Spannendes Fomat mit viel Pech

 

Direkt am Nachmittag, nach dem Rennen in Konstanz, ging es mit meinem Onkel Martin Funk in Richtung Süd Tirol, wo wir von Montag bis Mittwoch den Meraner Höhenweg wanderten. Wir hatten mit dem Wetter unheimlich Glück und so haben die 100km zu Fuß noch mehr Spaß gemacht. Trotzdem war die zweite Hälfte des letzten Tages eine ziemliche Qual, da zu dem Muskelkater im ganzen Körper vom vielen bergab gehen auch noch die Füße angefangen haben weh zu tun, so war ich umso glücklicher, als mein Onkel und ich es geschafft hatten.

 

 

 

Am Donnerstag ging es dann wieder nach Hause, aber bevor es in die lang ersehnte Saisonpause ging, stand noch ein einziger Wettkampf an und auch nicht irgendein Wettkampf, sondern das Finale der 2. Bundesliga Süd, wo ich mit dem SKINS Tri Team Grassau, nach der grandiosen Aufholjagd in den letzten drei Rennen, natürlich den Aufstieg klar machen wollte.

 

 

 

 

 

 

Unspezifisch vorbereitet und immer noch mit leichtem Muskelkater, reiste ich dann am Freitag mit meinen Teamkollegen Martin Kipnick, Michael Ager, Samuel Grill und Pirmin Frey nach Borken (Hessen), wo der Wettkampf stattfand. Wir kamen erst abends an, so dass außer Abendessen nichts mehr anstand.

 

 

 

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging es auch schon um halb 9 in Richtung Wettkampfgeschehen. Wir bekamen unsere Startunterlagen, checkten unsere Räder ein und gingen einlaufen, dann waren es nur noch 30 min bis zum ERSTEN Start.

 

 

 

Die 2. Bundesliga Süd bestand bis jetzt nur aus 4 Sprintdistanzen und um dem Ganzen etwas Abwechslung zu bieten, war das letzte Rennen ein sehr besonderes Format: Zuerst gab es einen Swim & Run mit den Distanzen 400m und 2,5km, den jeder Athlet einzeln bestreiten und wie üblich sein Bestes geben musste. Die Zeiten der vier besten Athleten jedes Teams werden addiert uns so ergibt sich dann eine Reihenfolge für den nächsten Wettkampf. Gute 1,5h später gab es nämlich einen Teamwettkampf. Alle Teams werden nach den Abständen des ersten Wettkampfes ins Wasser geschickt. Nun muss aber nicht jeder Athlet seinen eigenen Wettkampf machen, sondern alle 5 bzw. minimal 4 Athleten (einen darf man verlieren) müssen zusammenbleiben und eine komplette Sprintdistanz gemeinsam absolvieren. Das Team, welches dann am Ende als Erstes über die Ziellinie läuft gewinnt. Unser Ziel war es vor dem ARGI+ Tri Team Schongau zu sein, da diese unsere direkten Konkurrenten um den Aufstieg waren.

 

 

 

Nun aber zurück zum Swim & Run: Die Wassertemperatur war 19°C, was bedeutete, dass der Neo erlaubt ist. Das Wetter spielte auch mit und wir gingen alle sehr optimistisch ins Rennen.

 

 

 

Dann ertönte pünktlich um 10:50 Uhr der Startschuss und knapp 70 Athleten sprinteten in die Stockelache. Ich hatte mich mit den Anderen rechts hingestellt und nach 30m merkte ich schon, dass das die falsche Wahl war, denn links konnte man viel weiter ins Wasser laufen, jedoch war bis kurz vor dem Start noch gar nicht klar wo genau die Startlinie ist, also war auch keine Möglichkeit zu testen, wo es am schnellsten ist.

 

 

 

Trotzdem kam ich gut zur ersten Boje und reihte mich gleich in der Gruppe ein. Bis zum Ende konnte ich noch ein paar Plätze gut machen und so ging ich als 6ter aus dem Wasser und als 5ter auf die Laufstrecke.

 

 

 

Beim Laufen hatte ich endlich mal wieder Tempo drauf und ich lief mit Tobias Heining (Würzburg) auf die Plätze 2 und 3 vor. Dann musste ich jedoch etwas abreißen lassen und von hinten kam dann noch Pirmin, der bis auf Platz 1 vorlief. Als vierte lief ich dann über die Ziellinie.

 

 

 

 

Durch die auch nicht einfache Laufstrecke, welche über Stein und Wiese ging, war das schon mal eine ganz schöne Laktatdusche. Kippi, Ole und Sam zeigten auch sehr gute Leistungen und so schauten wir zuversichtlich auf das Teamrennen. Nachdem auch die Ergebnislisten aushingen, konnte man schon mal die Abstände berechnen. Nach unseren Berechnungen startete als erstes Team Neckarsulm, dann wir mit einer Minute Rückstand und nur zwei Sekunden hinter uns das Team aus Schongau.

 

 

 

Dann standen wir auch schon wieder in unseren Neos 1,5h später zum Einschwimmen bereit, als wir auf einmal erfuhren: Wir starten als viertes Team mit 3 min Rückstand auf Neckarsulm und somit 2 auf Schongau. WAS??? Sofort schaute Michael Erhardt, unser Teammanager, nach, wie das sein kann. Als er zurückkam, hieß es: Pirmin disqualifiziert, weil er beim Wendepunkt kein Haargummi um den Arm genommen hat. Ach ja stimmt, na dann. Ich glaube das war Paragraph Drölf, Absatz Zwünf in der Sportordnung: „Wenn einer von den Grassauern keinen Haargummi als Rundenzähler nimmt, wird er 2 min vor dem Start disqualifiziert, damit man keine Zeit mehr für einen Einspruch hat“ So heißt es, denke ich :D Lächerlich! Aber in diesem Moment blieb uns leider keine Zeit mehr und wir mussten das erst einmal so hinnehmen, auch wenn das nun den ganzen Rennverlauf verändert. Unglaublich wenn Kampfrichter meinen sie müssen wegen so einem Sch**ß den Aufstiegskampf verfälschen...

 

 

 

Na ja, nun mussten wir uns aber auf den Wettkampf konzentrieren. Als wir dann starten durften, wanden wir gleich unsere „Arrow-Taktik“ an, die von Beginn an super funktioniert hat. Bei dieser schwimmt vorne ein guter Schwimmer (Pirmin), dahinter ein schlechterer (Kippi) und ganz hinten sozusagen der viertbeste Schwimmer der 5 Athleten (Ole). Dann schwimmen die anderen zwei guten Schwimmer (Sam und Ich) links und rechts auf Hüfthöhe von Pirmin, so dass im Endeffekt Kippi dreifachen Wasserschatten hat :)

 

 

 

Wie gesagt, es hat super funktioniert und von Anfang an unheimlich Spaß gemacht. Der Spaß ging dann auf dem Rad weiter, wo wir super kreiselten und sehr schnell auf der nicht abgesperrten Strecke (!) unterwegs waren. Auf der 22km Strecke mit einem Wendepunkt, d.h. 31 weniger als in Konstanz, hatten wir dann am Ende einen Schnitt von 42,5 km/h.

 

 

 

 

Nach dem zweiten Wechsel ließen wir Sam und Ole beim Laufen erst einmal das Tempo machen, bevor wir dann zu Beginn der zweiten Runde bei Sam zum Schieben anfingen, was ihn zwar störte, aber es brachte was ;) Von hinten kam das Team von Oberursel, welches wir beim Radfahren eingeholt hatten, immer näher und 400m vor dem Ziel sagten wir zu Ole, er soll zum Endspurt anziehen, da Sam dann schon ziemlich blau war und wir den dritten Platz noch halten wollten.

 

 

 

Also sprintete Ole los und wir hinterher. DAS war ein Endpurt! Respekt, Ole :) Sam musste so zwar auf der Zielgeraden abreißen lassen, aber es zählt ja die Zeit vom vierten Athleten und wir konnten uns durch den Teamwettkampf quasi wieder um einen Platz verbessern und wurden dritter.

 

 

 

Leider konnten wir Schongau nicht mehr einholen, die allerdings ein starkes Rennen an diesem Tag hatten und damit Aufstieg klar machen konnten. Wir waren alle etwas frustriert über das Ergebnis, sauer auf die unberechtigte Disqualifikation, welche uns möglicherweise den direkten Aufstieg gekostet hat, aber glücklich über unsere Teamleistung und unseren Zusammenhalt. Dieses Format macht einfach so Spaß :)

 

 

 

Nach dem Rennen legte Michi natürlich noch Einspruch ein, welcher aber wieder unberechtigterweise nicht genehmigt wurde :( Dann kam es leider noch schlimmer: Der Teammanager der Darmstädter hat Einspruch eingelegt, dass Pirmin durch seine Disqualifikation eigentlich als letzter gewertet werden muss, womit er bei einer normalen Sprintdistanz leider auch recht hätte, aber bei diesem Format hätte er dann mit diesem Einspruch auch vor dem zweiten Rennen kommen müssen, da ja so wieder alles komplett anders gewesen wäre und wir nochmal 1,5 min weiter hinten gestartet wären. Der Einspruch wurde genehmigt und uns wurden die 1,5 min noch nachträglich drauf gerechnet, womit wir auf Platz 4 zurückfielen. Wenn wir jetzt nicht so niedrige Platzziffern über die Saison gesammelt hätten, dann wären wir dadurch sogar in der Tabelle noch von Platz 2 auf 3 zurück gefallen. Da hat der Darmstädter meiner Meinung nach unmenschlich gehandelt, denn er oder sein Team hat ja nicht mal davon profitiert und er hat es nur gemacht, weil die Woche davor in Konstanz einer seiner Athleten unberechtigt disqualifiziert wurde, aber ich denke, da muss man uns dann nicht mit rein ziehen. Das hätte jetzt auch noch ganz anders ausgehen können, so hatten wir Glück im Unglück, dass wir doch noch zweiter geblieben sind.

 

 

 

 

Das ist echt ein Mangel an der 2. Bundesliga Süd. Man wird bei jedem Quatsch disqualifiziert. Das war letztes Jahr auch schon immer ein Problem. Schon mal was von Zeitstrafen gehört?? …

 

 

 

Wie dem auch sei, wenn wir Glück haben, dann könnten wir evtl. doch noch aufsteigen, denn anscheinend will man die 1. Bundesliga mit Teams aufstocken. Also Daumen drücken ;)

 

 

 

Jetzt habe ich endlich die lang ersehnte Saisonpause, die ich einfach bitter nötig habe. Momentan bin ich mit meiner Familie in Wales, wo ich Urlaub mache, aber meine Eltern am Sonntag beim Ironman nochmal hart schuften müssen. Da auch Daumen drücken!!

 

 

 

Bis dahin

 

LG Frederic

 

Volltextsuche

JV Twitter

Anmeldung