Meine erste Olympische Distanz

(Copyright by Marcel Hilger)

 

Als ich vor ein paar Monaten eine Einladung zum Frankfurt City Triathlon (FCT) bekommen hatte, um für das sogenannte „Newcomer-Team“ in der ersten Startgruppe mit den Profis zu starten, sagte ich sofort zu. Zwei Wochen nach den Deutschen Meisterschaften war es der ideale Zeitpunkt für meine erste Olympische Distanz (1,5km Schwimmen-45km Radfahren-10km Laufen).

 

 

Allerdings ist beim FCT das Windschattenfahren verboten. Netterweise durfte ich mir das Zeitfahrrad meines Vaters borgen und so konnte ich mich die letzten 10 Tage vor dem Rennen an die Position gewöhnen.

 

 

 

Meine Mutter und ich reisten bereits am Samstag nach Frankfurt, denn sowohl die Startunterlagenausgabe als auch der Check-In fanden am Vortag statt. So war der Wettkampfmorgen nicht mehr all zu stressig.

 

 

 

Der Wecker klingelte trotzdem schon um 5:30 Uhr und nach einem Frühstück ging es in Richtung des bekannten Langener Waldsees. In der 800m langen Wechselzone (2000 Teilnehmer brauchen Platz) wurde nochmal das Rad aufgepumpt und die Aeroflasche befüllt. Ich hatte durch die Startnummer 16 das Glück ganz am Ende der Wechselzone zu sein und musste mein Rad lediglich 50m bis zum Aufstieg schieben.

 

 

 

 

Das Wasser hatte 21,9°C und da die Grenze zum Neoverbot bei 22°C lag, wurde der Neo erlaubt. Meine Mutter borgte mir wieder ihren Neo und nach dem Einschwimmen stand ich dann auch schon an der Startlinie neben zahlreichen bekannten Namen.

 

 

Pünktlich um 8:45 Uhr fiel der Startschuss. Ich kam sofort gut weg, hatte aber immer im Kopf, dass ich nun 1500m schwimmen muss und nicht wie gewohnt die Hälfte. Also reihte ich mich erstmal im Wasserschatten der Spitzengruppe mit Michael Raelert, Horst Reichel und Andreas Niedrig ein. In der zweiten Hälfte der Schwimmstrecke wurde das Tempo von Michael Raelert nochmal deutlich verschärft und am Ende konnte er sich ein klein wenig absetzen.

 

 

 

 

Ich stieg als dritter direkt hinter Horst Reichel aus dem Wasser und konnte nach einem guten Wechsel als zweiter auf das Rad steigen. Die ersten paar Kilometer auf dem Rad gingen besonders schwer, aber irgendwann fand ich meinen Rhythmus und konnte gut Druck auf das Pedal bringen. Jan Raphael und Andreas Niedrig kamen dann von hinten und ich versuchte mich bei ihnen und Horst Reichel, natürlich mit genügend Abstand, dran zu beißen, was mir alles andere als leicht fiel. Nach den 45km in Aeroposition zeigte das GPS einen 43er Schnitt an. Hier die Strava-Datei dazu.

 

 

 

 

Zwar stiegen wir mit bereits über zwei Minuten Rückstand auf Michael Raelert, aber dafür auch mit genügend Vorsprung auf die Verfolger vom Fahrrad. Die zweite Wechselzone war nun mitten in der Stadt und die Laufschuhe in einem Beutel verpackt, den man bei 2000 Beuteln erstmal finden muss. Zwar sind diese nach Startnummern sortiert, aber hängen so eng beieinander, dass ich erst zweimal einen anderen Beutel in der Hand hatte.

 

 

 

Das Loslaufen ging nach dem harten Radfahren überraschend gut und nach dem ersten km konnte ich Jan Raphael einholen, der schneller gewechselt hatte und lag somit an Position zwei. Zwar hatte ich super Beine und konnte ein schnelles Tempo laufen, doch nach 5km ging mir dann doch die Energie aus. Das Gel, welches ich mir in den Anzug gesteckt hatte, wollte ich nicht nehmen, da mir viel zu übel für etwas dickflüssiges war. Cola gab es bei den Verpflegungsstationen leider nicht, aber genau so etwas hätte ich gebraucht. Horst Reichel holte mich dann ein und ich kämpfte mich über die letzten paar Kilometer. Tatsächlich lief ich dann als dritter bei meiner ersten Olympischen Distanz über die Ziellinie, sogar noch unter zwei Stunden, trotz der 45km Radfahren statt, wie normalerweise bei einer solchen Distanz, 40km.

 

 

 

(Copyright by Marcel Hilger)

 

 

Bei dem Feld bin ich super zufrieden mit meiner Platzierung und ich konnte wahnsinnig viel Erfahrung sammeln. Herzlichen Glückwunsch nochmal an den Sieger Michael Raelert und an den zweitplatzierten Horst Reichel. Ergebnisse hier.

 

 

 

Es war eine super Veranstaltung mit tollen Strecken mitten durch Frankfurt und es hat richtig viel Spaß gemacht. Der FCT steht auf jeden Fall jetzt schon auf meinen Rennkalender für nächstes Jahr.

 

 

 

Pressestimmen:

 

http://www.focus.de/regional/mecklenburg-vorpommern/triathlon-triathlet-michael-raelert-gewinnt-city-triathlon-in-frankfurt_id_4854570.html?fbc=fb-shares

 

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/sport/city-triathlon-frankfurt-vollgas-durch-die-stadt-13731692.html

 

http://tri-mag.de/aktuell/kurzstrecke/schmitt-und-raelert-siegen-frankfurt-123245

 

 

 

Jetzt wird aber erstmal regeneriert, denn gleich dieses Wochenende steht das nächste Rennen an: Junioren Europa Cup in Tiszaujvaros (Ungarn). Ich freue mich schon auf dieses Format mit Halbfinale am Samstag und bei ausreichender Platzierung Finale am Sonntag, wo ich auch noch meinen 18. Geburtstag feiern darf. Hier der Blogeintrag vom Vorjahr zu meinem Rennen in Tiszaujvaros.

 

 

 

Bis dahin

 

LG Frederic

 

 

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