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Als letzten Test vor meiner nächsten Mitteldistanz bei der Challenge Walchsee ging es zum Elite Europa Cup über die Sprintdistanz nach Székesfehérvár in Ungarn. Ich war bereits 1,5 Wochen zuvor zu meiner Freundin nach Tiszáujváros geflogen, um dort zu trainiern, was bei der Hitze aber sehr schwer fiel und ich musste einige Einheiten kürzen oder sogar weglassen, falls ich noch zu müde von der Einheit davor war. Hauptsächlich beim Laufen, der Rest ging ganz gut.

Am Tag vor dem Wettkampf fuhr ich mit der Familie meiner Freundin in die historische und ehemalige ungarische Hauptstadt Székesfehérvár, wo am selben Tag noch die Streckenchecks und das Briefing stattfand.

Der Start war am nächsten Tag erst um 15:15 Uhr, also machte ich wie gewohnt mein 20 minütiges Aktivierungsläufchen in der Früh. Mein Rennplan war gut zu schwimmen und nicht zu viel Sekunden auf die Spitze kassieren und dann mein Radfahren alles geben, ohne Rücksicht auf Verluste, bzw. auf meine Laufleistung danach und die davon abhängige Endplatzierung. Natürlich machte ich mir Hoffnung auf dem Rad wegfahren zu können, damit trotzdem eine gute Platzierung rausspringt. Da mir Walchsee wesentlich wichtiger ist und ich den Wettkampf sowieso komplett aus dem Training mache, wollte ich einfach nochmal 20km sehr hart radfahren.

Das Wasser hatte knapp 27°C, genauso wie die Außentemperatur. Im Vergleich zu den Wochen davor war es schon echt angenehm.

Als 33ter der 72 Starter wurde ich aufs Pontoon gerufen und stellte mich soweit es ging rechts hin, da dort die beiden Lehmann-Brüder standen, von denen ich wusste, dass sie beide sehr gut schwimmen.

Dann hieß es „On your marks“ und das Startsignal ertönte. Da mein Start sehr schlecht war und ich gleich von beiden Seiten eingekeilt wurde, entschied ich mich kurzerhand hinter dem Feld nach ganz rechts zu sprinten und erwischte dort dann auch einen guten Wasserschatten. Leider war ich nach diesem Sprint erstmal von Laktat überfüllt und musste etwas Tempo rausnehmen, was man sich bei solch einer Leistungsdichte aber nicht leisten kann, so verlor ich wieder ein paar Plätze. Glücklicherweise hatte ich bei beiden Wendebojen die Innenseite und kam danach auch endlich in meinen Rhythmus. Der erste Schwimmer Mark Devay hatte zwar 32s Vorsprung beim Schwimmaustieg, aber die erste Gruppe war nur gute 10s entfernt, so konnte ich das Schwimmen schonmal als gelungen abhaken.

Beim Radfahren machte ich wie geplant von Anfang an Druck und fuhr an jeder kleinen Gruppe vorbei und direkt in die Führung. Nach einer halben der 6 Radrunden hatte ich die Verfolgergruppe erreicht, aber vorne waren nur die zwei Schwimmausreißer. Der Kurs war zwar technisch anspruchsvoll, aber man konnte die Kurven mit ordentlich Geschwindigkeit nehmen. Leider fehlten einfach ein paar Höhenmeter, sodass es auch den Athleten im Windschatten weh tut. So konnte man auf dem Kurs auch ordentlich Energie fürs Laufen sparen.

Unsere Gruppe war nach nur einer Radrunde leider schon sehr groß und ich hatte schon überlegt nun doch zu „chillen“, um dann gut laufen zu können, aber mir ging es ums Radfahren und vorne das Tempo ordentlich hochzuhalten, sodass die Radgruppe nur eine gerade Linie war, hat einfach Spaß gemacht. In der zweiten Radrunde hatte ich nach einer Kurve dann mal eine größere Lücke und das nutze ich aus und lag nochmal einen Gang zu.

Ich freute mich, als von hinten dann auch noch der Deutsche Tim Hellwig und der Österreicher Lukas Gstaltner hinzukamen. Leider stürzte Tim dann in einer Kurve und wir waren nur noch zu zweit, konnten dann aber relativ schnell die anderen beiden Ausreißer stellen. Leider ist die Verfolgergruppe aufmerksam geworden und die 10s Vorsprung, die wir hatten wurden wieder kleiner und kleiner, bis wir wieder gestellt wurden. Während die anderen Ausreißer sich dazu entschieden Kräfte fürs Laufen zu sparen und sich gleich hinten einreihten, blieb ich vorne und hielt das Tempo hoch. Zweimal probierte ich es noch wegzukommen, jedoch ohne Erfolg. Fast 400 Watt Normalized Power hatte ich am Ende und fast einen 45er Schnitt auf einer Strecke mit über 40 Kurven, fuhr aber leider geschlossen mit einer großen Gruppe in die Wechselzone.

Schon beim Loslaufen bekam ich das volle Programm mit sehr starken Wadenkrämpfen, Bauch- und Rückenschmerzen und ich verlor in der ersten der vier Laufrunden deutlich. Zwar wurde es dann besser und ich konnte wieder ein paar Plätze gut machen, aber irgendwie war dann auch mental einfach die Luft raus und ich gab mich mit meinem Rennen zufrieden, da ich es so gemacht habe, wie ich geplant hatte, nur hätte ich mir schon eine bessere Platzierung als 27ter gewünscht, was ich mit einer anderen Taktik auch ganz sicher geschafft hätte, aber darum ging es an diesem Tag einfach nicht. Ergebnisse gibt’s hier.

So war es nochmal eine sehr harte und gute Trainingseinheit für nächste Woche und ich bin sehr selbstbewusst in meiner Schwimm- und Radform. Laufen passt eigentlich auch, aber das ist bei einer Mitteldistanz manchmal gar nicht mehr so wichtig, wenn davor alles sehr gut läuft wink

Nun geht es zurück nach Deutschland und ich freue mich sehr auf die anstehende Taperwoche und auf die Challenge Walchsee und hoffe dort meine gewünschte Performance abliefern zu können. Das Ziel ist: #beatyournumber #3 wink

Bis dahin
Frederic

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