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Toenails are overrated

 

 

Zum 7. mal wurde am 10.September der Ironman im walisischen Tenby ausgetragen und in seiner relativ kurzen Geschichte hat diese Veranstaltung sich einen schon fast legendären Status innerhalb der weltweiten Ironman-Rennen erarbeitet. Heike und mich fasziniert dieses Rennen so sehr, dass wir in diesem Jahr nach der Erstaustragung 2011 und 2014 schon das dritte mal gemeldet hatten. Der Kurs in Wales ist weit über eine Stunde langsamer als andere Ironman-Rennen, da die Radstrecke mit 2600 Höhenmetern aufwartet, die in vielen kleinen giftigen Steigungen angeordnet sind und zusätzlich auch mehrere Steilstücke von 16% auf dem Kurs enthalten sind, die einem nach und nach fast sämtliche Energie aus den Beinen ziehen.

 

Danach folgt noch eine Laufstrecke, die es ebenfalls in sich hat mit insgesamt 600 Höhenmetern und zusätzlich vielen Ecken in der malerischen Altstadt von Tenby, wechselnden Untergründen mit Asphalt und Kopfsteinpflaster und auch wie schon auf der Radstrecke vielen windanfälligen Abschnitten.

 

Die Waliser sprechen im Zusammenhang mit dem Ironman-Kurs in Anspielung auf das Wappentier von Wales längst vom "Drachen, den es zu besiegen gilt". 

 

 

 

 

 

 

Face the Dragon.

 

Als ich am Sonntag unterwegs war, die Beine brannten, der Körper vor Kälte zitterte, ich mir zeitweise kaum vorstellen konnte, wie ich dieses Rennen überhaupt noch ins Ziel bringen sollte,...

...musste ich oft an das Drachengleichnis der Waliser denken. Der Drachen fauchte, er machte das ohnehin schon vom Streckenprofil her schwere Rennen mit Wind, Regen, Kälte (12°), gefährlich nassen Straßen voller Laub und z.t. sogar an einigen Stellen ausgelaufenes Heizöl an diesem 10. September 2017 so schwer, wie er es nur konnte, aber -um im martialischen Bild zu bleiben- wenn man aufgeben würde, dann würde einen der Drachen vollends verspeisen... also weiterkämpfen, einfach weitermachen egal wie schnell oder langsam, so lange es irgendwie noch ging! Derartige Gedanken gingen mir auf der Rad- und Laufstrecke während des Ironman-Wettkampfs mehrfach durch den Kopf.

 

Aber fangen wir vielleicht doch ordentlich strukturiert von weiter vorne an und wen in erster Linie der Rennbericht interessiert, der darf den nachstehenden Abschnitt gerne überspringen und gleich hier weiterlesen.

 

Nach einem Jahr Langdistanzpause 2016 überlegten Heike und ich uns Ende vergangenen Jahres, ob wir uns 2017 wieder an eine Triathlonlangdistanz kombiniert mit einem Familienurlaub wagen sollten. In Frage kamen wegen Heikes Beruf als Lehrerin und den Kindern von vornherein nur Wettkämpfe, die in den bayerischen Schulferien liegen, so dass bei diesen fixen Rahmenbedingungen ohnehin nicht viele potenzielle Wettkämpfe übrig blieben.

In der engeren Wahl verblieben schließlich die ITU-Langdistanz in Penticton (Kanada), gleichzeitig Weltmeisterschaft der Internationalen Triathlon Union und eben der Ironman Wales. Für Penticton sprach, dass wir noch nie in Kanada waren und uns das Land schon immer reizte, andererseits war es kein Qualifikationswettkampf für Hawaii war, der eigentlichen Langdistanz-WM, die aber von einem kommerziellen Verband, der World Triathlon Corporation (WTC) ausgerichtet wurde. Ich hatte im Hinterkopf, nächstes Jahr eventuell ein weiteres mal in Kona zu starten, da ich dann als 68er eine neue Altersklasse betreten würde, wo erfahrungsgemäß die konkurrenz etwas übersichtlicher ist, als zuletzt in meiner angestammten AK45, wo ich mich als älterer Jahrgang gegen immer jüngere Konkurrenz behaupten musste.

 

Die Europameisterschaften in Kitzbühel über die olympische Distanz, wo ich im Juni "nur 9." wurde, hatten schon nochmal aufgezeigt, wie schwierig Top-Plazierungen in der 5 Jahrgänge umfassenden Altersklasse mittlerweile geworden sind. Dass vor diesem Hintergrund eine Top-Plazierung in Wales, die zur Inanspruchnahme eines der begehrten Hawaii-Slots berechtigen würde, auch kein Zuckerschlecken werden würde, war mir zwar klar, denn auch da musste ich mich gegen die 45jährigen "Jungspunde" behaupten, aber 2011 und 2014 hatte ich jeweils mit Vorsprung meine Alterklasse in Wales gewonnenn und dabei auch inklusiver aller Profis vernünftige Gesamtplazierungen von einmal Rang 13 und einmal 16 belegt, so dass ich mir einigermaßen sicher war, dass die topografisch und wettertechnisch anspruchsvollenWalisischen Strecken mir und meinem Leistungsprofil liegen würden.

 

Da auch Heike stets sehr gute Rennen in Wales gezeigt hatte, war es nicht allzu schwer, schließlich Heike davon zu überzeugen, den Trip nach Kanada noch ein Stück weit in die Zukunft zu verschieben und für 2017 ein weiteres mal einen Kurzurlaub im malerischen Tenby zu planen. Einziges Problem im Vorfeld: Das Rennen fand am letzten Ferienwochenende statt, für den Montag mittag war vom Veranstalter die Siegerehrung mit Hawaii-Slotvergabe geplant (wir sind mal grenzenlos optimistisch im Vorfeld davon ausgegangen, diesen Termin ebenfalls wahrnehmen zu müssen)... bis zum Schulbeginn Dienstag früh um 8 verblieben da absehbar wenige Stunden für die Heimreise. Aber zumindest theoretisch war es machbar!

 

Die Vorbereitung

 

Ab Januar diesen Jahres standen also Heike und ich auf der Startliste des Ironman Wales und richteteten unsere Trainings- und Wettkampfplanung auf diesen respekteinflößenden Termin hin aus. Eine Sprintdistanz in Braunau Ende Mai, der Mitteldistanztriathlon in Ingolstadt (wo ich Bayerischer Meister meiner AK und Heike 2. wurde), die Europameisterschaft in Kitzbühel im Juni (wo v.a. Heike als Europameisterin glänzte, während ich beim Laufen zuviel Boden verlor und nur 8.wurde), der City-Triathlon in Frankfurt im Juli, die olympische Distanz in Beilngries im August waren alles Standortbestimmungen und wichtige Zwischenstationen auf dem langen Weg nach Wales.

Erfreulicherweise entwickelte sich die Formkurve im Laufe der Saison nahezu wie gewünscht und insbesondere der City-Triathlon in Frankfurt, der größten Olympischen Distanz in Deutschland, bei dem ich meine AK gewann und Heike und ich 

beide in den Topten gesamt eines 2000-Teilnehmer-Wettkampfes finishten zeigte, dass wir im Trainingsaufbau ein bis zwei Sachen richtig gemacht hatten. Über die Jahre haben wir vermutlich ein ganz vernünftiges Körpergefühl entwickelt, so dass wir auch ohne echten Trainingsplan/ Trainer eine adäquate Formentwicklung hinbekommen.

 

Wer sich für unsere Wales-Vorbereitung im Detail interessiert, dem sei Strava ans Herz gelegt, wo Heike und ich unser gesamtes Training dokumentieren.

 

Wie gesagt: eigentlich verlief die Wales-Vorbereitung relativ reibungslos, mal abgesehen von dem ein oder anderen kleineren Infekt oder auch Motivationsloch, das bei mir dann dazu führt, dass das Training ausfällt oder in der Länge deutlich gekürzt wird, denn bevor ich ohne Lust und Freude trainiere, trainiere ich lieber kürzer oder gar nicht.

 

Das einzige ernsthafte dann aber auch wirklich beunruhigendes Problem hatte ich ausgerechnet zwei Wochen vor Wales, als mich aus weitgehendem Wohlbefinden heraus eine akute Lumbago (zu deutsch: Hexenschuss) niederstreckte, ich mich für mehrere Tage trotz sofort eingeleiteter Therapie kaum noch bewegen konnnte. Den in diesem Zeitraum geplanten Wettkampf in Beilngries musste ich leider schmerzbedingt absagen und in diesen Tagen war auch der Start in Wales hochgradig gefährdet und ich konnte mir kaum vorstellen, in den verbleibenden paar Tagen noch so schmerzfrei zu werden, dass an ein längeres Verweilen in Aeroposition auf dem TT zu denken war.

Die Lendenwirbelsäule war beziehungsweise ist schon immer ein gewisser Schwachpunkt bei mir, der besonderer Pflege und eines entsprechend angepassten Rumpfstabilisationstrainings bedarf, aber so heftig wie dieses mal waren die Schmerzen noch nie.

 

Neben diversen Mobilisations-, Dehnübungen und Kräftigungsgymnastik, ein paar Massagen von Heike (Vielen Dank <3) sowie viel Wärme ging ich in den Tagen täglich Schwimmen, wegen kaum möglichem Beinschlag und fehlender Rumpfspannung zwar mit fast lächerlich niedrigem Tempo, aber zumindest nach den ersten paar hundert Metern jeweils fast schmerzfrei. Wenn man an Land kaum gehen kann, fällt es relativ leicht, das Medium Wasser aufzusuchen.

Immerhin hatte ich nach etwa einer knappen Woche die Schmerzsituation im Rücken wieder soweit im Griff, dass ich neben Schwimmen auch wieder etwas Radfahren und später auch Laufen wieder in den Alltag integrieren konnte und im Rahmen der Reisevorbereitungen auch Heike beim Packen und Verstauen des ganzen Wettkampf- und Urlaubsequipments behilflich sein konnte. Wir hatten uns dieses mal entschieden mit dem eigenen Auto auf die Insel zu fahren, anstatt die Variante Flugreise plus Mietwagen wie bei den letzten beiden Walesaufenthalten zu wählen. Vorteile der PKW-Anreise war, dass das meist mühsame und auch riskante  Verpacken/ Zusammenbauen der Zeitfahrräder für das Flugzeug entfiel, wir so jeweils mehrere Laufradsätze für unterschiedliche Wetter- und Windbedingungen am Wettkampftag mitnehmen konnten. ein wieterer Grund war, dass wir auch einfach mal was Neues ausprobieren wollten.

 

So fuhren wir also Freitag abend, 8 Tage vor dem Wettkampf, im Chiemgau los, erreichten 1100 km oder 11 Stunden später die Fähre in Calais, mit der wir nach Dover übersetzten und fuhren dann an London vorbei noch die restlichen rund 500km mit Linksverkehr schließlich nach Wales. Stressffrei ist so eine lange Anreise natürlich nicht, aber eine Anreise mit Flugzeug ist das auch nicht und auch wenn der Flug selbst nur zwei Stunden dauert, muss man da auch noch zum Flughafen kommen, viele zeitaufwändige Formalitäten und Wartezeiten über sich ergehen lassen und schließlich natürlich auch noch vom Zielflughafen irgendwie zur gebuchten Unterkunft kommen. Bei unseren ersten beiden Wales-Austragungen waren wir da auch jeweils über 12 Stunden unterwegs. Immerhin hatten wir jetzt, in Tenby in unserem gemieteten Ferienbungalow angekommen noch eine ganze Woche Zeit, uns vom vorherigen Stress zu erholen (und in meinem besonderen Fall auch noch den Rücken wieder belastungsstabiler zu bekommen).

 

 

Wir nutzten die verbliebene Zeit zu einigen Ausflügen in die Umgebung mit den Kindern, zu Restaurant- bzw. Pizzeria-Besuchen (einmal auch kurz vor dem Wettkampf gemeinsam in größerer lustiger Runde mit einigen deutschen Mitstartern, die ich aus dem Triathlonszene.de-Forum und von den früheren Austragungen kannte) und um uns in insgesamt drei kürzeren Schwimmeinheiten an das ungewohnte Meereswasser mit Wellen zu gewöhnen und uns nochmal die Radstrecke und den Marathonkurs abschnittsweise genau anzusehen. Auch wenn man das Rennen schon mehrmals gemacht hat, vergisst man doch viele Details und wenn man gerade auf einer Strecke wie in Wales halbwegs genau weiß, wie lange und steil welcher Anstieg ist und vor welcher Kurve man besser bremsen sollte um keinen Sturz zu riskieren, und wo man eher etwas Tempo mitnehmen kann, hat man im Wettkampf später zumindest keinen Nachteil.

 

 

 

 

 

Der Wettkampf

 

Wie in jedem Urlaub raste die Zeit so dahin und plötzlich war es Sonntag früh und der Wecker klingelte um 3:40 zum kargen Frühstück vor einer Langdistanz. Nudeln, ein paar Rosinen, Kaffee. Viel bekommt man mit der wachsenden Aufregung vor einem so langen Wettkampf ohnehin nicht runter.

 

Der Wetterbericht für den Wettkampftag war schwierig zu interpretieren: viel Wind war angesagt und eine Regenwahrscheinlichkeit von 70%, aber für das Rennen entscheidend ist dann doch wo genau, wann und wie lange es regnet. Typisch für Wales sind eigentlich eher kurze, teilweise auch heftige Regenschauer, die sich dann eng mit trockenen, durchaus auch sonnigen Phasen abwechseln. Durch den Einfluss des nahen Golfstroms ist es in Tenby selten richtig kalt. Aus diesen Erwägungen heraus und auch aus den Erfahrungen früherer Rennen entschied ich mich auf Regenkleidung oder zusätzliche Kleidungsschichten im Rennen zu verzichten und plante das gesamte Rennen alleine mit dem Triathloneinteiler. Heike war defensiver und packte sich zumindest ein paar wärmende Ärmlinge in ihren Wechselbeutel, was sich im Nachhinein als die bessere Variante herausstellen sollte.

 

Nach den letzten Vorbereitungen in der Wechselzone (Reifen aufpumpen, Wettkampfverpflegung am Rad befestigen) machten wir uns gegen 6 Uhr auf den stimmungsvollen Marsch durch die Altstadt von Tenby zum etwa einen Kilometer entfernten South Beach. Schon hier stehen etliche Zuschauer hinter den Absperrungen, z.T. auch Kneipengäste der vorausgegangenen Nacht, die sich das beginnende Spektakel mit den halb in Neopren vermummten, langsam dahintrottenden Gestalten noch ansehen, bevor sie irgendwann nach durchzechter Nacht selbst heimwärts wanken. Ein paar Stunden später wird sich deren schleppendes Gangbild kaum noch vom grobmotorischen Gangbild der meisten "Ironmänner" unterscheiden. ;-)

 

 

Schwimmen

 

Dieses Jahr mussten wir in Wales einen sogenannten "Rolling Start" über uns ergehen lassen. Dies ist eine Startvariante, bei dem das Rennen nicht mit einem Startschuss beginnt, ab dem alle gemeinsam oder in Startgruppen ins Rennen geschickt werden, sondern bei dem die individuelle Zeit erst mit dem Überschreiten einer Zeitmessmatte beginnt. Das Startprocedere zieht sich so über eine halbe Stunde hin und da man nicht weiß, wann genau direkte Konkurrenten ihr Rennen begonnen haben erschwert der Rolling Start auch die spätere Beurteilung der Rennsituation: ein Athlet der gleichen Altersklasse, der im Rennen drei Minuten hinter einem liegt, kann u.U. wegen späterem Start längst vor einem liegen, so dass man gezwungen ist in Zweifelsfällen sich stets maximal zu verausgaben.

 

Für mich gehört schon aus Traditionsgründen zu einem echtem Wettkampf ein Startschuss und ich mag aus das sich-direkte-Messen mit anderen Sportlern, das nur so möglich ist. Natürlich ist ein Triathlon auch ein Rennen gegen sich selbst und gegen die Uhr, erst recht bei einer anspruchsvollen Langdistanz, aber die Beschäftigung mit sich selbst, seinen Puls- und Wattwerten hat man auch schon im Training ausreichend. Zu einem echten Wetkampf gehört schon auch der Kampf, das Überholen und Überholtwerden dazu!


Wie auch immer, bei den allermeisten Ironman-Rennen hat sich der RollingStart leider durchgesetzt, weil er sehr leicht zu organisieren ist und gerade  für die unsichereren Schwimmer das Gedrängel in der Startphase wesentlich reduziert.

Heike und ich versuchten trotz RollingStart möglichst weit vorne zu starten, um die sonst unvermeidlichen Überholvorgänge langsamer werdender Schwimmer, die einem selbst Kraft rauben und oft zu Umwegen zwingen, auf ein Minimum zu reduzieren. So ungefähr gelang uns das auch und wir konnten so ungefähr auf Rang 50 unser Rennen nach Öffnen der Startschranken beginnen.


Einschwimmen vor dem Start war nicht möglich, trotzdem fand ich gleich einen ganz vernünftigen Rhythmus und Linie. Ein paar Schwimmer, die zu hektisch angegangen waren, konnte ich nach wenigen hundert Metern überholen, selbst wurde ich nicht überholt, so dass ich mir halbwegs sicher war, dass das Tempo stimmte. Bei einer Langdistanz kommt es nicht unbedingt darauf an, die letzten Sekunden aus sich herauszuquetschen, sondern man sollte v.a. die 3,8km so hinter sich bringen, dass man mit wenig Ermüdung das Wasser verlässt, denn der Rest des Tages wird noch anstrengend genug. Beim Landgang nach 1,9km traf ich zufällig Heike, die ihr eigenes Tempo nur etwa 10 Meter vor mir geschwommen war. Da auf Heike Navigationskünste auch bei Wellengang stets erstklassiger Verlass ist, schwamm ich die restliche Strecke zusammen mit ihr und schaute nur noch selten selbst nach den Bojen, sondern schwamm einfach neben Heike und folgte ihrerm Kurs.. Auch die zweite Schwimmrunde lief flüssig und wir konnten uns nach 58 Minuten Schwimmzeit auf den Weg in die zweite Wechselzone machen.

 

In Tenby ist es wegen des langen Weges von über einem Kilometer nach dem SwimExit bis zum Fahrrad erlaubt für diese Strecke extra am Aufgang zwischen Strand und Altstadt hinterlegte Laufschuhe anzuziehen. Da ich normalerweise wenig Probleme mit Barfußlaufen habe, hatte ich spontan (und rückblickend auch etwas naiv, da ich mir den Laufuntergrund im Detail gar nicht so genau angesehen hatte) beschlossen zugunsten eines etwas schnelleren Wechsels auf das Anziehen von Schuhe zu verzichten. Das schnelle Finden des nummerierten Schuhbeutels unter 2000 anderen aufgehängten Schubeuteln ist direkt nach dem Schwimmen gar nicht so trivial, wie ich bei den letzten beiden Wales-Austragungen feststellen musste und wenn man keinen Beuitel hinterlegt, muss man ihn auch nicht finden und spart natürlich auch die Zeit für Schuhe anziehen..

Mein Wechsel war dann wohl auch wirklich recht flott, allerdings hatte ich unterschätzt, wie spitz und unangenehm der Asphalt in Tenby im Vergleich zu normalem glatten mitteleuropäischem Asphalt stellenweise ist. Am Fahrrad angekommen brannten meine beiden Fußsohlen heftig und nachhaltig. No pain no gain. ;-)

Das Brennen der Fußsohlen sollte mich die ersten rund 20km auch auf dem Rad noch begleiten, aber irgendwann verschwand es dann doch, nicht zuletzt weil genügend andere Dinge sich in den Vordergrund drängten und für Ablenkung sorgten.

 

 

 

 

 

 

Radfahren

 

Die ersten Rad-Kilometer waren trocken, dafür mit ordentlichem Gegenwind versehen, der für ein niedriges Anfangstempo sorgte. Nach einigen Kilomtern setzte leichter Nieselregen ein... noch nicht sehr unangenehm, aber das Wasser von oben und das dreckige Spritzwasser von der nassen Straße sollte uns den Rest des Tages begleiten, das wusste ich aber da noch nicht.

Da meine Watt- und Pulswerte  passten und ich weiterhin Plazierungen gut machte, stieg meine Laune zusehends. Immer wieder fuhr ich auch auf Profis auf, die ja 5 Minuten vor uns gestartet waren, und von denen einige wohl einen gebrauchten Tag erwischt hatten. Nach etwa 15 km hatte ich auch die Führende der Damen Lucy Gossage und einige an ihr "klebende" Männer erreicht, die ebenfalls deutlich vor uns gestartet war und konnte mich auch von ihr, bzw. ihrer Gruppe bald lösen.

Der Wind wurde immer stärker (der nordwestliche Abschnitt der Ironman-Wales-Radstrecke ist ohnehin nahe an der Atlantikküste und traditionell sehr windanfällig, so dass ich schon etwas Zweifel hatte, ob das gewählte 80mm-Hochprofil-Vorderrad die perfekte Idee war.) Direkt  an der Küste erwischten mich dann auch einige Windböen und ich musste vorübergehend das Tempo etwas reduzieren, um das Fahrrad sicher auf der Straße zu halten. Der Wetterbericht hatte Sturmböen bis Windstärke 8 vorhergesgt und er hatte offensichtlich Recht behalten. Doch nach der ersten Verpflegungsstation bei km ca. 25 kommt ein längeres windgeschützteres Bergaufabschnitte, das wieder gut fahrbar ware und dann folgte  der Rückweg Richtung Pembroke, jetzt mit ordentlich Rückenwind. Das war glaube ich der einzige spürbare Rückenwindabschnitt an diesem Tag. Bis dahin lief das jetzt etwa 2 Stunden alte Rennen subjektiv betrachtet nahezu perfekt. Besser sollte es aber auch nicht mehr werden...

Mit Beginn des Hinterlandkurses im Nationalpark Pembrokeshire begann einsetzender echter Regen dem gesamten Rennen eine besondere Note zu verleihen. Die ohnehin technisch anspruchsvollen Abfahrten, waren jetzt nicht nur eng und unübersichtlich, sondern auch noch rutschig und zudem kühlte man bei jeder der unzähligen meist eher kurzen Abfahrten ein Stück aus.

Ich machte das, was ich auch im Training in solchen Situationen mach, wenn ich keine passende Regenkleidung mit habe, mich aber ein ungeplanter Schauer erwischt: ich erhöhte das Tempo, um mehr Wärme zu produzieren. Statt mich weiterhin an meine Pacing--Strategie mit maximal Puls 140 an den Anstiegen und entsprechend niedrigen Wattwerten zu halten, womit ich eine gute Chance hatte mit noch halbwegs ordentlichen Beinen den abschließenden Marathon zu beginnen, fuhr ich von da ab die Berge meist fast maximal hoch, etwa so wie ich es auf einer olympischen Distanz tun würde, um möglichst über die Muskeln Wärme zu produzieren. Markus Stöhr war in dieser Rennphase auf mich aufgefahren und wir absolvierten rund 20km zusammen, bis er sich an irgendeinem der Berge für ein konservativeres Tempo entschied (für ihn sollte sich das später noch in Form eine3s guten Marathons auszahlen) und ich erstmal wieder alleine war.

Die erste Radrunde brachte ich mit dieser Strategie noch passabel hinter mich. Mir war am Ende der ersten Radrunde durch den nahezu Dauerregen bei etwa 12° kalt, aber ich funktionierte noch und die Beine arbeiteten brav vor sich hin. Die paar Athleten denen ich in dieser Rennphase noch begegnete waren sichtbar schlechter dran. Ab km 110 wurde es ohnehin richtig einsam. Die schnellen Profis (die späteren Top7) waren ein gutes Stück vor mir, die langsameren Profis und wohl auch die meisten Agegrouper hatte ich hinter mir gelassen, so dass ich zu Beginn der zweiten Radrunde kilometerlang ernsthaft nachdachte, ob ich überhaupt noch auf der richtigen Strecke unterwegs war, weil etwa 20 Minuten lang kein Athlet vor mir zu sehen war und auch von hinten keiner kam bzw. zu sehen war. Immerhin standen immer wieder Zuschauer am Straßenrand, die einen anfeuerten, also musste das wohl doch die richtige Strecke sein, sonst würden die Zuschauer ja nicht dort stehen... Richtig erleichtert war ich, als ich ca. bei km 125 in den Bereich einbog, ab dem die Überrundungen der langsamen Athleten, die selbst noch auf ihrer ersten Runde sich befanden, begannen. Da war ich mir erst wieder richtig sicher, dass ich auf dem richtigen Kurs war. Kurzfristig hatte der Regen da auch Pause gemacht, aber er begann wieder sobald wir das Hinterland erreicht hatten und jetzt wurde das Rennen auch richtig schwer.
Die Kraft in den Beinen schwand zusehends und da ich die Berge nicht mehr mit soviel Watt fahren konnte, wie in der ersten Runde, wurde mir bergauf auch nicht mehr richtig warm und über die diversen Abfahrten kühlte ich immer mehr aus. Das Rennen wurde in dieser Phase richtig schwer. Die langsamen Athleten, die ich überholte hatten fast alle komplette Regenkleidung an (Regenjacke, oft auch lange Hose) und ich war nahezu neidisch und kam mir mit meinem schicken eng und extra luftig geschnittenem Kiwami-Einteiler etwas deplaziert vor. Aber da musste ich jetzt durch, immerhin lag ich ja immer noch im Vergleich zu allen anderen Athleten höchstwahrscheinlich gut im Rennen.

Schrecksekunde dann etwa bei km 145: das Vorderrad fühlte sich bei Kurven und im Wiegetritt plötzlich schwammig an. Ein Blick nach unten auf den Reifen zeigte eine ordentliche Ausbuchtung im Bereich der Aufstandsfläche am Asphalt als Zeichen von Druckverlust und spätestens als wenige Kilometer später ich auch hörbar auf der Felge rollte, war klar, dass ich anhalten und wieder Luft in den Reifen bekommen musste. Zu diesem Zweck hatte ich ein Pannenspray dabei, dass richtig angewendet in der Lage ist kleiner Löcher im Schlauch abzudichten und gleichzeitig den Reifen aufzupumpen, so dass nicht der ganze Schlauch zeitraubend gewechselt werden muss. Beim ironman Frankfurt vor 8 Jahren hatte ich so einen Reifendefekt schonmal in unter drei Minuten behoben und mein Rennen damals gerettet. Seitdem hatte ich keine Wettkampfpanne in einer Langdistanz mehr.

Dieses mal war es komplizierter: aus dem Pannenspray kam zwar noch etwas Schaum raus, aber die Dose entwickelte nicht mehr richtig Druck, und da wurde mir erst bewusst, dass ich das seit Jahren nicht benötigte Pannenset längst mal einer Revision hätte unterziehen müssen. Ein mehrere Jahre altes Pannenspray, das sogar schon auf Hawaii gewesen ist und die dortige Hitze ertragen musste, hat nunmal seine beste Zeit längst hinter sich und hätte gegen eine neue Dose ausgetauscht werden müssen...

 

Zum Glück hatte ich noch eine Mini-Notpumpe dabei, sodass ich damit -mühsam- etwas Druck in den Reifen brachte und der Schaum des Uralt-Spray hatte immerhin nach einigen Reifenumdrehungen im Leerlauf noch das Loch aureichend abgedichtet, so dass die wenige Luft, die ich in den Reifen brachte wenigstens auch drinnen blieb.

 

Mit ungefähr 5 bar im Vorderreifen fuhr ich dann die restlichen 35km der Radstrecke zu Ende, war aber nach der unfreiwilligen, laut Strava 7min langen Defekt-Pause noch mehr ausgekühlt wie davor schon. Der Schlussabschnitt war mühsam, insbesondere die zwei Monstersteigungen bei Wisemans-Bridge und in Saundersfoot kam ich nur in Zeitlupe mit maximaler Willensanstrengung, nahe an der Muskelkrampfschwelle hinauf und überlegte im steilsten 16%-Abschnitt sogar ernsthaft, ob es nicht schneller und kraftsparender wäre hier abzusteigen und das Rad hoch zu schieben. Irgendwie ging es dann doch, aber ich dachte an Heike, die dieselbe Übersetzung wie ich (eine Kassette mit 11-23-Ritzeln) aufgelegt hatte und wie sehr sie wohl an diesen Abschnitten leiden würde, wenn es mir schon so schwer fiel...

 

 

 

 

Laufen

 

Irgendwann war dann die Wechselzone erreicht, ich war körperlich fix und fertig, fühlte mich absolut nicht so, wie man sich vor Beginn eines Ironman-Marathons fühlen sollte, aber was mich zumindest psychisch aufbaute, war wie unglaublich leer die Wechselzone war. Ein paar Profi-Räder standen in der ersten Reihe, diese Athleten waren schon auf der Laufstrecke und einige sehr wenige vereinzelte Räder standen im großen Agegrouper-Bereich. Die Plazierung musste also immer noch ziemlich gut sein (ich hatte irgendwie keine Ahnung gehabt, wieviele Athleten mich in meiner 7-Minuten-Plattfußpause passiert hatten).

 

 

 

 

 

 

Die ersten Meter auf der Laufstrecke waren dann -wie befürchtet und eigentlich auch erwartet- furchtbar. Das fühlte sich nicht ansatzweise nach Laufen an, sondern war ein Kampf um jeden Meter. Die Radstrecke hatte einfach viel zu viele Körner gekostet. Als nach einer schieren Ewigkeit das Schild mit der Aufschrift "Mile1" vor mir auftauchte, erschrak ich fast. Jetzt noch weitere 25 Meilen? Eigentlich kaum vorstellbar, aber Uli Nieper, der krankheitsbedingt ausgestiegen war und am Beginn der Laufstrecke am Straßenrand stand (und via Smartphone Zugriff auf das Live-Timing hatte), hatte mir zugerufen, dass ich in meiner Altersklasse mit deutlichem Vorsprung führte.

Solange man führt, macht man selbstverständlich weiter, solange man sich noch bewegen kann und ich konnte zwar nicht wirklich laufen, aber ich konnte mich bewegen. Und wer weiß wie es allen anderen geht.

 

Ich verlor auch jetzt immer mal wieder Plätze, aber alle die mich überholten, sahen deutlich jünger aus und die allerwenigsten waren noch wirklich frisch und leichtfüßig. Auch in den Abschnitten, wo einem die Athleten entgegenkamen, soh man in den Gesichtern der allermeisten sehr viel Müdigkeit. Die Radstrecke in Verbindung mit den fordernden Wetterbedingungen hatte an diesem Tag zweifellos jedem zu schaffen gemacht.

Bergab konnte ich auch meist bein kleines bisschen "Tempo machen" -gerade die Motorik des Bergablaufens hatte ich in der Vorbereitung auf Wales einige male bewusst geübt- war zumindest zu einem 4:15er-Tempo in der Lage, aber in den vielen Bergaufstrecken waren nur kurze Tippelschritte möglich.

 

Zweimal pro Runde traf ich dann neben Uli auch unsere Kids, die nicht nur stets für neue Motivation sorgten, sondern ergänzend zu den Infos, die ich schon hatte, mir zuriefen, wer von den hinter mir plazierten stark aufholte, d.h. wie sich die Dynamik des Kampfes um die wenigen Hawaii-Qualifikationsplätze entwickelte. Insgesamt waren in meiner Altersklasse der 45-49-Jährigen rund 300 Männer am Start, d.h. es war eine der drei teilnehmerstärksten Altersklassen insgesamt in Wales.

Anna-Marie und Marc-Philipp am Straßenrand waren wiederum per WhatsApp mit Frederic verbunden, der sich in Ungarn aufhielt und via Laptop die Entwicklung von Vorsprüngen und Rückstanden auf ironmanlive.com verfolgte, was mit Der Desktop-Webseite naturgemäß übersichtlicher als Smartphone-Recherche vor Ort ist. Meine zweite Laufrunde ging überraschend sogar ein bisschen schneller als die erste, zumindest war mir auch jetzt wieder halbwegs warm und ab dem Halbmarathon war ich zumindest wieder soweit im Rennen drin, dass ich wieder den Ehrgeiz und Willen verspürte überhaupt zu finishen, was zu Beginn der Laufstrecke alles andere als klar war. Leider spürte ich aber in der zweiten Marathonhälfte immer mehr, dass mir Energie fehlte.

Ich fing deshalb an, an den Verpflegungsstationen kurze Gehpausen einzulegen, um jeweils zwei Becher Cola im Gehen komplett trinken zu können, ohne die Hälfte zu verschütten, wie es beim Joggen oft passiert. Die Zuckerbrühe gab dann jeweils genug Energie, um den Weg bis zur nächsten Verpflegungsstation joggend bewältigen zu können.

Durch die Gehpausen ließ ich zwar weiter Zeit liegen und ich hörte auch vom Straßenrand, wie mein Vorsprung weiter sank, aber zumindest das Risiko eines Totaleinbruchs war mit der Taktik deutlich reduziert.

Vor der letzten 10,5km-Laufrunde hatte ich dann immerhin noch 4 Minuten Vorsprung auf Rang 2, der aber offensichtlich ein extrem guter Läufer war uind bis dahin schon gut 20 Minuten auf mich aufgeholt hatte. Gerne hätte ich in diese Situation nochmal das

Tempo angezogen, aber nach 9 Stunden Wettkampf und 30 Laufkilometer in den Beinen kann man nur noch mit Mühe die Entscheidung zwischen Stehenbleiben, Gehen oder Joggen treffen. Verschiedene Tempi einzuschlagen, gar nochmal zu beschleunigen ist da nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.

Das einzige was ich noch tun konnte, war während der nächsten Verpflegungsstationen auf die Gehpausen zu verzichten und zu versuchen mich joggend zu verpflegen. So mobilisierte ich nochmal letzte Reserven, die es eigentlich gar nicht mehr gab, aber 2,5km vor der Ziellinie war es dann trotzdem geschehen: die Altersklassenführung, die ich zuvor über 10 Stunden inne hatte, musste ich an einen Briten abgeben, der den Marathon schneller als die Mehrzahl der 20 Jahre jüngeren Profis in beeindruckenden 3:07 (27min schneller als ich) absolvierte.

 

Nichtsdestoweniger war ich selten so glücklich kurz danach die Ziellinie eines ziemlich langen Ausdauersporttages erreicht zu haben (auch wenn das auf dem Zielphoto möglicherweise nicht ganz so rüberkommt, aber selbst zum exzessiven Jubeln war ich eigentlich zu müde).

 

Mein Hauptziel, schmerzfrei und gesund an der Startlinie zu stehen hatte ich ja sowieso schon 10 Stunden früher erreicht und insbesondere nach dem Verlauf der letzten zwei Wochen der Wettkampfvorbereitung (s.o.) war das alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Ziel Nummer zwei war der Hawaii-Slot, damit ich einen plausiblen Vorwand für mich selbst habe, um nächstes Jahr die Stimmung und das Spektakel der Rennwoche auf einer sehr weit entfernten Pazifikinsel ein weiteres mal live mit zu erleben. Ziel Nummer drei war eine Podiumsplazierung und nur das vierte (geheime) Ziel, den dritten AK-Sieg in Wales in Folge bei der dritten Rennteilnahme hatte ich wegen zu schlechter Laufleistung meinerseits bzw einer Top-Laufleistung eines Konkurrenten und zu wenig pannensicherem Material eben knapp verpasst. Die Ergebnisse im Detail inklusive aller Zeiten gibt es übrigens hier.

 

Und nicht zu vergessen : der wahre Grund, warum es mich seit fast 30 Jahren in diesem Sport hält sind ja nicht Zeiten und Plazierungen, auch wenn ich die stets gewohnheitsmäßig analysiere. Der wahre Grund, immer weiter zu machen, soweit es die Gesundheit noch erlaubt, sind die Erlebnisse, ist das Abenteuer, das einem das Training während der langen Vorbereitung produziert und sind die Erinnerungen, die dann auch vom eigentlichen Wettkampf letztlich hängenbleiben und einen dann noch jahrelang, manchmal sogar jahrzehntelang begleiten.

 

Der Ironman Wales 2017 hatte einige dieser denkwürdigen Erinnerungen zu bieten.

 

Collecting Moments!

 

 

 

 

 Obwohl die Briten naturgemäß in Wales über 80% aller Teilnehmer stellten, sprach das Podium in der Ak45 bei Männern und Frauen bei der Awards-Ceremony am nächsten Tag  übrigens fast komplett deutsch! Der Sieger Paul Lewis, war aus irgendwelchen Gründen gar nicht zur Siegerehrung erschienen. Sein weibliches Pendant auf Rang 1 war meine Frau Heike, zusätzlich mit mir auf dem Podium standen dann noch Stefan Flachowsky (aka Flachy) aus Camenzind der knapp hinter mir auf Rang drei eingelaufen war und -so was gibt's!-Triathlon inklusive Langdistanz schon genauso lange betreibt wie ich, eine Britin als zweitschnellste Dame namens Platel und schließlich noch Ulrike Sailer (Aka Taunuspaula vom Triathlonszene.de-Forum), die Stefan und mich nächstes Jahr mit nach Kona begleiten wird.

 

Um noch den abschließenden Bogen zur Überschrift herzustellen: die frenetisch anfeuernden Zuschauer haben in Tenby diverse launische Plakate dabei, z.T. voller britischen Humor. Auf einem davon stand der Spruch aus der Überschrift "Toenails are overrated". Als ich das Plakat irgendwann nach 20km im Marathon las, schmerzten mir auch tatsächlich die Großzehen. Passiert mir nicht das erste mal bei Marathonläufen und wenn in absehbarer Zeit die blutunterlaufenen Nägel abgefallen sind, wird es wohl drei bis vier Monate dauern, bis ein neuer Zehennagel nachgewachsen ist, aber während des Rennen entlockte mir der Plakattext unweigerlich ein innere Grinsen.

Ein echter Ironman darf über solche Kleinigkeiten natürlich gar nicht groß nachdenken! ;-)

 

Nichtsdestoweniger Ironman Wales ist ein geiles Rennen und vermutlich das einzige Ironman-Rennen in Europa, bei dem es auch im 7. Jahr seines Bestehens keine rennbeeinflussende Windschattenprobleme im Amateurbereich trotz mittlerweile über 2000 Startern gibt. Und um einen markigen Spruch von Sebi Kienle leicht abgewandelt zu nutzen:

Wer sich mal mit einer Langdistanz so richtig in die Fresse hauen will und damit leben kann, am Saisonhöhepunkt garantiert keine neue Bestzeit aufzustellen (egal wie gut die Form auch ist), für den gibt es derzeit keinen besseren Rennkurs, als die Strecken rund um das malerische Tenby.

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