Allez Versailles!

Nach dem Wettkampf in Grimma genehmigte ich mir erstmal eine Woche Pause vom Sport und besichtigte mit meiner Freundin für ein paar Tage Prag. Eine sehr schöne Stadt!

 

Das Hauptziel danach war dann erstmal wieder eine gute Grundlage für den Rest der Saison aufzubauen, sprich lange Einheiten und weniger Intensiv. Trotzdem ging es gleich wieder zu einem Wettkampf nach Frankreich zu meinem zweiten Rennen in der französischen Liga. Die Vorbereitung war natürlich alles andere als optimal, aber ich war motiviert alles zu geben. Ein Blick auf die Startliste verriet, dass es extrem schnell werden würde, so wie eigentlich jedes Rennen des Grand Prix, nur nochmal ein bisschen schneller, da sehr viele Athleten dieses Rennen als Vorbereitung für die WM zwei Wochen später in Rotterdam mitnahmen.

 

 

Bereits am Donnerstagabend (31.08) flog ich nach Paris, um von dort am nächsten Tag mit meinem Team aus Versailles mit dem Auto in die französische Bretagne zu fahren, genauer gesagt nach Quiberon. Eine sehr schöne Gegend, zwar komplett eben, aber umso windiger.

 

Der Wettkampf fand dann am Samstagnachmittag statt. Geschwommen wurde ein Dreieckskurs im 16°C kalten Atlantik, sprich mit Neopren. Das Radfahren war technisch sehr anspruchsvoll und wie auch die Laufstrecke sehr windanfällig. Die Außentemperaturen waren leider langweilige 20°C, was jeder kann. Ich mag es immer sehr, wenn es extrem heiß ist, da dann die mentale Stärke und die Renneinteilung noch größere Rollen spielen, aber da ist Nordfrankreich auch der falsche Ort :)

 

Um 16 Uhr fiel dann der Startschuss und es galt erstmal 100m auf dem Strand zu laufen bevor man in den Atlantik sprang. Leider nicht meine Stärke, dafür hatte ich im Wasser sofort Beine zum reinhängen. Unser Team startete auf der linken Seite und bis kurz vor der ersten Boje dachte ich wir liegen sehr gut, doch scheinbar ging rechts die Post ab und alle Athleten die links gestartet waren, schwammen im hinteren Drittel um die erste Boje. Wenigstens kam ich da gut rum.

 

Bis zum Ende des Schwimmkurses gelang es mir aber leider nicht viel aufzuholen, denn meine eigene Schwimmleistung war alles andere als gut an diesem Tag. Beim Aufspringen auf das Fahrrad verhakte sich mein rechter Radschuh am großen Kettenblatt vorne und durch das rumfuchteln im langsamen Rollen verpasste ich die dritte Radgruppe und saß dann erstmal in der vierten.

 

Wenigstens hatte ich gute Beine, so fuhr ich die erste der drei Radrunden beinahe maximal (7min bei 400+ Watt), um die dritte Radgruppe wieder zu erreichen, was mir auch gelang. Umso positiver war, dass mir niemand aus der vierten Radgruppe folgen konnte.

 

Leider wollte dort niemand mitarbeiten, um den Abstand zur Verfolgergruppe so gering wie möglich zu halten und alleine hatte ich dann nach der harten ersten Radrunde auch nicht mehr wirklich Lust.

 

Das Laufen war dann noch in Ordnung, auch wenn ich nach vorne nichts mehr gut machen konnte. So lief ich als 48ter über die Ziellinie. Trotz der suboptimalen Vorbereitung, hatte ich mir etwas mehr erhofft, aber wenn im Grand Prix schon nur eine Disziplin schlecht läuft und dann auch noch das Schwimmen, ist nicht mehr viel zu machen. Ergebnisse hier.

 

Leider war unser Teamergebnis mit Platz 14 auch alles andere als erfreulich, womit das letzte Rennen drei Wochen später in Nizza perfekt laufen muss, damit wir in der ersten Division bleiben. In Frankreich steigen vier Teams ab (Platz 13-17) und wir befanden uns im Moment auf Platz 12, aber punktgleich mit Platz 13.

 

Mein Rennen war auf jeden Fall eine sehr gute Trainingseinheit und ich war wieder um einen Haufen Erfahrung reicher.

Direkt nach dem Rennen ging es zurück nach Paris, wo ich am Sonntagmorgen noch einen langen Lauf durch die Gärten des Schloss in Versailles machte bevor es zurück nach Deutschland ging.

 

Da meine Trainingskollegen dort alle in bereits in der Saisonpause waren und für die nächsten Tage/Wochen viel Regen und Kälte vorhergesagt war, beschloss ich den letzten Teil meiner Vorbereitung nach Ungarn zu verlegen, wo die Temperaturen noch über 20°C waren und es alle zwei Wochen mal einen Regentag gibt.

 

Die drei Wochen bis zum nächsten Rennen in Nizza habe ich sehr gut und einwandfrei trainieren können und ich fühlte mich sehr fit in allen drei Disziplinen. Das Grand Final des Grand Prix in Nizza war auch zugleich meine letzte Sprintdistanz für diese Saison.

 

Von Debrecen in Ungarn flog ich am Freitag (22.09) über München nach Nizza. Dort hieß es dann noch bis Sonntagnachmittag Beine vertreten, ausruhen und Speicher füllen.

 

Das Meer war sehr wellig, aber knapp über 20°C, somit war der Neo verboten. Die Startlinie war leider alles andere als fair, so hatten die Teams auf den linken Plätzen knapp 20m mehr zu schwimmen als die Rechten. Klingt zwar nicht viel, aber es sind circa 15 Sekunden und das macht bei solchen Rennen extrem viel aus. Leider hatten wir nicht mehr viel Auswahl und standen auf der linken Seite. Um 15:30 Uhr fiel dann der Startschuss.

 

Meine Arme fühlten sich sehr gut an und ich konnte die ersten 200m sogar relativ frei schwimmen. Dann ging es auf die erste Boje zu und es wurde natürlich enger, jedoch kam ich weit innen und sehr schnell rum. Bei der zweiten Boje war ich von mir selbst überrascht, da ich bewusst ins Geprügel schwamm, um so eng wie möglich um die Boje zu kommen. So steckte ich ein paar mal ein, aber teilte auch ein paar mal aus :D Auf dem Rückweg fand ich dann einen guten Wasserschatten und durch die Strömung ging es deutlich schneller zurück als hin.

 

Mit meiner Schwimmleistung konnte ich zufrieden sein und auch mein Wechsel ging in Ordnung. Ich fand mich gleich in der dritten Radgruppe wieder. Vorne fuhr lediglich eine 8 Mann Ausreißergruppe mit Vincent Luis und Co. Dahinter eine größere Verfolgergruppe, die es zu erreichen galt.

 

Es war eine 4km Wendepunktstrecke auf der Promenade, die man fünf mal fahren musste, also alles andere als anspruchsvoll, dafür sehr schnell. Ich brauchte zwei Runden, um die 10 Sekunden zur nächsten Gruppe endlich zu schließen. In der großen Gruppe ruhte ich mich dann erstmal zwei Runden aus. Ich wusste, dass die 8 Mann in der Ausreißergruppe vorne alle auch schneller laufen würden als ich, somit hatte ich kein Interesse vorne mitzuhelfen und auf dem Kurs mit so einer großen Radgruppe kann man weder die anderen müde fahren, noch ausreißen. In der letzten Runde wurde es dann nochmal hart, da es um die Positionskämpfe ging, bei denen ich mich relativ gut behaupten konnte.

 

Auch mein zweiter Wechsel ging in Ordnung. Die Laufstrecke war sogar 5,8km lang und es ging zwei mal auf der Promenade hin und her. Das Loslaufen ist nicht meine Stärke, so liefen mir erstmal einige Athleten weg, die ich einen oder zwei Kilometer später wieder einsammelte. Ich fühlte mich sehr schnell und konnte das Tempo sehr konstant durchlaufen. 2km vor dem Ziel waren dann plötzlich drei Athleten des Teams vor mir, mit welchem wir um den Abstieg kämpften. Kurz gesagt, es war der längste und härteste Endpurt meines Lebens, dafür aber auch mein schnellster Lauf in einer Sprintdistanz (17:39min für 5,8km). Von den drei Athleten konnte ich nur einen einsammeln, aber es hat gereicht und wir bleiben in der ersten Division. Ich wurde 35ter, was mein bestes Grand Prix Ergebnis ist und mit dem Team wurden wir sogar 8ter. Fun Fact: Das andere Team ist auch nicht abgestiegen, sondern nochmal ein anderes Team, welches eigentlich schon sicher war. So schnell kanns gehen :D Ergebnisse hier.

 

Ich bin froh endlich ein zufriedenstellendes Rennen im Grand Prix gehabt zu haben. Darauf kann ich aufbauen. Insgesamt war es ein tolles Wochenende mit meinem Team aus Versailles und ich freue mich schon auf die nächste Saison in Frankreich und bin gespannt auf das neue Format des Grand Prix!

 

In zwei Wochen steht dann das Highlight des letzten Saisonparts an: Elite Europa Cup Finalle im spanischen Melilla über die Olympische Distanz. Meine Form stimmt und ich freue mich auf das Rennen!

 

Bis dahin

 

LG Frederic

 

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