon abhält, weil man sonst vielleicht noch länger ausfallen würde, steigt natürlich die Laune ins Unermessliche. Noch dazu in einer Wettkampfvorbereitung, die bei mir ja eh kurz und dürftig ausfällt.
In diesen deprimierenden Tagen ohne sportliche Betätigung, wurde ich (natürlich) schwach. Statt sich im Essen erst recht zurückzunehmen, führte die depressive Stimmmung zu kalorienhaltigem Frustabbau. Nein, ich bin keine Frau! Aber kurz davor, dazu gleich mehr...
Naja, was soll ich sagen: In der letzten Woche entwickelte ich meinen eigenen "Triathlon": Nach der Einnahme meiner geliebten Aspirin Complex folgten (nach schlechter Wechselzeit) drei Balistos während der Champions League-Übertragung. Und einen Tag später (also ein sehr langer Wechsel) ging ich über, ein Bier zu trinken: Ein leckeren, naturtrüben Gerstensaft in einem wunderschönen und warmen Biergarten zu Aschaffenburg. Die Momente des Genusses waren schön, um nicht zu sagen lecker - doch das wirklich dicke Ende kam am nächsten Nachmittag vor dem TV...
Ich kann Eure Fragezeichen förmlich spüren. Was zum Henker hat der selbst für Til Schweigers Verhältnisse extrem dünne Kinofilm "Kokowääh" in diesem Blog verloren. Das will ich Euch sagen und da wären wir dann auch beim "dicken Ende" meiner Horrorwoche:
Am Donnerstag fühlte ich mich wieder deutlich gesünder und wusste: Jetzt muss ich wieder Sport machen! Also zog ich mir meine Laufsachen an, nein um genau zu sagen: Ich zog sie mir halb (!) an. Kein Scherz: Mit einer halb heraufgezogenen Laufhose schaute ich mir an der Sofakante sitzend zum zweiten (!) Mal auf Sky Kokowääh an. Die Handlung ist bei einem Schweiger-Film wie immer schnell erzählt: Til spielt auch diesmal sich selber, einen Frauenhelden und vermeintlichen Lebemann-Single, der überraschend erfährt, dass er Vater einer achtjährigen Tochter ist. Er muss auf sie aufpassen, überdenkt sein Leben und merkt dabei, dass er trotz großer Talente sein Leben eigentlich wegwirft. Das Kind verändert ihn und am Ende ist alles gut, schön und vor allem weich gezeichnet. Ein echtes Happy-End! Noch einmal: Ich kannte den Film schon, ich wusste, was passiert und wie er ausgeht. Trotzdem saß ich da auf dem Sofa mit halb herunter gelassener Laufhose (nicht was Ihr jetzt gerade denkt!!-)) und verfolgte gebannt diesen gaaanz dünnen Schweiger-Film.
Und das nicht nur nach dem Motto "Alles ist schöner als trainieren", sondern weil ich tatsächlich einen tieferen Sinn plötzlich in diesem Film sah - und zwar für mich! Ich weiß, dass ich nach dem letzten Satz alle intelligenten Menschen unter Euch verloren habe. Denn die Verbindung tieferer Sinn UND Til Schweiger gleicht der Kombination FDP und absolute Mehrheit. Trotzdem verfolgte ich melancholisch diesen Film. Beruflich wie sportlich habe ich den Eindruck, dass ich es mir viel zu oft und zu schnell bequem mache, aus lauter Angst vor Veränderungen immer nur den gewohnten, längst beschrittenen Weg gehe. Und dadurch extrem viel Talent einfach wegschmeisse. Ich denke mir manchmal, dass viel Potential verloren geht, weil ich aus meinem Wohlfühlbereich nicht mehr herauskomme. Dass ich Prioritäten falsch oder ungenügend setze und ich trotz der allgemeinen Zufriedenheit doch irgendwie auch unzufrieden bin.
Kein Scherz: All das sah ich für mich in "Kokowääh" heraus. Einen Film, der natürlich ganz andere, nämlich gar keine Aussagekraft besitzt. Wenigstens bin ich nach dem Happy-End doch noch Laufen (12 km- 4,45 min.) gegangen, sogar relativ motiviert. Mit dem festen Willen mein Leben/mein Training wieder härter anzupacken. Mal schauen, wann ich dann das nächste Mal für den "Aspirin-Complex-Balisto-Kellerbier-Naturtrüb" -Triathlon melde...
Leider nur noch 98 Tage...

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 11

Schluss mit Jammer und Selbstmitleid!

Na bitte, es geht doch...
Jetzt hat er endlich einmal zugeschlagen: der trainingsfleissige Martin! Nach 1,5 Wochen mit halbherziger bis gar keiner ernsthaften Roth-Vorbereitung hab ich in den letzten Tagen diszipliniert, hart und effektiv geschwitzt. Sechs Einheiten (2 x Rad/4 x Laufen - darunter eine Doppeleinheit) können sich aus meiner (!) Sicht sehen lassen. Und das Beste: ich habe keinerlei Beschwerden, außer ein ganz, ganz leichtes Ziehen unter der rechten Kniescheibe - aber nix Schlimmes...
Als einer der wenigen Deutschen hatte ich am Wochenende den originellen Einfall, das schöne Wetter zu nutzen, um mit dem Rad/Motorrad eine Ausfahrt zu machen. Also, dass ich nicht in einen "Zweirad-Stau" gekommen bin, hat mich eigentlich gewundert. Sooooo viele waren da unterwegs. Aber wie es sich für einen unreifen Sportler wie mich gehört, hat mich bei der ersten Ausfahrt 2012 natürlich niemand überholt. Die Samstags-Einheit (74 km - 29,4 Durchschnitt) stand trotz der "Konkurrenz" auf der Strasse aber unter dem allseits beliebten Martin-Motto "Wohlfühlen" und ans Wettkampfrad gewöhnen. Ich habe versucht alle Berge durchzuschalten und eben nicht durchzudrücken. Das befriedigende Ergebnis: Ich habe mich danach immer noch fit gefühlt. Das lag vielleicht auch daran, dass ich einen kleinen Abschnitt auf der Rother Wettkampfstrecke gefahren bin und das gibt natürlich sofort neue Motivation und selbst nach vier Jahren Pause immer noch ein klein wenig Erinnerungs-Gänsehaut...
Am Sonntag-Vormittag ging es dann gleich wieder aufs Rad, diesmal standen nur 39 km auf dem Programm, dafür wurde jede Steigung mit schwerem Gang voll durchgedrückt - anschließend ging es noch etwa 5 km Laufen. Wenn ich sage, dass ich mich danach wie ein junger Duathlon-Gott gefühlt habe...LÜGE ICH - natürlich war ich k.o., aber egal...
Und auch das gehört dazu: Dank der ganzen Einheiten fühle ich mich gleich wieder selbstbewusster und produktiver - nicht nur im Sport. Warum trainiert man eigentlich nicht immer...ich kann es Euch einfach nicht sagen. Man weiß, wie gut einem der Sport tut und trotzdem lässt man ihn wie in meinem Fall Jahre lang links liegen. Einfach nur dumm...
Na logisch heisst es jetzt, dran bleiben: Vor allem muss ich mal wieder Schwimmen gehen. Wegen des größeren Aufwands (Schwimmbad) hab ich dazu bisher gar keinen Bock gehabt...
Noch 110 Tage!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 10

Der Job UND das Training

Wisst ihr, was schön ist?
Wenn man einen solchen Blog schreibt und man nach einer Woche ohne Eintrag bereits von Kollegen und Freunden auf das Ausbleiben des nächsten Teils angesprochen wird. Danke, an die treuen Leser!-) Natürlich gab es einen Grund, weshalb ich in den letzten Tagen hier so kurz angebunden war: Stress in der Arbeit! Sowohl physischer als auch psychischer (mit Cheffe!).
Das Ergebnis: Ich habe die letzten Tage wenig bis gar nicht trainiert. In der letzten Woche waren es insgesamt nur drei Sporteinheiten (Laufen/ 8km – Rolle /50 min – Basketball/50 min.). Mehr war nicht! Aus diesem Grund, wollte ich lieber schweigen, als meine Faulheit hier erneut offen zugeben zu müssen.-)

Ja: der Job und Training – ein Spannungsverhältnis und Dauerthema für ALLE Nicht-Profis. Meine Verwandtschaft im Chiemgau können und wollen beides perfekt verbinden. Mit dem Rad oder zu Fuß in die Arbeit und los geht’s im Job. Ich weiß gar nicht, ob Heike und Harald a) in der Arbeit sich duschen können oder b) immer so super trainiert sind, dass sie gar nicht mehr schwitzen. Ich für meinen Teil brauche nach dem Sport das kühle Nass (Nein, kein Bier!) und insofern scheidet dieses Trainings-Zeitfenster für mich stets aus, wenn ich zum Club-/Fürth-Training/-PK/-Spiel muss.
Am letzten Wochenende, wo ich eigentlich meine verpassten Einheiten aus den Vortagen aufholen wollte, kam ich einfach nicht dazu: Zuerst musste ich Freitag Abend das Fürth Spiel für uns und zudem die Kollegen in Köln/Aachen bearbeiten. Dann ging es am nächsten Morgen nach Mainz zum Club-Auswärtsspiel (übrigens ein tolles, neues Stadion-Siehe Fotos!) und am Sonntag war dann bis spät abends Rock´n Roll in der Redaktion angesagt. Als ich dann gegen 20.30 Uhr völlig erschöpft nach Hause kam – gab es die Wahl zwischen Rolle und Kalbshaxe von der Schwiegermutter. Ihr wisst, wer gewonnen hat…

Am nächsten Morgen, also dem Montag – auch für mich immer der erste Trainingstag der Woche – war das schlechte Gewissen über die Vorwoche soo groß, dass ich schon früh vor der Arbeit auf die Rolle ging. Über eine Stunde fast nur schwere Gänge – Beine wie Kopf fühlten sich danach richtig gut an.
Naja, mal schauen wie die weitere Trainngswoche abläuft. Am offenbar sehr sonnigen Wochenende sollte ich zumindest am freien Sonntag mal mehr Zeit haben. Was die bessere Hälfte dazu sagt, kann ich Euch natürlich noch nicht sagen. -) In diesem Sinne: Auf geht’s, FCBasel...!
Noch 116 Tage!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 9

Ich habe eine Blockade!
Gerade einmal drei Wochen mühe ich mich nun im Training wie auch im Blog-Schreiben ab. Und jetzt das: EINE BLOCKADE!!!!
Nein, keine Angst, Mama (eine treue Leserin meines Blogs, wie ich mir habe sagen lassen)! Diese Blockade, von der ich hier reden möchte, ist weder im Rücken, noch an der "Grenze" zu unseren neuen Bundesländern: Es ist die Blockade im Kopf! Der fehlende Wille, wie bisher nahezu täglich, Sport zu machen. UND es ist die für mich fast schon berufsgefährdende Schreib-Blockade. Letztere ist natürlich in diesem kleinen Blog direkt abhängig von meiner Trainingsblockade. Will heißen: Kein Training, keine Erlebnisse – nix zu schreiben.
Natürlich könnte ich jetzt (wie ja bisher auch) über anderer Dinge philosophieren. Zum Beispiel über den geilen 1. FC Nürnberg und den noch geileren Siegtreffer gegen Gladbach – ABER: Ich texte hier ja im Tri-Blog und nicht Club-Blog. Also zurück zum "Sportlichen": Nach meiner Rückkehr Donnerstag-Nacht musste ich sofort ab Freitag Morgen wieder arbeiten. Und siehe da: Seit Fuerteventura habe ich nur noch einmal auf der Rolle ca. 1,15 Std. geschwitzt. Viel zu wenig – ich weiß. Deswegen ging es heute Abend (ab 20 Uhr) wenigstens noch zum Laufen (45 Minuten, 4:50 Tempo) mit Stirnlampe (Foto). Endlich mal wieder gejoggt auf festem Boden. Bei beiden Sport-Einheiten habe ich mich recht frisch gefühlt, fast so als ob ich im Höhentrainingslager war. Naja, mit dem Flugzeug war ich ja auch sehr hoch…-)
Aber meine Trainingsfaulheit hatte in den vergangenen Tagen auch ihr Gutes: Ich hatte ein schlechtes Gewissen! Für mich immer das beste Zeichen dafür, dass ich wieder meinen Sport-Rhythmus gefunden habe. Und ich bin auch meiner persönlichen Vorgabe "Keine Sünden ohne Sport" treu geblieben. Zumindest auf diese einem Ironman-Finish sehr vergleichbare Standfestigkeit kann ich ja stolz sein, oder?!
Man glaubt es kaum: Schon habe ich wieder einen Blog-Eintrag fertig, ohne etwas essentielles berichtet zu haben. Ich sollte zur BILD gehen…
Noch 123 Tage!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 8

Die Einsamkeit des Trainings

Es geht dem Ende zu. Morgen ist mein "Trainings-Urlaub" leider schon wieder vorbei. Eine Bilanz will ich noch gar nicht ziehen, dafür gibt es einen eigenen "Logbucheintrag". Aber ich will heute über ein Thema schreiben, das viele Ausdauerathleten, speziell Triathleten, auf dem Weg zum Tag X beschäftigt: Alleine oder in der Gruppe trainieren???

Bei meinen bisherigen sechs Finishs habe ich fast durchweg alleine geschwitzt, aber trotzdem würde ich mich nie als Einzelgänger sondern vielmehr als klassischen Mannschafts-Sportler bezeichnen. Ich liebe es in der Gruppe gemeinsam an einem Ziel zu "arbeiten". Wenn man es dann noch zusammen erreicht, ist die Freude doch gleich vier, fünf, sechsmal so schön. Auch beim Triathlon hilft es sicherlich in einer Trainingsgruppe gemeinsam an einem, an DEM Ziel zu arbeiten. Es gibt so viele Momente, in denen man seinen Arsch (Sorry) einfach nicht hochbekommt. Und wenn man dann mithlfe des Gruppenzwangs dazu getrieben wird, doch noch an einem schon abgeschriebenen Training teilzunehmen, dann ist schon viel erreicht.
Klar ist: Jede mutwillig verpasste Trainingseinheit bereut man im Wettkampf spätestens bei Kilometer 135 und aller spätestens bei Kilometer 12 beim Marathon. So viel zu den positiven Gründen, eine Trainingsgruppe zu suchen und/oder in einen Verein einzutreten. Ganz zu schweigen von den schönen Aspekten eines zünftigen Vereinslebens...

Auch hier kommt mal wieder das berühmte ABER: Niemand darf vergessen, dass Triathlon eine Einzelsportart ist. Gerade auf der Langdistanz ist der Kampf gegen sich selbst, gegen den inneren Schweinehund, von alles entscheidender Bedeutung. Während beim einzelnen Marathon-Event manche Athleten nicht selten mit einem Laufpartner die kompletten 42 Kilometer durchziehen, ist das beim Ironman praktisch ausgeschlossen. Was nichts anderes bedeutet, dass dieser Kampf gegen das eigene Ich/Ego auch im Training geübt sein will. Und das wahrlich nicht nur ein paar Mal...
Es ist ein offenes Geheimnis, dass gerade Radeinheiten in einer großen Gruppe einen völligen anderen Charakter haben, eine ganz andere Herausforderung darstellen, als die gleiche Distanz alleine gegen die Uhr und "Schweini" (Abkürzung für Schweinehund und NICHT für den Batzi aus dem Münchner Wirtschaftsunternehmen) durchzuziehen. Natürlich fährt man auch in Roth aufgrund der großen Teilnehmerzahl fast nie für sich alleine, letztlich aber dann doch.
Ich hatte jedenfalls bis auf Schweini nie einen echten Begleiter. Und diese Einsamkeit im Wettkampf muss trainiert werden. Man muss lernen, stärker zu sein als dieser Typ, der einem in der Krise dauernd einreden will, auszusteigen. Ich finde, dass man sich auf diesen Fight mit einer Solo-Vorbereitung perfekt einstellen kann. Vorausgesetzt, man hat die notwendige Trainingsdisziplin. 
Wenn man Rad-, Schwimm- oder Laufeinheiten wegen nervender Monotonie oder chronischer Unlust regelmäßig ausfallen lässt, sollte man natürlich schnellstens einen Verein und/oder Trainingsgruppe aufsuchen. Ich für meinen Teil werde es auch diesmal wieder solo durchziehen. Das liegt an meinem wieder mehr Persönlichkeits bezogenen - als sportlich durchdrungenen Finishziel. Über den Sport will ich einfach wieder mehr zu mir selbst finden, wieder mehr stolz auf mich sein.

Die Einsamkeit des Urlaubers

Na, da habe ich es gestern doch nicht mehr geschafft, den Eintrag wegzuschicken. Das hat sechs Gründe: Ihr seht sie auf meinem kleinen Fuerte-Abschiedsfoto neben mir stehen und sitzen. Wenn ich hier an dieser Stelle über Einsamkeit im Training philosophiere, dann gehört dazu auch die mögliche Einsamkeit im "Trainingsurlaub". Da Angelika wegen ihres Jobs ja leider nicht mitfliegen konnte, bin ich nach Fuerte alleine aufgebrochen. Und ich kann Euch sagen, gerade Abends ist das für eine Quasselstrippe wie mich nicht immer ein Zuckerschlecken gewesen. Aber dank der abgelichteten Personen, deren Namen ich aus Persönlichkeitsschutz nicht nennen darf (hab sie ja nicht einmal gefragt, ob ich ihr Recht am eigenen Bild in diesem Blog außer Kraft setzen darf-)) - dank dieser lieben Menschen also, vergingen die letzten Tage wie im Fluge. 
Da ich nun weiß, dass auch sie diesen Blog verfolgen, ein dickes Dankeschön für die schönen gemeinsamen Stunden. Ich hoffe, dass mein Einzelschicksal Euch trotz Sky (ein Insider!) nicht zu sehr genervt hat... Und Harald und Heike, Ihr solltet Euch das Bild ganz genau anschauen, denn vier von ihnen werden Euch beim OstseeMan in Glücksburg sicher lautstark unterstützen.

Die Bilanz des Urlaubs

Trotz der bereits erwähnten einsamen Abendstunden (nein ich brauch kein Mitleid!-)) in den ersten Tagen fällt meine Fuerte-Bilanz fast durchweg positiv aus. Ich habe mich beim Laufen jeden (!) Morgen erfolgreich gequält, beim Schwimmen schon jetzt den Einstieg gefunden, wenn auch die örtliche Trainerin meinen Schwimmstil kritisiert hat. (Heike, da muss ich wohl nochmal zu Dir nach Unterwössen kommen.) Einzig das Radfahren fiel mit nur einer Einheit viel zu mickrig aus. Vernünftige und wenig befahrene Radstrecken waren ohne Mietwagen leider zu weit weg. Aber das verkrafte ich, denn viel wichtiger war, dass ich viel Sport und damit auch viel Kalorien verbraucht habe. Ich habe wieder Spass, mich zu quälen. Ich war sehr diszipliniert, mein geplantes Training auch tatsächlich durchzuziehen. Und nicht zuletzt fühle ich mich endlich wieder wie ein Sportler. All das lässt mich trotz der Wetteraussichten optimistisch die Heimreise antreten. Deutschland, du hast mich wieder! 
Noch 127 Tage!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 7

Die Geilheit des "Dreiers"

Was für ein Wochenende! Und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht meine traumhaften Urlaubsbedingungen hier. Aber wenn wir gerade davon reden: Seitdem ich hier bin, habe ich erst zwei Wolken gesehen, heute lagen die Temperaturen bei 23 Grad- im Schatten wohlgemerkt - und gestern gab es Rinderfilet, Trüffel-Tortelini und Scampi-Spieße... Vom restlichen Abend-Bufett will ich erst gar nicht reden...-)

Zurück zu meinem Ausgangsjubel: Auch wenn ich mich damit jetzt bei den meisten Lesern hier extrem unsympathisch mache: Es gibt etwas wichtigeres als Triathlon im Leben: nein, nicht die Ehefrau (die ist aber zumindest unter den Top-Ten-))) - es ist König Fußball!!! Ja, ich weiß, dass diese Sportart alle anderen Sportarten in der öffentlichen Wahrnehmung erdrückt- aber welche Sportart weckt beim Zuschauen und am Arbeitsplatz Woche für Woche mehr Emotionen? Jedenfalls war dieses Fußball-Wochenende aus meiner persönlichen wie beruflichen Sicht geil: Der Club gewinnt schon wieder - bei Werder! - und verabschiedet sich mit diesem Dreier wohl endgültig aus dem Abstiegskampf. Und Fürth fiedelt Bochum in der 2. Liga 6:2 aus dem Stadion. Und heute lässt noch Frankfurt drei Punkte liegen. Die Fürther werden doch nicht dieses Jahr tatsächlich aufsteigen und mich in die Bundesliga mitnehmen...?

Ja, ich hör schon auf - zurück zum Triathlon: Heike hat ja bewusst mir noch bei meinem letzten Teil mitgeben müssen, dass mein "kleines" Patenkind Frederic in der Toscana 17,2 km geschwommen ist - dazu keinen Kommentar! Dafür lieber Frederic hab ich hier aber bereits 12,5 Stunden Volleyball gespielt- so und jetzt kommst du...-)))

Die Treppe des Todes

Aber keine Angst, neben allem Volleyball blieb auch noch Zeit zum Trainieren. Ich habe mir bisher immer erfolgreich vorgenommen, den Tag mit einer Laufeinheit zu beginnen. Heute 60 Minuten im teilweise richtig weichen Sand. Ich kann Euch sagen, dass schlaucht ohne Ende...

Aber damit nicht genug: am Ende wartet noch die "Treppe des Todes" als grande Finale.

Ganz ehrlich- diese nicht enden wollende Kacktreppe hat 118 Stufen und geht nach einer sowieso extrem anstrengenden Laufeinheit ohne Frühstück und vor allem Café (hallo Heike!) um 8:30 Uhr (Anm. Heike: 8.30 !! Du Langschläfer, da haben ja wohl schon überall auf der Insel irgendwelche Bars offen, die Espresso servieren, oder !! :-)) morgens richtig auf Körper und Geist.

Schon während der "Strandbegehung" denke ich nur an diese 118 Stufen. Selbst Felix Magath würde aus Rücksicht und Fürsorge für seine geliebten Profis diese Treppe aus dem Trainingsplan herausnehmen...

Extra für Euch bin ich vorhin noch mal rüber gegangen, habe sie fotografiert und durchgezählt. Zurück zum Tagesablauf: Um 10:30 Uhr wartet dann immer das erste Beachen, dann das Mittagessen bzw. in meinem Fall das Frühstück. Und nach ein bisschen relaxen, die zweite Beach-Einheit. Danach geht es für ca. 40 Minuten zum Schwimmen und gestern dann noch auf den Ergometer. Zumindest wartete am Abend noch ein schönes Finale: das Saunen in einer der schönst gelegenen Heizkammern, die ich kenne.

Morgen werde ich mir dann auch mal ein Rad ausleihen, wenn ich auch jetzt schon weiß, dass das Radfahren hier zu kurz kommen wird. Das ist zwar prinzipiell Schwachsinn und schade, aber ihr als treue Blog-Leser wisst, was für mich in den ersten Wochen am wichtigsten ist: den Spaß am Sport und der Anstrengung wieder finden und vor allem auch Abnehmen: Letzteres ist mir sogar sichtbar (!) schon gelungen. Mein erstes kleines Erfolgserlebnis auf dem Weg nach Roth... Noch 133 Tage!

Das Tagebuch des verheimlichten Triathlon-Bruders - Teil 6

Bin ich wirklich ein Funk?


Ich muss zugeben, dass ich gerade schmunzeln muss.

Eigentlich wollte ich an meinem ersten Tag meines "Trainingslagers" voller Stolz erzählen, was ich hier schon alles sportlich gemacht habe. Und damit meine ich nicht nur die Beachvolleyball-Matches...-) Aber dann habe ich vorher die Einträge meiner Verwandschaft aus der Toscana durchgelesen. Tja, was soll ich euch sagen. Im Vergleich dazu habe ich hier auf Fuerteventura noch gar nichts gemacht.

Ich glaube, dass selbst mein kranker Bruder wahrscheinlich im Bett noch mehr Krafttraining und damit Muskeln aufgebaut wie ich... ABER:

Der Sinn meines Blogs soll es ja sein, euch den etwas anderen "Sportler" näher zu bringen und daher dürft ihr in den nächsten Tagen also mehr an meinem "Urlaub" teilhaben. Über Stuttgart bin ich gestern Abend nach Fuerte geflogen. Um kurz nach 17 Uhr kam ich an und ich habe noch vor dem Koffer auspacken (23 Kilo für eine Woche!!!!-ja ich schäme mich) sofort die Laufschuhe angezogen.

Wie weit und wie lange kann ich Euch nicht genau sagen - dafür war einfach ich zu viel mit Glückshormonen vollgepumpt- soo schön bei untergehender Sonne, 21 Grad und Ebbe durch den Sand zu joggen- allein für diese Laufeinheit ( ich denke ca 8 km) hat es sich schon gelohnt hierher zu fliegen. Danach ein Saunagang mit Blick aufs Meer und ein geiles Abendessen. So kann es weitergehen...

Bin ich ein Drogensüchtiger?

Heute morgen (8 Uhr) ging es dann hochmotiviert in den beheizten Schwimmerpool. Ex-Schwimmer Thomas Rupprath war vor kurzem sogar hier - aber dann gab es die erste böse Überraschung: das Wasser war soo gechlort, dass ich nach 20 Minuten wirklich mit Schmerzen aufhören musste. Dazu muss ich sagen, dass ich eigentlich immer OHNE Brille schwimme, ich habe so eine eigenartige tiefe Augenhöhle, dass ich noch nie eine passende Brille für mich gefunden habe.

Auch alle Wettkämpfe bin ich bisher "oben ohne "geschwommen, wenigstens gab es dann keine Gefahr, dass sie mir beim Start weggeschlagen wird. Wie ich später erfahren habe, ist hier das Wasser auch wegen einer Entsalzungsanlage und der damit verbundenen Chemikalien sehr scharf. Jedenfalls lief ich jetzt den ganzen Tag wie ein Drogensüchtiger mit roten Augen durch die Anlage.

Nein, ein Alkoholiker... Nach gefühlten vier Stunden Volleyball, habe ich dann von der örtlichen Schwimmschule eine Brille gekauft und noch einmal 40 Minuten aus Sicht meiner Funkverwandtschaft "gebadet". Ganz ehrlich, wenn ich lese, dass sie 5, in Zahlen FÜNF, Kilometer trainiert haben, dann muss ich Euch sagen, das habe ich selbst in meinen besten Zeiten NIE geschafft.

Nie habe ich auch nur ansatzweise soo lange Kacheln gezählt. Trotzdem hat es zu einer Bestzeit von 59 Minuten auf 3,8 km gelangt- also nicht verrückt machen lassen, Martin! Und gleich noch einen Cubalibre bestellen. Der schmeckt aber nach so einer Badeeinheit auch gut... Liebe Grüße aus dem Paradies...Noch 135 Tage!

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