Ein erfolgreicher Saisonabschluss

 

Da ist die Saison 2014/15 auch schon wieder vorbei. Nach Frankfurt habe ich mich noch an 2 bzw. 3 weitere Wettkämpfe gewagt.

 

Eine Woche nach meiner ersten Olympischen Distanz, die ich sehr erfolgreich absolviert hatte (lest selbst), stand der Junioren Europa Cup im ungarischen Tiszaujvaros an. Das spannende Rennformat lockt nicht nur die knapp 20.000 Bewohner aus den Häusern, sondern auch ein, wie jedes Jahr, sehr stark besetztes Juniorenfeld von 120 Jungs, aufgeteilt in vier Semifinals über die Supersprint-Distanzen von 500m Schwimmen, 12km Radfahren und 3,5km Laufen.  Für die Elite findet das Ganze Spektakel zur selben Zeit sogar im Rahmen eines Weltcups statt über die normale Sprintdistanz.

 

 

 

Natürlich ist das primäre Ziel eines jeden Athleten, der dort teilnimmt, das ganze am Sonntag im Finale nochmal zu machen, was aber kein Zuckerschlecken ist, denn dieses Jahr musste man nicht wie im Vorjahr in die TOP 9 seines Semifinals, sondern in die TOP 7 kommen. (Übrigens hier mein Bericht über mein Rennen vom Vorjahr)

 

Mit einer kleinen Gruppe des Bayern-Kaders reisten wir bereits mit Roland am Mittwoch nach Wien, wo es dann am nächsten Tag in einer zweiten Etappe nach Ungarn weiter ging. Da ich die Strecken bereits schon kannte und durch die frühe Anreise ohnehin schon wenig Stress war, konnte ich mich voll und ganz auf die Regeneration konzentrieren, was in unserem Hotel auch super möglich war, denn die Temperaturen betrugen das ganze Wochenende lang zwischen 35 und 40°C.

 

Die Wettkampfbesprechung oder auch „Athletes-Briefing“ genannt fand am Freitag statt und im Anschluss konnte man sich noch im 28°C warmen „Tümpel“, in dem der Wettkampf stattfand, abkühlen oder auch nicht J

 

Am Samstag konnte ich erstmal ausschlafen, denn Start meines Semifinals war erst um 13:02 Uhr und ich war sogar im ersten von vier, wenn auch mit der dritthöchsten Startnummer, da ich als einer von wenigen in meinem Semifinal noch an keinem Europa Cup in diesem Jahr teilgenommen habe und somit keinerlei Punkte für das Ranking sammeln konnte. Die Startliste meines Semifinals hatte ich natürlich genau studiert und mir eingeredet, dass ich gute Chancen auf eine TOP 7 Platzierung habe, um ins Finale am Sonntag zu kommen. Optimismus senkt die Aufregung J

 

Dann will ich auch nicht mehr lange drum rum reden: Freie Platzwahl hatte ich beim Line-Up auf dem Startponton leider nicht, so blieb mir nur noch einer in der Mitte übrig. Dann hieß es „On your marks“ und das Startsignal ertönte. Habe ich schon erwähnt, dass die erste Boje nach 100m kommt und man bei den 500m zweimal im Kreis schwimmen muss, sodass viele Richtungswechsel entstehen, bei denen man als guter Schwimmer Zeit gut macht und als nicht so guter viel Zeit verliert, sodass das Feld viel weiter auseinander gezogen wird, wie es eigentlich bei 500m üblich ist. Welche Taktik folgt daraus? LOSSPRINTEN und möglichst weit vorne platziert um die Bojen. Hatte nur ich diese Taktik? Natürlich nicht. Aber das Lossprinten hat sich für mich nach 10m bereits erledigt dank eines Italieners, der mich an der Schulter nach hinten gezogen hat. Schon schwimmt man hinterher.

 

Ich hatte wenigstens gute Arme, sodass ich auf den Runden einige Plätze gut machen konnte, obwohl ich immer relativ weit außen um die Bojen geschwommen bin, da ich dachte, dass man durch das Prügeln mehr Zeit verliert.

 

An Position 14 ging es dann aus dem Wasser und aufs Rad, wo ich gleich richtig Druck machte, zwar konnten mir einige folgen, aber auch nicht alle. Bis auf den letzten der 12 km fuhr ich nur vorne, was mich aber auch nicht störte, denn als die anderen vorne fuhren, brachten wir nicht einmal 40km/h auf den Tacho..

 

Leider war vorne eine Gruppe von 5 guten Schwimmern, die sehr gut lief und gegen die ich alleine dann doch keine Chance hatte. Nach einem guten zweiten Wechsel konnte ich vorne aus der Verfolgergruppe rauslaufen mit 50s Rückstand auf die Führenden.

 

Ich wusste, dass ich bester oder zweitbester Läufer aus meiner Gruppe sein muss, um ins Finale zu kommen. Das war aber gar nicht so leicht nach dem harten Radfahren. Ein Italiener und ein Ungar liefen erstmal weg und ich kämpfte mit einem anderen Italiener um Platz 8.

 

Als wir einen von den vorderen 5 eingeholt hatten, kämpften wir um den begehrten siebten Platz und nach einer von zwei Laufrunden wurde ich wach und konnte das Tempo deutlich erhöhen. Doch der Italiener blieb hartnäckig und erst auf den letzten 150m konnte ich mich mit einem starken Endspurt von ihm lösen und sogar noch fast den Ungar wieder einholen. Also lief ich auf Platz 7 über die Ziellinie und konnte mich so mit einer Punktlandung fürs Finale qualifizieren, war allerdings ziemlich erschöpft von dem unglaublich hartem und auch heißem Rennen. Ergebnisse meines Semifinals hier.

 

Da wir das schnellste Halbfinale waren und sich ja noch die zwei zeitschnellsten Athleten jenseits der TOP 7 Platzierung für das Finale qualifizieren, hat es der Italiener auf Platz 8 auch geschafft und Platz 9 sogar auch, aber so etwas weiß man im Rennen ja nicht und besonders nicht, wenn man im ersten Semifinal ist.

 

Auch Pirmin schaffte es dieses Jahr sich für das Finale zu qualifizieren, indem er sein Semifinal mal eben gewann J

 

Sonntag war nicht nur Finaltag, sondern auch mein 18. Geburtstag, was natürlich nochmal extra Motivation gab. Trotzdem änderte das nichts an der Tatsache, dass ich völlig platt vom Vortag war und man berichtet und liest doch lieber nur über die schönen Dinge, also nur ganz kurz über das Finale:

 

Start um 14 Uhr, es war noch heißer als im Halbfinale und die Strecken waren null im Schatten. Schwimmen richtig schlecht, Verfolgergruppe, Radfahren richtig schlecht, trotzdem musste ich mit Pirmin alles vorne fahren, gerade so eine Sturz ausgewichen, Laufen grottig, außer der Endspurt, Platz 23 von 31 im Finale gestarteten Athleten, aber ich finde es ist Platz 23 von 120 insgesamt gestarteten Junioren. Sehr enttäuschend, aber davon habe ich mir nicht den Geburtstag verderben lassen und ich glaube kein Triathlon Wettkampf auf der Welt bietet eine bessere Gelegenheit die Volljährigkeit zu feiern wie Tiszaujvaros JErgebnisse des Finals hier.

Als nächstes stand der Junioren Europa Cup in Bled (Slowenien) auf dem Plan. Da dieser aber erst am 05. September stattfindet, meinte Roland zu mir ich soll erstmal eine Woche Pause machen. Das machte ich auch, aber in dieser Woche merkte ich irgendwie, dass mir der Spaß komplett fehlt und ich keine Lust mehr habe, dann noch ganze drei Wochen für einen Wettkampf zu trainieren, wo ein 10. Platz oder so rausspringt, wenn es gut läuft.

 

Europa Cup abgesagt und etwas anderes als Saisonabschluss rausgesucht, was auch früher stattfindet und da bin ich schnell fündig geworden. Der Mondseelandtriathlon am 23. August. Eine Olympische Distanz mit Windschattenverbot und Preisgeld J So hieß es dann noch eine Woche Training und dann hoffentlich erfolgreich die Saison beenden.

 

Am Sonntag, den 23. August, ging es dann schon um 4:45 Uhr morgens zum Mondsee. Mein Vater hatte sich auch gemeldet und insgesamt war es keinesfalls schwach besetzt: Teamkollege Michael Ager alias Ole, der Bad Endorfer Stolz und Kaderkollege Robert Wimmer, Nikolaus Wilhidal, Michael Rünz, Daniel Herlbauer, Franz Höfer…

 

Der Start der Frauen war bereits um 8 Uhr und 10 Minuten später waren dann bereits die Männer dran. Der Neo war bei einer Wassertemperatur von 21,5°C erlaubt und die Außentemperatur war NOCH angenehm. Da ich mich in diesem Feld selber als starken Schwimmer einschätzte, stellte ich mich freiwillig in die Mitte, denn rechts und links war es schon sehr voll. Pünktlich ertönte dann der Startschuss zum Wasserstart.

 

Ich kam gleich super weg und konnte mich an die Spitze des Feldes setzen. Da ich selber nach links atme, konnte ich nicht sehen, ob ich mit Robert, der rechts gestartet ist, auf gleicher Höhe war. Als ich dann mal nach rechts atmete, sah ich niemanden und ich hatte irgendwie Angst auf die falsche Boje zu zusteuern, also schwamm ich mal eben zwei Züge Rücken, um zu sehen, ob ich richtig bin. So war es, Robert und Franz Höfer direkt an meinen Füßen und dann eine kleine Lücke zum Rest des Feldes. Ok, dann konnte ich ja weiter Gas geben. Die Orientierung zu ersten Boje war noch einfach und nach einer Rechtskurve zur zweiten Boje ebenfalls. Nach der nächsten Rechtskurve, sollte man zurück zum Schwimmstart schwimmen, um dort einen Landgang zu absolvieren, allerdings stand dort nichts größeres, an dem man sich orientieren hätte können. So bin ich erstmal ein paar Züge Wasserballkraul geschwommen, um den Schwimmstart zu suchen, zwar wusste ich dann die ungefähre Richtung, aber diesen mit jedem Blick wieder zu finden, war unheimlich schwer. Der Nachteil, wenn man ganz vorne schwimmt.

 

Allerdings holten wir dann schon die hinteren Frauen ein und diese hatten rosa Badekappen, an denen man sich dann orientieren konnte. Dann ging es raus aus dem Wasser und über einen Steg wieder hinein. Beim Landgang sah ich, dass ich bereits ein kleines Loch zu meinen Verfolgern gerissen habe, was mich nochmal zusätzlich motivierte.

 

Nach den 1500m, bei denen die Orientierung anstrengender war als das Schwimmen, kam ich dann mit circa einer halben Minute Vorsprung auf Robert und Franz Höfer, als erster aus dem Wasser. Dann ab aufs Zeitfahrrad, welches ich mir natürlich von meinem Vater geliehen hatte. Er selber startete mit seinem Alten.

 

Ich konnte gleich voll in die Pedale treten und das musste ich auch, denn ich weiß, dass Robert ein sehr guter Läufer ist und ich mir beim Radfahren einen Vorsprung erarbeiten muss, um bessere Chancen zu haben. Ich hatte super Beine, konnte sehr schnell fahren und war nach der Hälfte noch keineswegs müder oder erschöpft. Es kam dann mal ein steilerer Hügel mit einer kriminellen Abfahrt, da Kieselsteine in einer 90° Kurve lagen. Ich bin nur gerade so einem Sturz entkommen. Die letzten 10km wurden dann etwas kurviger und ich nahm leicht Tempo raus, um noch mehr Kräfte für den abschließenden 10km Lauf zu haben. Im kurvigen Teil kann man sowieso nicht viel gut machen bzw. verlieren.

 

An Position eins lief ich dann auf die erste von vier Laufrunden und ich erfuhr von meinem Vater, dass ich zwei Minuten Vorsprung auf Platz zwei habe. Mein Vater musste das Rennen leider nach 20km Radfahren beenden, da ihm sein Reifen geplatzt ist.

 

Die Laufrunde hatte zwei Wendepunkte. Man kam sich also oft entgegen. Die ersten zwei Runden fühlte ich mich richtig gut und konnte ein hohes Tempo laufen. Der zweitplatzierte Nikolaus Wilhidal und Robert, der an Position drei lag, kamen mir immer an denselben Stellen entgegen. Die dritte Runde war allerdings sehr hart und ich wurde langsamer. Meine Verfolger konnten Zeit gut machen, aber nicht viel.

 

Zu Beginn der letzten Runde realisierte ich dann, dass ich tatsächlich gewinnen kann, was mich nochmal motiviert hat und ich nahm nochmal alle Kräfte zusammen. Viel schneller ging allerdings vom Kopf her nicht mehr, da ich immer noch eineinhalb Minuten in Führung lag.

 

Den letzten Kilometer konnte ich dann genießen und tatsächlich als erster nach 1:49:56h über die Ziellinie laufen. Zweiter wurde Wilhidal und dritter Robert. Ole holte sich mit einem starken vierten Platz ebenfalls noch etwas Preisgeld J Herzlichen Glückwunsch an euch! Ergebnisse hier.

 

Hier gibt es noch zwei kleine Fernsehberichte mit abschließendem Interview meinerseits:

 

http://www.btv.cc/system/web/video.aspx?detailonr=225195427&menuonr=222383999

 

 

 

http://www.rts-salzburg.at/clips/moondsee-triathlon/

 

 

 

 

Das nenne ich mal einen gelungenen Saisonabschluss. Jetzt geht es erstmal in die wohlverdiente Saisonpause. Ich werde in den kommenden Tagen nochmal einen Blogeintrag schreiben, wo ich die Saison 2014/15 noch einmal Reveau passieren lasse und über meine nahe Zukunft Bescheid gebe J

 

Bis dahin
LG Frederic

 

 

 

 

 

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