Podest, aber trotzdem enttäuscht...

Endlich gastierte der Deutschlandcup mal bei uns in der Heimat in Bayern: Die Olympia-Ruderregattastrecke in Deutschland sollte der stimmungsvolle Austragungsort für die zweite Station des diesjährigen Jugenddeutschlandcups sein.

Bereits am Freitagnachmittag ging es Richtung Oberschleißheim bei München. Mein erster Deutschland Cup innerhalb von Bayern mit wenig Anfahrt stand an und ich ging bestärkt durch meine aktuellen Trainingsleistungen mit hohen Erwartungen in den Wettkampf. 

 

An der Ruderregattastrecke in Oberschleißheim angekommen, schaute ich mir mit dem Bayern-Kader erst einmal die Strecken an, lockerte die Beine beim Radfahren und die Arme beim „Wasser testen“. Danach erhielt ich auch meinen neuen Wettkampfeinteiler. Scharfes Teil :) Für mich war dies der erste Deutschland Cup in diesem Jahr, denn die anderen hatten zeitgleich zu meinem Wettkampf in Weert schon einen hinter sich gebracht.

 

 

Untergebracht waren wir direkt am Wettkampfschauplatz. Am nächsten Tag durften wir erst einmal ausschlafen, denn Start war um 15 Uhr. Aufregung war bis zum Check-In noch gar nicht zu spüren, aber mit dem Stress um das Einlaufen und dem Neo anziehen (Wassertemperatur lag bei 16°C) kam sie dann.

 

Dieses mal gab es nur eine Startreihe und da rechts der kürzere Weg um die Boje war und sich dort alle tümmelten, stellte ich mich links hin, um den Prügeleien zu entgehen. 

 

Zu schwimmen waren 750m. Nachdem alle auf einer Linie schwammen, fiel dann auch der Startschuss. Tatsächlich hatte ich keine große Startprügelei und kam auf meiner Seite gut weg. Aber da ich immer nach links atme, hatte ich das Feld nicht wirklich im Blick und verpasste rechts von mir den Zug, den ich erst kurz vor der ersten Boje bemerkte.

 

 

Auf dem Rückweg zum Schwimmausstieg hatte sich vorne schon eine 7-8 Mann Gruppe gebildet und ich schwamm an der Spitze der zweiten Gruppe, aussichtslos, dass ich diese noch einholen konnte.

 

 

Somit fand ich mich gleich zu Beginn der Radstrecke in der Verfolgergruppe wieder mit ca. 30s Rückstand auf die Führungsgruppe.

  

Es waren 4 Radrunden á 5km zu absolvieren. In der ersten Radrunde dachte ich gar nicht nach und fuhr einfach Vollgas, um den Abstand zu verringern. Dann fiel mir ein, dass ich ja eine Radgruppe hinter mir habe und versuchte verzweifelt diese zu organisieren, damit sie mit mir kreiselten. Auch wenn ein paar Leute dann immer mal wieder kurz motiviert waren zu arbeiten, kreiselte ich mehr oder weniger mit mir selber.

 

 

 

 

Mit völlig schlappen Beinen legte ich dann einen guten zweiten Wechsel hin und begab mich mit 40s Rückstand auf die 3 Runden á 1,66km. Auch wenn ich im Gegensatz zu Weert richtig langsam gelaufen bin konnte ich einige der ersten Radgruppe einholen und war nach 2 Runden auf dem 3. Platz. Mit so einem letzten km wie in Weert, wäre der 2te Platz auch noch drin gewesen, aber dafür waren meine Beine einfach schon zu blau und ich lief als dritter über die Ziellinie. Trotz der besten Laufzeit völlig enttäuscht und sauer auf alle, die in meiner Radgruppe waren und nicht mitgearbeitet haben.

 

 

 

Ergebnisse hier. (wobei bei manchen Athleten die Splitzeiten nicht stimmen, bei mir schon)

 

 

 

Jetzt weiß ich an was ich bis zum nächsten Deutschland Cup in Düsseldorf in 5 Wochen arbeiten muss: Schwimmen. Auch wenn es noch so Spaß macht die ganze Zeit meine Laufleistung zu verbessern.

 

Vorbei war das Wochenende noch lange nicht, denn am Tag darauf fanden die Deutschen Meisterschaften in der Mixed-Team Staffel statt, welche genauso wie in Weert abliefen. Jeder macht einen kleinen Triathlon. Dieses mal mit den Distanzen 250m-5km-1,4km. 

 

Ich durfte für die erste Mannschaft von Bayern als letzter Starter ran und hatte somit viel Druck, denn ich kann es letztendlich „verkacken“ oder eine gute Platzierung erkämpfen.

  

Start war um 12 Uhr am Sonntag und für unser Team ging Anabel Knoll, die am Vortag 3te bei den Juniorinnen wurde, als erste ins Rennen. Sie übergab an 2ter Position an Mario Lutz, der am Vortag 5ter bei den Junioren wurde. Mario konnte mit einem anderen erst einmal vorne wegfahren, aber sie wurden dann wieder von einer größeren Gruppe eingeholt. Beim Laufen hielt er dann super mit und übergab an Sarah Neukam. Wie bei ihr das Rennen dann verlaufen ist weiß ich leider nicht, denn ich musste nach dem Neo anziehen und kurzem Einschwimmen in den Abklatschbereich. 

 

Als erstes kam dann Brandenburg. Ca. 20s später Mecklenburg-Vorpommern und weitere 30s später kam dann auch schon Sarah zeitgleich mit Niedersachsen. Perfekt, dachte ich mir, denn ich musste nicht alleine radfahren.

  

Nach einem soliden Schwimmen versteckte ich mich beim Radfahren erst einmal hinter dem Niedersachse, sozusagen als mentale Rache zum Vortag :) Auf dem Rückweg kreiselten wir dann und wir kamen an Mecklenburg-Vorpommern sogar noch bis auf 15s ran. Nach einem guten Wechsel ballerte ich sofort los und wusste schon: Platz 3 war sicher. Trotzdem gab ich noch einmal mein bestes, musste dann zwar kurz etwas Tempo rausnehmen, da sich ein Wadenkrampf näherte, konnte aber eine gute Laufleistung ablegen und Platz 3 nach Bayern holen. Ich freute mich riesig für unser Team und dieses Format macht einfach so riesigen Spaß. Glückwunsch auch nochmal an meine Teampartner, echt stolz! 

 

Ergebnisse hier.

 

Zweimal Platz 3 ist denke ich eine gute Ausbeute aus diesem Wochenende, auch wenn das eine mehr erfreulicher war als das andere.

 

Am Sonntag geht es schon weiter mit einer Sprintdistanz in Darmstadt für das SKINS Tri Team Grassau in der 2. Bundesliga Süd, wo wir echt stark besetzt sind und es nach dem Debakel am Sonntag in Nürnberg, wo das Team mit 4-fach Pech letzter wurde, es den anderen zeigen werden, was wir wirklich drauf haben. Ich freue mich schon!

 

Am Tag darauf geht es dann eine Woche nach Ingolstadt zum Kaderlehrgang, wo nochmal richtig trainiert wird!

 

Bis dahin

LG Frederic

 

 

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